Baesweiler: Die Profis sind beim JSV in besten Händen

Baesweiler: Die Profis sind beim JSV in besten Händen

Rolf Dohmen sprach aus, was viele Alemannia-Fans empfinden: „Ich hoffe, in der neuen Saison läufts besser als in der abgelaufenen Spielzeit.” Der Polizei-Hauptkommissar hatte - mit gut 1200 weiteren Zuschauern - die Gelegenheit, erste Eindrücke seines Lieblingsklubs vor dem Saisonstart zu sammeln.

Am Ende von 90 müde absolvierten Spielminuten waren die Alemannia-Anhänger nicht viel weiter, was die Einschätzung des Leistungsvermögens anging. 0:0 endete das Freundschaftsspiel gegen Preußen Münster, die ähnlich chancenarm wie der höherklassige Kontrahent zu Werke gingen, in der zweiten Halbzeit einem Torerfolg aber näher standen.

Punkt 17 Uhr rollten die Aachener Kicker nebst Begleitern an der Baesweiler Parkstraße ein. Da hatte gerade ein leichter Schauer kurz für verkniffene Gesichter bei den Verantwortlichen des JSV Baesweiler gesorgt. Dass die Gastgeber nun „baden” gehen würden, war aber nicht angezeigt. „Das macht uns nicht nervös, jetzt müssen nur noch die Leute kommen”, bewahrten Klubchef Manfred Müller, Schatzmeister Franz Bontenbroich und Geschäftsführer Karlheinz Fulik die Ruhe.

Mit 1500 Besuchern hatte der JSV kalkuliert, der seinen Gästen und dem Publikum in jeder Hinsicht beste Bedingungen präsentierte. Das hatte sich Müller von Münsters (Aufsteiger Dritte Liga) Vorstandsmitglied Carsten Gockel sogar „schriftlich” geben lassen. „Herr Gockel hat sich ausdrücklich bei uns bedankt”, war Müller stolz.

Überhaupt zeigten sich die angereisten Westfalen sehr aufmerksam. Vor der Begegnung überreichten sie der Witwe des verstorbenen früheren Aachener Trainers Werner Fuchs ein Trikot und einen Blumenstrauß. Alemannia-Manager Eric Meijer half bei der Überreichung an Witwe Monika Fuchs, deren Mann ein paar Jahre für die Preußen gespielt hatte.

Frank Schäfer schaut zu

Mit knapp 1300 Besuchern war die angestrebte Marke für den JSV zwar nur knapp verfehlt worden, aber das juckte offenbar niemanden bei den Verantwortlichen des Bezirksligisten. Der hatte übrigens auch hohen Besuch aus der 1. Bundesliga. Von der Qualität der spielenden Teams und des Caterings überzeugte sich der frühere Kölner FC-Trainer Frank Schäfer. Derweil sich Manni Müller mit Alemannias U23-Coach Franz Stolz fleißig austauschte.

Zur Pause bewertete Stolz die Partie: „Man sieht, dass unsere Jungs alle sehr bemüht sind. Aber viele Bälle verspringen noch. Wir müssen außerdem mehr Torchancen erarbeiten”, war der langjährige Mitarbeiter des Nachwuchsbereiches nicht unzufrieden. Er fühlte mit seinem Chef Peter Hyballa: „Im Grunde passiert jetzt genau das, was ein Trainer braucht, um Argumente für die spätere Diskussion zu haben.”

Foto mit dem Vorbild

Das Interesse der Fans galt natürlich auch den neuen Spielern wie Strifler, Sibum, Stiepermann, Yabo und Kollegen. Seit 13 Jahren ist Marcel Dederichs (24) aus Baesweiler Anhänger der Öcher. Er sah ebenso wie sein Vater Günter, dass Stürmer Marco Stiepermann seine Chance neben Benni Auer suchte und etwas Pech im Abschluss hatte. Günter Dederichs pflichtete seinem Sohn bei: „Ich glaube schon, dass am Ende der Spielzeit 11/12 ein einstelliger Platz für Aachen herauskommt. Großes Fragezeichen ist natürlich, wie der Weggang von Höger, Stieber oder Arslan verkraftet wird.”

Im „gehobenen Mittelfeld” sieht Baesweilers Klubchef Müller den Aachener Traditionsverein in der kommenden Saison. Das betrachtet Toni Kick (77) etwas differenzierter: „Wenn sie so spielen wie heute, werden sie es in den nächsten Monaten schwer bekommen”, glaubt der ehemalige Bademeister, der seit 65 Jahren im Baesweiler Fußball zu Hause ist und vom Freundschaftsspiel insgesamt enttäuscht war.

Ganz im Gegensatz zum zehnjährigen Alemannia-Freund Jan Preuth. Der pfiffige Knirps hatte sich einfach den noch verletzten Kevin Kratz „ausgesucht” und sich - wie viele Fans - mit seinem Idol ablichten lassen.

Beliebter Benny Auer

Überhaupt hatten die Fans, wenn sie nicht auf ein Autogramm des nach dem Spiel aus dem Stadion laufenden Trainers Peter Hyballa erpicht waren, schreibwillige und volksnahe Alemannen vor sich. Wie die Kletten klebten dabei die Anhänger an Benny Auer und ganz besonders an Alper Uludag, der an diesem Abend die Gunst der Fans in Baesweiler mit weitem Abstand für sich gewonnen hatte.