Alsdorf: Exklusivführung für Leser durch Kraftzentrale

Alsdorf : Exklusivführung für Leser durch Kraftzentrale

Die Handwerker müssen noch letzte Hand anlegen, aber am Samstagnachmittag ruhen die Arbeiten in der ehemaligen Kraftzentrale (Landhaus) an der Carl-von-Ossietzky-Straße in Alsdorf. Eine gute Gelegenheit, mal hinter die Kulissen des beeindruckenden Backsteinbaus zu schauen.

Das Gebäude wird zur neuen Begegnungsstätte für Alsdorfer Bürger und externe Gäste ausgebaut sowie vom städtischen Dalton-Gymnasium und der Realschule genutzt werden, die wenige Meter gegenüber in einem Neubau untergebracht sind.

Haupteingang nun auf der Rückseite: Im Zuge der Umbauarbeiten der Kraftzentrale in Alsdorf wurde der Haupteingang von der Carl-von-Ossietzky-Straße auf die dem Annapark zugewandte Seite verlegt (l.). Im Inneren laufen die letzten Bauarbeiten. Foto: Karl Stüber

Rund 40 Leser sind im Rahmen der „7 x Sommer“-Aktion unserer Zeitung der Einladung der Stadt Alsdorf gefolgt, um sich in einer Exklusiv-Führung informieren zu lassen. Bürgermeister Alfred Sonders, begleitet von Kathrin Koppe, Geschäftsführerin des Bauherrn, der Grund- und Stadtentwicklung GmbH, und Stadtsprecherin Marion Wingen, kommt dem gerne und umfangreich nach.

Im Forum finden bis zu 300 Gäste Platz. Der Mehrzweckraum ist mit Leinwand und Beschallungsanlage ausgestattet und kann von privaten wie gewerblichen Nutzern angemietet werden (Bilder von links oben im Uhrzeigersinn). Den Reiz der Kraftzentrale machen alte Architektur und beim Innenausbau eingesetzte neue Materialen aus. In der Gastronomie werden Bürger wie Schüler verköstigt. Die als Verein organisierte Musikschule des Dalton-Gymnasiums hat ihre Räume bereits bezogen und steht nicht nur Schülern offen. Foto: Karl Stüber

Bislang war beim Stichwort Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) der Blick eher auf das neue moderne Schulgebäude gerichtet, das wird nun anders. Denn neben Stadthalle, Energeticon und Cineplex (Cinetower) verfügt Alsdorf nun über eine weitere große Veranstaltungsstätte, eben die Kraftzentrale, wie Sonders sagt: „Damit stehen wir im Umfeld einmalig da.“ Die alte Kraftzentrale ist die Hülle für mehrere moderne Kuben. Tagungs- und Konferenzräume stehen zur Verfügung. Markantester Kubus ist das Forum in der Nähe des Eingangsbereichs. Bis zu 300 Gäste finden dort Platz. „Von Karnevalssitzungen, über Vereins- und Familienfeiern bis zu Konzerten ist hier alles möglich“, sagt Gästeführer Sonders. Die Beschallungsanlage muss noch installiert werden, eine Bühne steht bei Bedarf zur Verfügung.

Im Forum finden bis zu 300 Gäste Platz. Der Mehrzweckraum ist mit Leinwand und Beschallungsanlage ausgestattet und kann von privaten wie gewerblichen Nutzern angemietet werden (Bilder von links oben im Uhrzeigersinn). Den Reiz der Kraftzentrale machen alte Architektur und beim Innenausbau eingesetzte neue Materialen aus. In der Gastronomie werden Bürger wie Schüler verköstigt. Die als Verein organisierte Musikschule des Dalton-Gymnasiums hat ihre Räume bereits bezogen und steht nicht nur Schülern offen. Foto: Karl Stüber

Nutzungsverordnung

Bürgermeister Alfred Sonders referierte über den Umbau der Kraftzentrale und weitere Aspekte der Stadtentwicklung. Foto: Karl Stüber

Werden die Glastüren geöffnet und das Foyer einbezogen, dann ist Platz für Events mit bis zu 1000 Besuchern. Gebühren fallen an, aber für Alsdorfer gibt es günstigere Konditionen, betont er. Geregelt ist das in einer Nutzungsverordnung. Konkurrenz zu Stadthalle und Energeticon will man nicht sein und sich bei der Vermarktung absprechen.

Reichlich Musik wird es in der Kraftzentrale geben. Die Musikschule des Dalton-Gymnasiums hat ihre Räume bereits bezogen. Die als Verein organisierte Einrichtung ist nicht nur Schülern vorbehalten, sondern steht „Normalbürgern“ offen. „Das hatte erst einmal bescheiden mit einer Musikklasse begonnen, mittlerweile gibt es eine tolle Big Band“, schwärmt der Bürgermeister. Zudem sollen Chöre im Begegnungszentrum proben.

Das Haus soll gerade auch von der Jugend genutzt werden, etwa mit einem eigenen Treff, der noch in der alten Sporthalle in Busch untergebracht ist. Und in den Ferien könnten entsprechende Veranstaltungsreihen organisiert werden, zumal der nahe Annapark zu Aktionen einlädt. Und bei schlechtem Wetter stünde genügend Ausweichraum zur Verfügung.

Sonders weist auf Synergieeffekte mit anderen Einrichtungen hin. So sollen im Nordkreis mehr touristische Angebote geschaffen werden. „Wir sind zwar nicht St. Moritz, aber unsere Alpen sind die Halden.“ Wandern und Radfahren bieten sich an und in Kombination mit dem erweiterten Umfeld bis in die Niederlande und Belgien könne der Erholungssuchende in der Region durchaus ein bis zwei Wochen Erlebnisferien machen.

Was noch fehlt ist ein neues „Ankerhotel“ mit 80 Betten. Aber da tut sich was, verspricht er: „Wir sind in guten Gesprächen.“ In der Nähe an der Herzogenrather Straße wird noch im September mit dem Bau eines neuen Sportplatzes begonnen. Bereits jetzt gibt es im Untergeschoss des Kubiz-Neubaus drei Sporthallen, die intensiv genutzt werden. „Da kann ich mir vorstellen, dass Familienangehörige hier im Begegnungszentrum Kaffe trinken gehen, während Kinder und Jugendliche im Umfeld Sport treiben.“ Sonders verweist auf Hunderte Parkplätze im Umfeld.

Nächste große Aufgabe in der Alsdorfer Stadtentwicklung ist die Attraktivierung der Innenstadt, wofür nun ein Masterplan entwickelt werden soll. „Die Umsetzung wird rund zehn Jahre in Anspruch nehmen“, will sich die Kommune nicht auf dem bisher Erreichten ausruhen, betont er.

Zum Abschluss des Rundgangs gibt es Kaffee und Kuchen in der Gastronomie des Betreibers-Duos Bastian de Boer und Stefan Hanrath, die mit Schulbeginn auch den Kantinenbetrieb für die Schüler des Johannes Rau Kultur- und Bildungszentrums sicherstellen. Gute Gelegenheit, das Erlebte zu „verarbeiten“.

Leserin Regina Jockenhövel hat an der Führung teilgenommen, weil ihr Enkelkind nach den Sommerferien die fünfte Klasse des Dalton-Gymnasiums besucht: „Alle Achtung, was hier alles auf die Beine gestellt worden ist!“ Das Ehepaar Jünger aus Würselen ist angetan. „Ich finde es gut, dass man hier alte Gebäude erst mal hat stehen lassen, um über eine neue Nutzung nachzudenken. Es ist überraschend, für wie viele Gruppen hier etwas entstanden ist“, sagt Peter Jünger. Ehefrau Gerti fügt hinzu: „Ich glaube, Würselen hat dagegen viel verschlafen.“

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