Verzögerte Fördergelder: Erfreulicher Andrang im Projektbüro

Verzögerte Fördergelder : Erfreulicher Andrang im Projektbüro

Die lange Dauer der Regierungsbildung auf Bundesebene hat direkte Auswirkungen auf die Kommunen – Bewilligungsbescheide für geplante Projekte treffen später ein, als mit ihnen ursprünglich zu rechnen gewesen wäre.

Entsprechend verspätet können erst die Maßnahmen im Zuge des sogenannten Integrierten Handlungskonzepts (InHK) beginnen, des längst bewilligten Rahmenkonzepts zur Attraktivitätssteigerung und Stärkung des Einzelhandels-, Arbeits- und Wohnstandortes Herzogenrath-Mitte. Jede der im Gesamtkonzept vorgesehenen und mit Städtebaufördermitteln des Landes NRW bezuschussten rund 60 Einzelmaßnahmen für die Innenstadt muss konkretisiert und, auf jährliche Förderanträge zugeschnitten, beantragt werden, Laufzeit bis inklusive 2022.

Rund 150 Ideen gesammelt

Mitte Juli hat Christoph Küpper, Stadt- und Regionalplaner beim Aachener Büro BKR, die auf vier Jahre ausgelegte Funktion des Innenstadtmanagers aufgenommen. Zweimal wöchentlich, dienstags und donnerstags, ist er im eigens eingerichteten Büro an der Kleikstraße 32 präsent – und „sehr erfreut“ über die gute Resonanz aus der Bevölkerung, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. Zeitweise habe sogar großer  Andrang im Ladenlokal geherrscht, wo Interessierte sich gründlich kundig machen können, was denn alles so vorgesehen ist, um Herzogenraths City nach vorne zu bringen, und wie sich die Bürger aktiv dabei einbringen können.

Rund 150 Ideen hat Küpper bislang aufgenommen, „zu allen möglichen Bereichen und Projekten, aber auch allgemeine Hinweise“. Letzteres umfasste vielfach auch den Wunsch nach „mehr Bürgernähe“, wie Küpper darlegt. Etwa durch ein Servicebüro der Stadtverwaltung im Zentrum. Besonders viele Gedanken machen die Menschen sich um das Leben in der Innenstadt, und wie man einer Abwärtsspirale in Sachen Einzelhandel und Gastronomie entgegenwirken könne. „Attraktive Schaufenster“ und „mehr Außengastronomie“ sind dabei vielgenannte Vorschläge.

Herzogenrath-Mitte im Wandel: Bürger zeigen großes Interesse an den Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Die Bewilligungsbescheide indes kommen verspätet. Foto: grafik

Siegerehrung am 8. November

Aktiv mitgewirkt haben die Bürger auch schon auf ganz praktische Weise: durchs Probesitzen auf zwei vorausgewählten Sitzbankmodellen für die City. Für alle, die es noch nicht wissen, hier noch einmal: Modell Vera (Bank B) kam am besten an.

Die Sieger des begleitenden Preisausschreibens werden am 8. November im Projektbüro bekanntgegeben. Und noch in diesem Jahr soll die Erneuerung der „Stadtmöblierung“, sprich der Bänke, Papierkörbe und Fahrradständer, vollzogen werden, wie Küpper erläutert. Denn für dieses Teilprojekt, das zur Harmonisierung und damit zur Verschönerung des Stadtbilds beitragen soll, wurde ein vorgezogener Maßnahmenbeginn beantragt, die Zusage ist in dieser Woche eingetroffen.

Wo und wie viele Bänke es im Innenstadtbereich künftig geben soll, wird derzeit erarbeitet. Die fertige Planung kann zu gegebener Zeit im Projektbüro in Augenschein genommen werden, sukzessive soll dann die Umsetzung erfolgen. Auch hierzu gab es Bürgerwünsche, nämlich die Zahl der Fahrradabstellmöglichkeiten zu erhöhen.

Workshop zur Bahnbrücke

Für 2017 bereits bewilligt war die Umsetzung des Beleuchtungskonzepts, um prägnante Gebäude per besonderer Illumination hervorzuheben. Nicht nur besonders interessante oder unter Denkmalschutz stehende öffentliche, sondern auch private Gebäude stehen auf der Vorschlagsliste, Kostenansätze sind auch errechnet. Jetzt gilt es, die Bereitschaft bei den Besitzern abzuklären. Denkbar wäre unter anderem auch, die Bahnbrücke lichttechnisch in Szene zu setzen, was natürlich mit der Bahn AG abzuklären wäre, sagt Küpper.

Die Brücke selbst, so ein weiteres Projekt für dieses Jahr, das noch auf den Bewilligungsbescheid wartet, soll gestalterisch aufgewertet werden. Wandbilder im Trompe-l’œil, einer Malerei, die mittels Perspektive Dreidimensionalität vortäuscht, schwebt den Planern hier vor. Quasi eine malerische Erweiterung des urbanen Lebens. Was genau dargestellt wird, soll Thema eines Workshops mit Bürgern und Anliegern sein.

In absehbarer Zeit verändern wird sich auch das Umfeld der Brücke, um eine weitere für dieses Jahr zur Bewilligung anstehende Maßnahme umzusetzen, nämlich – kriminalpräventiv – den bislang versteckten Fußweg vom Parkplatz am Schürhof zur Kleikstraße hin zu öffnen. Den Flachbau unterhalb der Brücke habe die Stadt deswegen bereits erworben, um ihn abzureißen und die Fläche neu zu gestalten.

Maßnahmen in Vorbereitung des vorgestellten Projekts „Wohnen an der Wurmpromenade“ nach Plänen des Geilenkirchener Büros Claudia Weber Architektur stehen ebenfalls in absehbarer Zeit an, die den Abbruch des früheren Supermarktgebäudes umfassen. Unter anderem ist dort auch eine Außengastronomie angedacht.

Maßnahmen in Vorbereitung des vorgestellten Projekts „Wohnen an der Wurmpromenade“ nach Plänen des Geilenkirchener Büros Claudia Weber Architektur, die den Abbruch des früheren Supermarktgebäudes umfassen, stehen in absehbarer Zeit an. Unter anderem ist dort auch eine Außengastronomie angedacht. Foto: Beatrix Oprée

Website im Aufbau

Was die Umgestaltung des Ferdinand-Schmetz-Platzes in Gänze angeht, so schwebt den Planern ebenfalls ein Werkstattverfahren vor. Zurzeit erarbeitet werden die Details für den Förderantrag zur Umgestaltung des Bereichs vor der Kirche St. Mariä Himmelfahrt an der Kleikstraße, der 2019 bewilligt werden soll.

Eine Website www.herzogenrath-mitte.jetzt mit allen Infos zum Thema ist derzeit im Aufbau.

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