Würselen: Ein zweites Leben für das Friedensdorf

Würselen : Ein zweites Leben für das Friedensdorf

Monika Hauf hat längst während ihrer Rente eine Aufgabe gefunden. „Ich war viele Male im Friedensdorf Oberhausen.“ Um die Menschen dort zu unterstützen, nimmt sich Hauf viele Zeit. Das ist für sie ein wichtiger Lebensinhalt. Die Initiative Friedensdorf nimmt Kinder aus Kriegs- und Kriesengebieten auf, um sie medizinisch und psychologisch zu betreuen.

Die 68-Jährige kennt keine Langeweile. „Ich sehe, was in meiner Umgebung zu tun ist“, sagt die Würselenerin, die in der sächsischen Kreisstadt Schkeuditz bei Leipzig geboren ist. Schon mit vier Jahren kam sie in die Düvelstadt. Damals durfte die evangelische Familie noch aus der ehemaligen DDR ausreisen. Zur Grund- und Hauptschule ist Monika Hauf in der Grevenberger Straße gegangen. Das war früher eine evangelische Schule.

Heute ist es die katholische Sebastianusschule, die in den alten Gemäuern untergebracht ist. Danach machte Monika Hauf eine Lehre und heiratete schon wenige Tage vor ihrem 18. Geburtstag. „Das ging nur mit der Genehmigung meiner Eltern“, erinnert sich Hauf, die 31 Jahre verheiratet war, als ihr Mann starb. Dann lernte sie Wilhelm Schevardo kennen und ist nun schon 18 Jahre mit ihm zusammen. Glücklich ist sie mit dem ehemaligen Richter, kocht mit ihm, verreist mit ihm und teilt mit ihm ihr Engagement zum Friedensdorf in Oberhausen.

„Seit 2012 kümmert sich Wilhelm darum, Kleiderspenden und andere Spenden für das Friedensdorf zu sammeln“, erinnert sich Monika Hauf an die Anfänge. Seither ist sie dabei. Nimmt große Säcke Kleiderspenden entgegen und lagert die in der Garage.

Längst sind die Spenden für das Friedensdorf in Würselen bekannt und viele Menschen bringen Kleidung, Bettwäsche, Geschirr, Spielzeug. Eben alles, was verteilt und verkauft werden kann.

Seit 1967 hilft das Friedensdorf International verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten. Da werden Kinder kurzfristig zur medizinischen Behandlung nach Deutschland geholt, weil ihnen in ihrem Heimatland nicht geholfen werden kann. Nach der Behandlung — die Ärzte in vielen Krankenhäusern operieren die Kinder kostenlos — werden sie wieder in ihre Heimat zurückgebracht. „Manchmal sind die Kinder zwei Jahre in Deutschland. Da brauchen sie Kleidung und zwar in verschiedenen Größen“, sagt Wilhelm Schevardo, der die Hilfe seiner Lebensgefährtin sehr schätzt.

Bevor wieder ein Transporter nach Oberhausen geht, stapeln sich die Spenden. „In der Garage, in der Wohnung und im Keller des Hauses steht dann alles voll. Da können sie nirgends mehr hintreten“, sagt Monika Hauf, die jetzt eine ganz besondere Auszeichnung bekommen hat.

Die „Medal of Merit“ ist die höchste Auszeichnung von Lions Club International für Nicht-Mitglieder. „Diese Medaille wird für außergewöhnliche Verdienste um Lions Club International und dessen Ziele, die Unterstützung der Kinderhilfsorganisation Friedensdorf in Oberhausen, verliehen“, berichtet Wilhelm Schevado, der selbst dem Lions Club Würselen angehört.

Den Partner unterstützen

„Mir ist es nicht recht, so im Mittelpunkt zu stehen“, sagt Monika Hauf, die sich doch über die Ehrung freut. „Es ist wirklich wichtig, sich für das Friedensdorf zu engagieren. Wenn man einmal da war, und sieht, mit welcher Disziplin die Kinder dort leben, lassen einen die Bilder nicht mehr los.“ Selbst Kinder, die noch so klrein sind, dass sie im Kinderwagen sitzen, müssen schon alleine essen, weil die Mutter fehlt. „Da sind alle Menschen ganz nett zu den Kindern.“

Wenn Monika Hauf nicht nicht die gute Seele für andere Menschen ist, dann sitzt sie gerne im Wintergarten und rätselt. „Früher habe ich mal viel gestrickt“, erinnert sich die Würselenerin mit einem Lächeln. Sie ist gerne in der Natur. Warum stapelt sie dann in Garagen oder Wohnungen Säcke mit Spenden? „Ich bewundere Wilhelm für sein Engagement mit dem Friedensdorf. Und es ist für mich keine Frage, meinen Partner zu unterstützen. Schon gar nicht bei so einer guten Sache wie das Spenden sammeln für die Kinder.“