Würselen: „Euchen hat Zukunft“: Stück Aachener Landgraben sichtbar gemacht

Würselen: „Euchen hat Zukunft“: Stück Aachener Landgraben sichtbar gemacht

Der Arbeitskreis „Euchen hat Zukunft“ veranstaltete bei herrlichem Frühlingswetter den dritten Dorfwanderung durch die Feldflur zwischen Euchen und Weiden. Dabei konnte den Wanderern auch ein rund 20 Meter langes rekonstruiertes Stück des Aachener Landgrabens vorgestellt werden.

Dem Euchener Heimat- und Geschichtsverein ist es durch die tatkräftige Unterstützung der Kommunalen Dienstleistungsbetriebe (KDW) gelungen, nahe der Umgehungsstraße ein Stück Lokalgeschichte zu veranschaulichen und begreifbar zu machen. Der Geschäftsführer des Vereins, Dr. Bruno Weyers, bedankte sich nicht nur bei KDW-Betriebsleiter Franz-Josef Mahr, sondern auch bei den übrigen Helfern, bei Försterin Susanne Gohde, und bei Bettina Püll von der städtischen Abteilung Planung und Umwelt sowie bei der Sparkasse Aachen. Der Arbeitskreis hatte an historischer Stätte ein reichhaltiges Picknick vorbereitet, so dass die „Einweihung“ gebührend gefeiert wurde.

Wie Dr. Weyers erläuterte, entstand bedingt durch den Bau der Landstraße 223 in der Feldflur zwischen Weiden und Euchen eine Ausgleichsfläche. Das sei zufällig exakt an der Stelle der Fall gewesen, an der der ehemalige Aachener Landgraben in nahezu gerader Linie vom Weidener Jodokusplatz kommend, dem Dorf Euchen am nächsten kam und dann in Richtung Birk abknickte.

Der Landgraben sei die Grenzbefestigung des Aachener Reiches gewesen. Sie habe vom 15. bis Ende des 18. Jahrhunderts dieses vom Herzogtum Jülich, zu dem Euchen gehörte, getrennt. Die Grenzbefestigung bestand aus einem oder mehren Erdwällen, die von Gräben flankiert wurden. Die Wälle waren mit Hecken aus miteinander verflochtenen Hainbuchen — Gebück genannt — und Dornensträuchern — Gedörn genannt — bewachsen. An manchen Stellen — so Dr. Weyers — habe es zusätzlich Wachtürme gegeben. Die Durchgänge — Grindel genannt — waren mit Schlagbäumen versehen.

(ehg)