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Nordkreis: Drohende Halteverbote im Nordkreis: Müllabfuhr kommt nicht durch

Nordkreis : Drohende Halteverbote im Nordkreis: Müllabfuhr kommt nicht durch

In einigen Nordkreisstraßen könnte in naher Zukunft ein Halteverbot drohen, weil ansonsten zu wenig Platz für die Müllabfuhr bleibt. „Die Abmessungen der Straßen sind gleich geblieben, aber die an der Straße geparkten Fahrzeuge haben sich verändert“, erklärt Stephanie Pfeifer, Bereichsleiterin und stellvertretender Vorstand des kommunalen Entsorgungsunternehmens Regio-Entsorgung.

„Wir haben im Nordkreis mit den dreiachsigen Lkw heute Probleme, wo wir früher keine hatten. Grund sind unter anderem SUV und Caravans, die in steigender Zahl am Straßenrand abgestellt werden“, ergänzt Rainer Lenzen, ebenfalls stellvertretender Vorstand. In diesem Zusammenhang habe man bereits Kontakt mit den Ordnungsbehörden der Städte aufgenommen, um Lösungen zu finden. Als eine Lösung sei vorstellbar, in den betroffenen Straßen ein Parkverbot einzurichten zu den Zeiten, in denen die Leerungen stattfinden.

Zeitweises absolutes Halteverbot: Ein Verkehrsschild wie dieses in der Grünstraße in Baesweiler könnte bald in weiteren engen Straße im Nordkreis aufgestellt werden. Hintergrund: die Lkw der Regio-Entsorgung haben an einigen Stellen massive Schwierigkeiten, die Mülltonnen zu entleeren, weil kein Platz fürs Gerät ist. Foto: Thomas Vogel

Verkehrskommission berät

In Würselen geht es um die Straße „Auf dem Troppenbruch“, bestätigt Bernd Schaffrath, Pressesprecher der Stadt. Die Regio-Entsorgung habe Probleme in diesem Bereich angesprochen. Daraufhin habe sich Würselens Verkehrskommission — bestehend aus Mitarbeitern des Tiefbauamts, Ordnungsamts, der kommunalen Dienstleistungsbetriebe und der Polizei — mit der Lage auseinandergesetzt und eine Empfehlung ausgesprochen.

Diese, erklärt Schaffrath, sei jedoch noch nicht endgültig, man befinde sich derzeit in Gesprächen mit dem kommunalen Entsorgungsunternehmen. Die Kommission plädiert für eine temporäre Halteverbotszone im Bereich der Straße „Auf dem Troppenbruch“, die Regio-Entsorgung müsse sich jedoch anteilig an den Kosten für die Beschilderung beteiligen, sollte diese Variante zum Zuge kommen.

Während Pressesprecherin Petra Baur erklärt, in Herzogenrath sei von Gesprächen mit der Regio-Entsorgung im Zusammenhang mit zu engen Straßenverhältnissen in bestimmten Gebieten der Stadt nichts bekannt, sieht es in allen übrigen Nordkreis-Städten anders aus. Beispiel Alsdorf: Es gebe „immer mal wieder Kontakt zur Regio-Entsorgung wegen solcher Fälle“, erklärt Guido Bauer, Leiter der Straßenverkehrsbehörde beim Ordnungsamt Alsdorf, auf Nachfrage. Gehe es um Falschparker, würden Überwachungskräfte entsandt, um das Problem umgehend zu lösen. Seien jedoch ordnungsgemäß abgestellte Fahrzeuge das Problem, versuche man, dauerhafte Lösungen zu finden.

Noch recht frisch sei beispielsweise ein Fall in einem verkehrsberuhigten Bereich — den Straßen Eduardschacht und Wilhelmschacht — wo die Stadt Parkflächen verlegen will, um die Durchfahrtsmöglichkeiten zu verbessern. Wegen alternierendem Parken sollen dann alle Stellflächen auf einer Seite Platz finden. Grund sei auch hier eine Eingabe der Regio-Entsorgung.

Von der Einrichtung temporärer Parkverbote hält Bauer demgegenüber nichts. „Der Abfallkalender ändert sich ständig, da müssten wir ja auch ständig die Schilder verändern.“ Man tendiere eher zu dauerhaften Lösungen, mit denen auch die Anwohner gut leben könnten — immer unter der Prämisse, den bestehenden Parkraum zu erhalten, weil man um den Parkdruck in einigen Wohngebieten wisse.

Dauerhaft und temporär

„Auch wir sind in dieser Problematik mit dem Entsorger immer wieder in Kontakt“, sagt Birgit Kremer-Hodok, Sprecherin der Stadt Baesweiler. Denn natürlich komme es auch im Baesweiler Stadtgebiet vor, dass es in schmalen Straßen respektive Kurven für Müllfahrzeuge zu eng wird.

Aber über das Gespräch mit Anwohnern, so Kremer-Hodok, könne man in der Regel für Verständnis sorgen. In seltenen Fällen allerdings seien Halteverbote unerlässlich: So seien im Bereich Emil-Mayrisch-/Barbarastraße ein dauerhaftes und in der Grünstraße ein temporäres Halteverbot eingerichtet worden, das nur zu den Entsorgungszeiten Gültigkeit hat.