Baesweiler: Engagiertes Tafel-Teamsteckt voller Energie

Baesweiler: Engagiertes Tafel-Teamsteckt voller Energie

Kisten voller Blumenkohl und Kohlrabi stehen neben Körben voller Brot, am Rand sind Kartoffelsäcke gestapelt. Christa Leulleik sortiert Pfirsiche in eine Obstkiste, während Sylvia Pütz einige Blätter Lauch von den Stangen entfernt.

Das geschäftige Treiben reißt nicht ab. Die Frauen und Männer, die hier Lebensmittel sortieren und Verdorbenes entsorgen, haben die Zeit im Nacken. Denn vor der Tür des Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde in Setterich stehen bereits die ersten Kunden der Baesweiler Tafel.

Es ist der erste Tag der Ausgabe nach den dreiwöchigen Ferien. „Wir haben die Tafel geschlossen, weil viele unserer Mitarbeiter im Urlaub waren”, erklärt der Vorsitzende Willy Feldeisen, „sonst hätten wir einen Engpass gehabt.” Jetzt sind alle wieder voller Energie.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in den Kellerräumen die Vorbereitungen treffen, haben sich auf heute gefreut. „Ich bin gerne hier”, sagt Hermine Kockelmann. „Wir sind ein schönes Team, passen gut zusammen.” Diese „sinnvolle Aufgabe” macht auch Christa Leulleik gern.

Rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt die Tafel in Baesweiler, die in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen feiert.

Nachdem die Ware mit Transportern von den Händlern abgeholt wurde, zwischen drei und vier Männer sind morgens hierfür unterwegs, werden die Lebensmittel von Frauen, die in festen Gruppen mit fünf bis sieben Helferinnen eingeteilt sind, sortiert.

Einen richtigen kleinen Markt bauen sie so innerhalb von eineinhalb Stunden auf: Salat und Gemüse liegen aufgereiht nebeneinander, Küchenkräuter stehen auf der Fensterbank, dann kommen Erdbeeren, Melonen, Weintrauben. Daran schließt sich die Brot- und Gebäck-Theke an. „Brot gibt es immer genug”, erzählt Sofia Sander, 2. Vereinsvorsitzende. An diesem Tag können sogar 17 Bleche mit Kuchen und Teilchen verteilt werden. Obstkuchen, Blätterteiggebäck, Kekse - die Auswahl ist groß.

Die Kunden - zwischen 65 und 90 kommen zweimal in der Woche - gehen mit einer Bedienung durch den Raum und können Wünsche äußern, anfassen dürfen sie aus Hygienegründen nichts. Abhängig von der Größe der Familie und dem Angebot geben die Mitarbeiter die Waren heraus.

Aufgrund des begrenzten Angebots müssen sich die Kunden aber entscheiden: Obst oder Gemüse. Hinzu kommen Wurst und Käse, Eier und Milch, die in Kühlschränken in einem Nebenraum gelagert werden. „Joghurt ist sehr beliebt”, sagt Sofia Sander. Glück für die Kunden: Von Joghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Pudding steht an diesem Tag eine große Auswahl zur Verfügung. Es ist ein guter „Tafel-Tag”, sagt die 2. Vorsitzende. Die Discounter, Bäcker und Bauern der Umgebung haben viele Lebensmittel ausgegeben.

Das „gute Verhältnis zu den Kunden” schätzt Hermine Kockelmann sehr. „Sie sind ehrlich. Wenn sie etwas nicht brauchen, sagen sie das auch”, ist ihre Erfahrung.

Gute Teamarbeit - die wird bei der Baesweiler Tafel groß geschrieben. Und so ist, bevor die Kunden eingelassen werden, noch Zeit für einen gemeinsamen Kaffee unter den ehrenamtlichen Helfern. Es wird erzählt, geklönt. „Ohne die Ehrenamtler geht es nicht”, betont Sofia Sander. „Ohne die könnten wir die Tafel zumachen.”

Dem schließt sich auch Willy Feldeisen an: „Wir haben von Beginn an viel investiert. Wenn die Unterstützung von unseren Mitarbeitern oder den Sponsoren irgendwann einmal ausbleibt, das wäre schlimm. Wir möchten so lange wie möglich und so gut wie bisher mit allen weiterarbeiten, wie es geht.”

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