Herzogenrath: Eine eindrucksvolle Installation präsentiert

Herzogenrath: Eine eindrucksvolle Installation präsentiert

Immer wieder schreibt das „Forum für Kunst und Kultur Herzogenrath in der Euregio” mit seinen Aktionen und Ausstellungen im Eurode-Kulturbahnhof Erfolgsgeschichten - zumal dem qualitativen Gehalt der Präsentationen nach. Das ist dem Forumsvorsitzenden Professor Fritz Rohde und seinen Mitstreitern auch mit der jüngsten Schau wieder gelungen - obwohl die am Samstag begonnen hat und am Sonntag schon wieder zu Ende war.

Mit einer breiten Papierbahn und etwas technischem Zubehör schuf die Aachenerin Christine Stamer den Phänomenen (so der Titel der Installation) „papier - wasser - zeit” ein eindrucksvolles Bild und bezog dabei auch die Dachbalken des 1853 fertig gestellten Bahnhofs mit ein.

Unterhalb der Balken nämlich war das zentrale und augenfälligste Element des Platz greifenden Kunstwerks, eine breite Papierbahn, die von oben in den Raum hinein lief, befestigt. Diese Bahn hatte Stamer in regelmäßigen Abständen mit Wasser bearbeitet und zudem Farbe darauf gesprüht.

Den Prozess der Veränderung wurde von einer Kamera aufgenommen und, während die Gäste der Eröffnung, die gleichzeitig die Finissage war, die Installation in Augenschein nahmen, an der Wand als Projektion in Echtzeit ablief. In der Summe wirkte Christine Stamers Schöpfung durch seine immense Poesie, durch das Wechselspiel von Offensichtlichem und (was den Entstehungsprozess betraf) Verborgenem.

Originelle Gedankensprünge

Doch die Gäste des Forums erwartete nicht nur die Begegnung mit der Kunst an sich, sondern zudem eine Podiumsdiskussion, bei der unter anderem ein Philosophie-Lehrer, ein Physiker sowie ein ehemaliger Rektor des Dürener Burgau-Gymnasiums und angehender Uhrmacher (Christine Stamers Mann Heinz Mundschau) das Phänomen „Zeit” erörterten.

Dieser Diskurs vor zahlreich versammelten Publikum brachte den Zuhörer viele originelle Gedankensprünge und Aussagen - so zum Beispiel die Feststellung des Kunstexperten Dr. Georg Bussmann: „Wer Kunst betrachtet, gewinnt ein Gefühl von Gegenwart.”

Und wenn Heinz Mundschau Zeit und Uhr zusammenbrachte, um damit die Erinnerung an bestimmte Zäsuren (s)einer Biographie wie die Konfirmation zu verbinden, eröffnete auch das neue, sehr persönliche Perspektiven in der Betrachtung des Phänomens - ebenso wie die ebenso allgemein verständlichen wie profunden Beiträge des Naturwissenschaftlers Professor Dr. Hans Lüth.

Mehr von Aachener Nachrichten