Würselen: Ein historischer Friedhof für Bardenberg

Würselen: Ein historischer Friedhof für Bardenberg

Den Anstoß lieferte der langjährige Geschäftsführer des Heimatvereins Bardenberg, Hubert Pastor: Er ersuchte die Verwaltung zu prüfen, ob auf dem Friedhof Bardenberg die Möglichkeit zur Anlegung eines historischen Friedhofes gegeben sei. Ihm gehe es dabei vor dem Hintergrund der sich immer mehr verändernden Bestattungskultur um den Erhalt alter Grabenstätten, die zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Die Verwaltung teilte die Sorge von Hubert Pastor, „da die jetzige Entwicklung der Friedhöfe mit überwiegend Rasengräbern jeglicher Art die letzten ‚Zeitzeugen‘ vergangener Jahre und Jahrhunderte für alle Zeit verschwinden lassen könnten“, wie es hieß. Sie ging mit diesem Anliegen des Bardenberger Bürgers in den zuständigen Ausschuss und stieß auf offene Ohren. Wurde doch die Anlage eines historischen Friedhofes einstimmig „abgesegnet“. Das fiel dem Ausschuss nicht schwer, da vom Heimatverein Bardenberg viele Leistungen erbracht werden.

Bei einem Ortstermin mit Hubert Pastor waren bereits vor der Sitzung geeignete Friedhofsfreiflächen in Augenschein genommen worden. Dabei wurde eine Rasenfreifläche rechts von der Leichenhalle in direkter Nähe zum Haupteingang favorisiert. Auf dieser Fläche könne — so der stellvertretende Betriebsleiter der Kommunalen Dienstleistungen Würselen (KDW), Arndt Stolten, der geeignete Rahmen zur Anlage eines historischen Friedhofes geschaffen werden und für die Nachwelt erhalten bleiben. Der Ausschuss stimmte mit ihm aber auch darin überein, dass die Rahmenbepflanzung und Pflege der Rasenfläche von der KDW übernommen und dem historischen Friedhof angepasst werden soll.

Die Pflege und Unterhaltung der Grabanlagen, insbesondere auch die Standsicherheit, soll hingegen vom Heimatverein Bardenberg gewährleistet werden. Durch alte erhaltene Flur- oder Grabnummernsteine sollen auf Veranlassung des Heimatvereins die dann umgesetzten Grabmale — es erfolgt keine Umbettung — nummeriert und auf Erläuterungstafeln beschrieben werden. Stolten führte aus: „Die ausgezeichneten Recherchen des Heimatvereins werden dabei sehr von Nutzen sein.“

Das auf dem Friedhof Bardenberg, der in Gänze — was selbst den Ausschussmitgliedern dieses Stadtteiles neu war — unter Denkmalschutz steht, stehende Hochkreuz und einige andere alte Grabanlagen sollen nach Herrichtung der besagten Fläche mit Einverständnis der Nutzungsberechtigten „umgesiedelt“ werden. Was das Kreuz betrifft, muss die Denkmalschutzbehörde noch ihre Zustimmung geben.

Nach einer ersten Inaugenscheinnahme bedürfe es — so Arndt Stolten — einer Restaurierung, zum einen um seine Erhaltung zu sichern und zum anderen um seine Standsicherheit zu gewährleisten. Die Verwaltung sei bemüht, entsprechende Mittel bei der zuständigen Denkmalbehörde einzuholen. Ein entsprechender Antrag kann nach dem gefassten Beschluss auf den Weg gebracht werden.

Der Heimatverein Bardenberg wird die Kosten für die Umsetzung der Grabmale tragen. Die gärtnerische Gestaltung und Pflege wird von der KDW aus Mitteln zur Friedhofsunterhaltung übernommen. Wie deren Betriebsleiter, Franz-Josef Mahr, versicherte, entstehen durch die Umgestaltung des Friedhofsteils keine zusätzlichen Kosten.

(ehg)