Euregio Verkehrsschienennetz GmbH setzt Gutachter ein

Bahnstrecke Siersdorf – Alsdorf-Mariagrube : Gutachter soll Sanierungsaufwand ermitteln

Noch bis Mai werden die Reinigungsarbeiten auf der alten DB-Strecke zwischen Siersdorf und Mariagrube dauern, sagt EVS-Geschäftsführer Christian Hartrampf. Dann werde man sich die Strecke genau ansehen und den Aufwand für die Reaktivierung ermitteln.

Dazu gehöre es, die Trasse von einem Spezialfahrzeug befahren zu lassen, um Vermessungen vorzunehmen.

Im Vorfeld war aufgrund von Erfahrungswerten die Rede von einem Aufwand in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Aber da sei noch nicht die Rede von einer Elektrifizierung der Strecke.

Zuversichtlich ist Hartrampf, dass die vier Eisenbahnbrücken noch tragfähig sind – vorbehaltlich der Prüfung. „Über die Brückenbauwerke sind früher schwere Kohlezüge gefahren, in Zukunft sollen dort weitaus leichtere Personenzüge verkehren.“ Er geht davon aus, dass der Untergrund der Gleise bis auf nachzubessernde Stellen stabil ist. „Weil eben jahrelang schwere Güterzüge darüber gerollt sind, müsste der Untergrund stark verdichtet sein. Da wären wir gut beraten, das so zu belassen.“

Foto: ZVA/Grafik

Festzustellen sei, wie belastet der Schotter ist. Früher wurden die Holzschwellen mit Teer imprägniert, das sei nicht mehr das Standardverfahren. Dass die Anlage wohl noch recht gut erhalten ist, sei auf die gute Entwässerung im Streckenverlauf zurückzuführen.

Da die Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) „Besteller“ des Personenverkehrs sei, müsse diese auch für die entsprechende Bezuschussung bzw. Finanzierung der Streckenreaktivierung sorgen, wie Hartrampfs Geschäftsführerkollege Thomas Fürpeil sagt. Dabei werde sich der NVR natürlich um Zuschüsse des Landes und des Bundes kümmern.

Intensiv werde derzeit mit den anliegenden Kommunen, hier Alsdorf, Baesweiler und Aldenhoven, über die Positionierung von Haltestellen gesprochen. Gerade im Bereich Hoengen, wo die Bahnlinie auf einem Damm verlaufe, sei dies eine große Herausforderung.

Fest im Blick habe die EVS die weitere Verlängerung der Strecke durch Neubau „angeschmiegt“ an die im Bau befindliche Trasse der L 50n nach Baesweiler und darüber hinaus die Verlängerung in Richtung Baesweiler Gewerbegebiet. Mit Blick auf die Konstellation der drei Bahnprojekte Brain-Train, Regio-Tram und Verlängerung Euregiobahn könnte Baesweiler zu einem neuen Bahnknotenpunkt werden, sagte Hartrampf.

(-ks-)
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