Alsdorf: Eine ewige Baustelle: Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Alsdorf : Eine ewige Baustelle: Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Man könnte fast den Eindruck haben, an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf würde sich Sisyphos abmühen. Kaum ist ein Trakt saniert oder überholt, wird schon die nächste Baustelle aufgemacht. Ganz so ist es nicht, aber de facto ist die Gesamtschule Am Klött der städtische Bau mit dem höchsten Aufwand und den höchsten Kosten — wenn man den Kultur- und Bildungszentrums-Komplex mal außen vorlässt.

Die „Bauherrin“, die GSG Grund- und Stadtentwicklung, hatte jüngst wieder einen umfassenden Bericht über den brandschutztechnischen und energetischen Sanierungsstand an öffentlichen Gebäuden vorgelegt. Bei der Gesamtschule sind nun ein paar Meilensteine erreicht: Einen (vorläufigen) Deckel kann man auf die Dreifachturnhalle machen. Kosten: rund 1,4 Millionen Euro, wobei ein geringer Anteil in die Beleuchtung eines Schulgebäudetrakts geflossen ist.

Die rechteckigen, hellen Paneele in den Deckenverstrebungen des Pädagogischen Zentrums (PZ, linkes Bild) haben nicht die von der Schulleitung erwünschte Wirkung gezeigt — mit anderen Worten: Es ist immer noch zu laut. Die Duschen sind zum Teil erneuert, die Sporthalle hat dank der neuen Heizung auch einen neuen Boden. Das meiste Geld ist allerdings hinter verschlossene Türen geflossen: in die Technik (u.r.). Foto: Verena Müller

„Durch das Kommunale Investitionsförderungsgesetz haben wir die Möglichkeit einer energetischen Sanierung, die zu 90 Prozent gefördert wird“, erklärte bei der Ortsbegehung die Technische Geschäftsführerin der GSG, Kathrin Koppe. Dadurch, dass man sich gegen die übliche Deckenstrahlerheizung und für eine Fußbodenheizung entschieden habe, habe man den alten Boden durch einen sogenannten Sandwichboden ersetzen können.

Der Bau mit den markanten, gelben Fensterrahmen: Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf wird weiter auf Vordermann gebracht. Bald steht außerdem eine Erweiterung an. Foto: Verena Müller

Die Heizungs-, Warm- und Trinkwasseraufbereitungsanlage sowie Elektronik und Belüftung seien erneuert worden — und hier verstecken sich auch die „Millionen“. Denn das teuerste Stück ist tatsächlich die Heizung. Die Duschen sind auf Vordermann gebracht — hier erwiesen sich die Fliesen als solide, die Armaturen dagegen hatten ausgedient. Der Zustand der Duschen war, nebenbei bemerkt, auch von Vereinen moniert worden, die den Sportplatz außerhalb der Schulsportzeiten nutzen.

Der Bau mit den markanten, gelben Fensterrahmen: Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf wird weiter auf Vordermann gebracht. Bald steht außerdem eine Erweiterung an. Foto: Verena Müller

Noch nicht in Angriff genommen ist ein neuer Prallschutz an den Wänden der Turnhalle (vergleichbar mit dem im Kubiz oder der Mehrzweckhalle Hoengen) sowie ein Ersetzen der Trennwände und eine Modernisierung der ausfahrbaren Tribüne.

Die rechteckigen, hellen Paneele in den Deckenverstrebungen des Pädagogischen Zentrums (PZ, linkes Bild) haben nicht die von der Schulleitung erwünschte Wirkung gezeigt — mit anderen Worten: Es ist immer noch zu laut. Die Duschen sind zum Teil erneuert, die Sporthalle hat dank der neuen Heizung auch einen neuen Boden. Das meiste Geld ist allerdings hinter verschlossene Türen geflossen: in die Technik (u.r.). Foto: Verena Müller

„Wir haben immer nur zehn Wochen im Jahr Zeit, in denen wir bauen können. Das ist schon sehr sportlich“, erläuterte der Architekt der GSG, Andreas Gesell, zum Fortschritt.

Kathrin Koppe und Andreas Gesell von der GSG Grund- und Stadtentwicklung. Foto: Verena Müller

Derweil sind am Techniktrakt die Fenster ausgetaucht worden, was durch die große Ähnlichkeit mit den alten Modellen auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Kosten: 100.000 Euro.

Aachen. Hier folgt der Grundtext. Foto: Verena Müller

Mit anderen Mitteln gefördert, nämlich über die „Gute Schule 2020“, ist die Verbesserung der Akustik in Pädagogischem Zentrum (PZ) und Mensa. In die bestehenden Deckenkonstruktionen wurden Paneele integriert, die den Lärm dämpfen sollen. Im PZ mit mäßigem Erfolg, wie Schulleiter Martin May im Schulausschuss kürzlich monierte. Seine Botschaft: „Das war rausgeschmissenes Geld.“ May regte an, man möge die Lautstärke im PZ mal in der Regenpause messen.

Kathrin Koppe erläuterte damals, die Empfindung, dass der Effekt in der Mensa deutlicher spürbar sei als im PZ, sei korrekt. „Harte Wände, harter Fliesenbelag und eine Decke, an der man nicht mehr Absorber anbringen kann“ seien die Ursache. Andersherum formuliert: Auf die Mensafläche kommen in Relation mehr Paneele als im PZ. „Wir werden das noch mal prüfen, aber es ist davon auszugehen, dass keine Verbesserung in dem Maße wie in der Mensa möglich ist“, so Koppe.

Das nächste größere Vorhaben wird die Erweiterung der Gesamtschule sein, die im April des vergangenen Jahres einen höheren Raumbedarf für Sprachförderklassen, zusätzlichen Förderunterricht, Oberstufenunterricht und Differenzierungen angemeldet hatte. Mit fünf neuen Klassenräumen waren im vergangenen Frühjahr gerechnet worden.

Weitere Container, die eine Nutzungsdauer von zehn bis 15 Jahren haben, würden laut grober damaliger Schätzung der Verwaltung rund 600.000 Euro kosten, die favorisierte Festbauweise rund 800.000. Inzwischen soll es aber ein Raum weniger werden. Hier steht noch ein Beschluss im kommenden Gebäudewirtschaftsausschuss aus. Das wäre nicht die erste Erweiterung der Schule: Vier Klassen stehen bereits seitlich vor dem Haupteingang in Containerbauweise.