Ein Toter beim Raser-Unfall auf L240 bei Alsdorf-Hoengen

Schwerer Unfall auf L240 bei Alsdorf : „Grob verkehrswidriges Verhalten“ fordert ein Menschenleben

Ein schrecklicher Unfall auf der Landesstraße 240 bei Alsdorf-Hoengen am Donnerstagabend hat ein Menschenleben gefordert. Zwei weitere Personen wurden lebensbedrohlich verletzt, einer davon konnte von einer Zeugin noch vor Ort wiederbelebt werden. Der Unfallfahrer war laut Polizei viel zu schnell unterwegs gewesen.

Der Unfall ereignete sich laut Polizei um 17.47 Uhr an der Kreuzung zur Jülicher Straße. Die Landesstraße 240 verläuft dort vom Autobahnanschluss Alsdorf der A44 nördlich an Alsdorf vorbei. Beim Eintreffen der Feuerwehr und Polizei bot sich ein Bild der Zerstörung. Der komplette Kreuzungsbereich der L240 beim Abzweig Hoengen – der Jülicher Straße – war mit „Trümmerteilen übersät“, wie es die Feuerwehr mitteilte. In drei zum Teil völlig zerstörten Fahrzeugen stießen die Retter auf drei schwer verletzte Insassen. Es begann ein Kampf um die Leben der zum Teil Eingeschlossenen, den die Ärzte in einem Fall verloren.

Am Freitagmittag gab die Polizei nach Abschluss der ersten Ermittlungen bekannt, wie sich der Unfall abgespielt hatte. Das traurige Ergebnis: „Nach Auswertung der Spuren und Angaben von Zeugen ist derzeit davon auszugehen, dass der schwere Unfall auf ein grob verkehrswidriges Verhalten eines Autofahrers zurückzuführen ist“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen am Freitag.

Beifahrer stirbt nach tragischem Unfall bei Alsdorf

Demnach war ein 45-jähriger Mann aus Langenfeld mit seinem VW Golf mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit” in Richtung Baesweiler gerast – die Tachonadel im Unfallfahrzeug war auf 147 Kilometern pro Stunde stehengeblieben, wie die Polizei bestätigte. An der Kreuzung verlor der Mann die Kontrolle über seinen Wagen und prallte ungebremst gegen den stehenden BMW eines 48-jährigen Alsdorfers, der auf der Linksabbiegerspur wartete. Durch den heftigen Aufprall wurde der BMW auf die Mittelinsel der Kreuzung geschleudert.

Ein großes Aufgebot an Rettungskräften war angerückt, um die Verletzten zu versorgen. Foto: Ralf Roeger

Der Golf des Unfallverursachers wiederum schleuderte in den Gegenverkehr, wo er gegen das entgegenkommende Auto einer 30-jährigen Aachenerin prallte.

Eine Zeugin wird zur Lebensretterin

Den Einsatzkräften bot sich ein Bild der Zerstörung am Unfallort. Foto: Ralf Roeger

Der Fahrer des massiv beschädigten BMW erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Eine unbeteiligte Verkehrsteilnehmerin rettete ihm das Leben, indem sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen begann. Als die Rettungskräfte eintrafen, war die Frau noch bei ihrem lebenserhaltenden Werk. Der Mann konnte reanimiert werden. Er wurde, noch in akuter Lebensgefahr schwebend, in ein Krankenhaus gebracht.

Die Bergung der zwei schwerverletzten Insassen des Golfs gestaltete sich schwierig. Fahrer und Beifahrer waren eingeklemmt und mussten von den Einsatzkräften aus dem Auto geschnitten werden. Der Beifahrer konnte zunächst von den Rettungskräften wiederbelebt werden. Er und der Fahrer wurden, in akuter Lebensgefahr schwebend, in ein Krankenhaus gebracht. Dort konnten die Ärzte das Leben des 43-Jährigen nicht mehr retten: Er verstarb am Freitagmorgen, wie die Polizei später am Tag bekannt gab.

Diese Aufnahme vom Unfallort veröffentlichte die Polizei am folgenden Tag. Zu sehen sind der von den Rettungskräften aufgeschnittene blaue VW Golf, der getroffene weiße Opel Adam und rechts der im Heck getroffene weiße BMW. Foto: Polizei

Die Fahrerin des Opels hatte laut Polizei mittelschwere Verletzungen erlitten. Sie konnte selbst aus ihrem Fahrzeug aussteigen.

Ein Großaufgebot an Rettungs- und Polizeikräften war stundenlang im Einsatz. Insgesamt waren vier Notärzte und sieben Rettungswagen an der Unfallstelle.

Die vielbefahrene Kreuzung wurde komplett gesperrt, der Feierabendverkehr weiträumig umgeleitet. „Es kommt zu erheblichen Verkehrsstörungen“, berichtete ein Polizeisprecher am frühen Abend. Erst gegen 23 Uhr wurde die Straße wieder freigegeben.

Durch die Kollision der Autos liefen erhebliche Mengen an Kraft- und Betriebsflüssigkeiten aus den Wracks, zu derer Beseitigung ein Spezialunternehmen angefordert. Bevor die Unfallstelle allerdings gereinigt werden konnte, musste der Sachverständige der Polizei seine Arbeit beenden.

Die Feuerwehr würdigte das vorbildliche Verhalten der unbeteiligten Verkehrsteilnehmer, insbesondere sei die am Unfallort begonnene „Reanimation des BMW-Fahrers „anerkennend hervorzuheben“.

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(red/pol)
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