Herzogenrath: Die Hälfte der nötigen Summe bereits erreicht

Herzogenrath: Die Hälfte der nötigen Summe bereits erreicht

Es hat eine Zeit gegeben, als Sabine K. nicht mehr weiter wusste. Die junge Frau ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder, der Jüngste braucht aufgrund einer seltenen Krankheit ihre ganze Aufmerksamkeit.

Der von der Familie getrennt lebende Vater ist arbeitslos. Eine schwere Zeit hat die Mittdreißigerin durchgemacht, bis alle Hilfsmöglichkeiten griffen. Ein Ankerpunkt wurde die Herzogenrather Tafel. „Hier gibt es nicht nur preiswerte Lebenssmittel - im normalen Supermarkt könnte ich das alles gar nicht bezahlen - sondern auch persönliche Zuwendung”, sagt sie. „Waltraud Lecher weiß immer, was wir brauchen”, hat sie sich anfangs gewundert und dann gemerkt: „Die hört einfach zu, wenn man mal von seinen Sorgen erzählt.”

Die Geschichte von Sabine K. ist beispielhaft für viele, die regelmäßig in die Räume am Schürhof kommen, weil sie ohne die für zwei Euro zu erstehende Kiste oder Tüte voller Grundnahrungsmittel - Spenden der heimischen Supermärkte, ab und an auch aus der Produktion - nicht wüssten, wie sie den Alltag bewältigen könnten.

Trotz sparsamster Haushaltsführung des Vorstands unter Vorsitz von Dieter und Waltraud Lecher braucht die Tafel nun dringend selbst Hilfe. Denn der Transporter ist, wie berichtet, aufgrund eines Unfalls nur noch bedingt einsatzfähig, der Rahmen hat sich verzogen, so dass die Türen zur Ladefläche nicht mehr richtig schließen. Der Wagen war einst preiswert von der Stolberger Tafel übernommen worden und ist mittlerweile mächtig in die Jahre gekommen. Eine Reparatur folgt auf die andere, unlängst ließen sich die Türen gar nicht mehr öffnen.

Ein zukunftsfähiges Gefährt soll nun her, größer, um die bisherigen aufwändigen Mehrfachfahrten zu verhindern, und viel neuer, um teuren Reparaturen vorzubeugen. Ein günstiges Angebot hat Dieter Lecher für einen Transporter eingeholt, rund 18.000 Euro soll er kosten. Über Spenden soll das nötige Geld zusammenkommen. Angestrebt ist zudem ein Sponsorenmodell, gemustert am Jugendmobil der Stadt, auf dem ringsum zu lesen ist, wer sich für die Belange der Jugendarbeit - oder in vorliegenden Fall bedürftiger Menschen - in der Stadt einsetzt.

Seit dem ersten Aufruf in dieser Zeitung vor wenigen Wochen ist schon die Hälfte der benötigten Summe zusammengekommen. Geschäftsleute sind dabei, aber auch private Spender. Auch „Menschen helfen Menschen”, die Hilfsaktion unserer Zeitung, engagiert sich. Nun drängt die Zeit, damit nicht noch weitere Reparaturen für das alte Fahrzeug den ohnehin knappen Etat belasten. Die Akteure der Tafel würden für die Sponsoren gerne Reklame fahren und haben auch schon Sponsorenurkunden als Dankeschön vorbereitet.

Kontakt für Spender und Sponsoren

Kontakt für interessierte Sponsoren sowie Mitgliedsanträge: Eheleute Waltraud und Dieter Lecher, Telefon 02406/8024705, Telefon 01522/8676430 oder Telefon 0160/6963599.

Die Adresse der Tafel ist Kleikstraße 57/Am Schürhof, Telefon 02406/3036952.

Ausgabezeiten: Mo, Di, Do und Fr 12 bis 14.30 Uhr.

Bankverbindung für Spenden und Mitgliedsbeiträge: Sparkasse Aachen, Konto-Nr. 1070520554, BLZ 39050000.

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