Alsdorf: Energeticon weiterentwickeln: Neuer Geschäftsführer und neues Personal

Alsdorf : Energeticon weiterentwickeln: Neuer Geschäftsführer und neues Personal

Das Energeticon in Alsdorf wird personell und strukturell weiterentwickelt. Ab 2008 hatte Geschäftsführer Harald Richter an der Konzeption und der Einrichtung dieses Erlebnismuseums gearbeitet und nach Eröffnung im September 2014 vier Jahre die Geschicke dieses Dokumentationszentrums für historische (fossile) und regenerative Energieformen geleitet.

Nun überreichte ihm Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders die „Urkunde für Versetzung in den Ruhestand“ — und viel Lob seitens der Stadt und der Gesellschafter Städteregion Aachen und Landschaftsverband Rheinland wurden Richter zuteil.

Sichtlich bewegt sprach er von einer Teamleistung und „seinen Leuten“, die mit ihm das Energeticon aufgebaut haben. „Ich hoffe schon, dass ich etwas nützlich für den Strukturwandel war.“ Ab 1. September übernimmt Thomas König, seit 20 Jahren bei der Städteregion Aachen und Leiter der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa, die Geschäftsführung der Einrichtung .

„Erlebnisraum Aachener Revier“

König (40) stammt aus Viersen, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er studierte an der RWTH Aachen Geografie, Wirtschaftsgeografie und Volkswirtschaften. Der Wirtschaftsförderer der Städteregion gilt als der „Vater“ des Konzepts „Erlebnisraum Aachener Revier“.

Genauer betrachtet, ist seine Berufung zum Geschäftsführer logische Konsequenz der Neuausrichtung der Energeticon-Gesellschaft, wie stellvertretender Städteregionsrat Axel Wirtz und Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders deutlich machten. Zehn Jahre lang hatte die Stadtverwaltung Alsdorf Richter für diese Aufgabe abgestellt und weitere erhebliche Beiträge als Anschub für das Dokumentationszentrum geleistet, sagte Sonders.

„Das war gut investiert. Das Energeticon hat als außerschulischer Lernort und Tagungsstätte Alsdorf in der Region und darüber hinaus bekannt gemacht.“ In den Gesprächen mit den Gesellschaftern habe man die Übereinkunft erzielt, dass der Landschaftsverband Rheinland seinen Anteil von 50 auf 53 Prozent steigert und bis zu 170.000 Euro pro Jahr an Zuschüssen zahlt. Die Städteregion stellt den Geschäftsführer, der mit vier weiteren Kollegen im Energeticon Einzug hält, hält nun 25 Prozent der Anteile und schießt im Jahr bis zu 50.000 Euro zu.

„Wir haben dafür große Unterstützung im politischen Bereich gefunden und sind gerade Städteregionsrat Helmut Etschenberg sehr dankbar“, sagte Bürgermeister Sonders. Alsdorf verbleiben 17 Prozent, die Standortstadt gibt bis zu 40.000 Euro hinzu, also 10.000 weniger als zuvor, und kommt auch nicht mehr für das Gehalt des Geschäftsführers auf. Der Verein Pro Energeticon und Bergbaumuseumsverein halten noch je 2,5 Prozent. Baesweiler, Herzogenrath, Eschweiler und Stolberg scheiden als Gesellschafter aus.

Mit dieser Schwerpunktverlagerung in der Gesellschafterversammlung und dem höheren jährlichen Zuschuss in Gesamthöhe von 260.000 Euro sehen die Verantwortlichen das Energeticon für die Zukunft gut aufgestellt aus. „Wir müssen die Realität anerkennen, dass eine solche Einrichtung bei allen Bemühungen, Kosten zu senken und Erträge zu erhöhen, nicht ohne einen angemessenen Zuschuss auskommt“, sagte Sonders. Museumsexperten hätten zudem deutlich gemacht, dass die jährlichen Zuschüsse für das Energeticon vergleichsweise niedrig seien.

Außerschulischer Lernort

Das Energeticon sei sehr erfolgreich als außerschulischer Lernort und ziehe viele Schulklassen auch von außerhalb dank der sehr guten Verkehrsanbindung auch über die Euregiobahn an. Das sei aber ein Zuschussbereich. „Wir hätten uns mehr Erwachsene Vollzahler erhofft, aber mit durch Bündelung mit neuen Aktivitäten hoffe man auf mehr Publikum, so Sonders.

Denn die größere Rolle der Städteregion besteht nicht nur in dem höheren finanziellen Engagement inklusive Gestellung des Geschäftsführers. So soll mit dem Einzug von König das Energeticon Standort der zentralen Informationsstelle für Tourismus im Nordkreis werden. Zudem werde dort eine Anlaufstelle für Radtouristen eingerichtet. Dafür wird am Haupteingang der Vorplatz etwas umgestaltet

Ausdruck der größeren Rolle des Landschaftsverbandes ist, dass Nicole Susanne Weiden-Luffy den Vorsitz der Energeticon-Gesellschafterversammlung übernimmt.

Der „Neue“ König sagte: „Ich habe richtig Bock auf das Energeticon!“ Mit der Stabsstelle Tourismus werde die Einrichtung erst recht zu einer „Top-Adresse“, was neue Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten eröffne.

Ein brandneues Projekt: Mit dem 1. September wird laut König im Energeticon ein neuer Ausbildungsgang für Tourismus und Freizeit eingerichtet. In der nächsten Woche würden die ersten Bewerbungsgespräche laufen. Und Interessenten könnten sich hierfür auch noch bewerben — allerdings müsste das schnell gehen.Weitere Informationen über das Energeticon nebst Kontakt gibt es unter www.energeticon.de

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