Würselen: Erster Spatenstich für die neue Notfallpraxis

Würselen : Erster Spatenstich für die neue Notfallpraxis

Hätten sich die Verantwortlichen für den Spatenstich der neuen Kassenärztlichen Notfallpraxis am Standort Marienhöhe des Rhein-Maas Klinikums (RMK) einen bestimmten Tag aussuchen dürfen, wäre die Wahl vermutlich auf einen sonnigen mit blauem Himmel im Sommer gefallen.

Weil bei Bauvorhaben, aber nicht das Wetter, sondern die Fertigstellung das Ziel ist, wurde mit dem Bau am Montagnachmittag bei kalten Temperaturen und Schneeregen begonnen. Der Neubau inklusive der Anpassungsarbeiten für die eigene Notfallmedizin wird etwa 400.000 Euro kosten und soll bereits in fünf Monaten, also Anfang Juni, fertiggestellt sein.

Für Geschäftsführer René A. Bostelaar ist der Neubau eine gute Investition. Durch die KV-Praxis habe man bessere Möglichkeiten auch in Zusammenarbeit mit der Notaufnahme die Patienten bestmöglich zu versorgen. Das sieht auch Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KNVO) so.

Er sagte, er sei dankbar, dass die Verantwortlichen sich gemeinschaftlich für diesen Standort entschieden haben. Die Alternative wäre gewesen, dass Patienten den Bereitschaftsdienst des Universitätsklinikums Aachen bei Notfällen hätten aufsuchen müssen. „Mit der KV-Praxis an diesem Standort können wir die Versorgung für die nächsten Jahre hoffentlich sicherstellen“, sagte Nossek.

Die Verlagerung der Notfallmedizin von Bardenberg nach Marienhöhe hat damals zu einem Bruch in dem Zusammenwirken mit der in Bardenberg verbliebenen Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) geführt. Viele Patienten steuern bei gesundheitlichen Probleme gleich die Marienhöhe an. Das soll mit dem Neubau am Standort Marienhöhe Geschichte sein.

Der Bauantrag zur Unterbringung der Notfallpraxis am RMK in Marienhöhe ist im August der Stadt Würselen zugegangen. Eine Genehmigung erfolgte schnell. Die KV, so die Vereinbarung, will die Räume mieten. Die KV-Praxis erhält einen eigenen Zugang neben dem Haupteingang des Krankenhauses.

Die Notfallaufnahme des RMK bleibt auf bisherigem Wege erreichbar, wird aber räumlich direkt parallel zur Notfallpraxis, die von den niedergelassenen Ärzte getragen wird, zusammengefasst. Das erleichtert die Überstellung eines Patienten von der Notfallpraxis in die Notfallaufnahme des Krankenhauses, wenn das medizinisch geboten ist.

Die Verantwortlichen betonten anlässlich des Spatenstichs, dass KV-Praxis und Notfallaufnahme von gleich wichtiger Bedeutung seien. Die Aufnahmequote liegt übrigens bei 56 Prozent. Heißt: Jeder Zweite, der das Krankenhaus ansteuert, wird anschließend stationär behandelt.

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