Alsdorf: Eltern und Kinder aktiv unterstützen

Alsdorf: Eltern und Kinder aktiv unterstützen

Helfen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist - oder gar Schlimmers passiert. Das hat sich das „Netzwerk Frühe Hilfe in der Stadt Alsdorf” auf die Fahnen geschrieben. Jetzt unterzeichneten die Kooperationspartner - mehr als 30 Einrichtungen und Akteure aus Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowie aus dem Bereich Bildung - die Vereinbarung zur Kooperation.

30 Partner, aber ein Ziel: „Allen werdenden Eltern, Eltern und deren Kindern in Alsdorf frühzeitig Hilfe anzubieten und eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung zu unterstützen. Kindern soll das Aufwachsen in einer entwicklungsfördernden Umgebung, möglichst in ihrer Familie ermöglicht werden”, heißt es in der Präambel der Vereinbarung.

Erstbesuche bei jungen Familien

Herbert Heinrichs, Leiter des Jugendamtes der Stadt Alsdorf, hat tagtäglich mit Fällen zu tun, bei denen man meilenweit von diesen Zielen entfernt ist. Aber er weiß auch: „Wir müssen alleine schon aus rein finanziellen Mitteln frühzeitig aktiv werden. Denn die Maßnahmen zu bezahlen, wenn alles bereits zu spät ist, ist deutlich teurer.” Heinrichs hat auch festgestellt: „Hilfe, die früh angeboten wird, wird noch gerne angenommen.” So seien Erstbesuche bei jungen Familien durch Mitarbeiter des Jugendamtes effektive Schritte, die Hemmschwelle, Hilfe in seinem Dezernat zu suchen, deutlich herabgesetzt. In Alsdorf erhält jede Familie mit Kinderzuwachs einen solchen Besuch, als Begrüßungsgeschenk für das Neugeborene gibt es ein „Babypaket”.

„Unser Amt bekommt dadurch ein Gesicht. Und weil jede junge Familie besucht wird, liegt auch keine Wertung in der Visitation”, weiß Herbert Heinrichs. Auch wenn die Steuerungs- und Gesamtverantwortung beim Fachgebiet Jugend der Stadt liegt, entwickelt und initiiert das Diakonische Werk die Vernetzungsstruktur zwischen den Trägern und Einrichtungen. „Was ganz neu ist an dieser Kooperation, ist die interdiszipinäre Zusammenarbeit, etwa auch mit freiberuflichen Kollegen, besonders etwa aus dem Gesundheitsbereich”, betont Armin Carduck, Abteilungsleiter des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Aachen. So säßen beispielsweise Ärzte, Hebammen oder Logopäden mit im „Präventions-Boot”.

Präventive Elternarbeit

Neben der direkten Hilfe bei Problemen und Notfällen in Familien hat sich das Netzwerk auch zur Aufgabe gemacht, den Blick in die Zukunft zu richten und, wie Armin Carduck erläutert, „Bedarfe zur präventiven Elternarbeit zu generieren, Angebote zu entwickeln, und dazu Ressourcen und Stärken zusammen zu bringen sowie Kräfte zu bündeln”. So wolle man gemeinsam im Netzwerk Antworten auf häufig auftretende Probleme erarbeiten.

Stephan Spaltner, Dezernet der Stadt Alsdorf für Soziales, Jugend, Schule und Sport, formuliert mit Nachdruck den wichtigsten Aspekt der Vereinbarung im Sinne der Prävention: „Wir möchten ganz klar machen, dass wir für die Kinder und Familien da sind. Es geht nicht darum, Familien, die Probleme haben, zu stigmatisieren, sondern echte Hilfe und Unterstützung zu leisten, damit Eltern und Kinder zusammenbleiben können.”

Wer Informationen oder Hilfen benötigt, kann sich an die „Projektstelle Frühe Hilfen für Familien in Alsdorf”, Otto-Wels-Straße 2b, wenden. Oder telefonisch Kontakt aufnehmen unter Tel. 02404/ 949512.