Alsdorf: Europa: Antike plus Christentum

Alsdorf: Europa: Antike plus Christentum

Die Europawahl steht vor der Tür. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „Europa”? Professor Dr. Raban von Haehling legte beim jüngsten Vortrag des Alsdorfer Geschichtsvereins im Rathaus die kulturellen und ideellen Wurzeln unseres Kontinents frei.

Dabei zeigte sich: Europa ist mehr als die Brüsseler Bürokratie oder ein genau begrenztes Territorium. Die Wurzeln des heutigen Europas wurden in der Antike gelegt.

Es waren die Griechen, die einen Gegenentwurf zum persischen Gesellschaftsmodell mit seinem gottgleichen Herrscher legten. Das Individuum, der einzelne Mensch wurde das Maß aller Dinge. Aus dieser Weltsicht entstand auch die Demokratie.

Für diese Ideen kämpften die Griechen in den Perserkriegen, später brachte Alexander der Große sie nach Asien und Afrika („Hellenismus”). Zu „Europa” kann also gehören, wer sich zu den europäischen Werten der Freiheit, Demokratie und des politischen Pluralismus bekennt.

Neben dem griechischen Ideengut, so Professor von Haehling, hätten auch römisches Recht und das Christentum den Gedanken Europa geformt. Umso bedauerlicher sei es, dass beim Entwurf zur Europäischen Verfassung der Gottesbezug ausgeklammert worden sei.

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