Würselen: „Die Deutschen und ihre Nachbarn“: Viele Infos und dazu Käsehappen

Würselen : „Die Deutschen und ihre Nachbarn“: Viele Infos und dazu Käsehappen

Die Honorarkonsulin des Königreichs Niederlande, Prof. Dr. Christiane Vaeßen, war jetzt in der Reihe „Die Deutschen und ihre Nachbarn“ beim Geschichtskreis St. Sebastian zu Gast. Neben ihr hieß Sprecher Hubert Wickerath eine stattliche Zahl von interessierten Besuchern im Pfarrheim willkommen.

Der Niederländer Roland Holand übersetzte als Akt der Höflichkeit die Begrüßungsworte in die Sprache des Nachbarlandes.

Christiane Vaeßen stimmte mit dem Zitat „Von den Moffen zu den Lieblingen“ aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in ihren interessanten Vortrag ein. In ihm arbeitete sie den Wandel in den Beziehungen der Nachbarländer exemplarisch heraus. Sind doch die Bezeichnungen „Moffen“ und Prüsch“ (Preußen) zunächst einmal negativ besetzt. Bei allen freundschaftlichen Beziehungen (Jugendwerk, Stipendien und grenzüberschreitende Organisationen) müssten stets auch unterschiedliche Mentalitäten und natürlich verschiedene Staatswesen, Demokratie und Monarchie bewusst akzeptiert werden.

Dabei sei eine steigende Tendenz der in den Niederlanden wohnenden deutschen Staatsbürger auszumachen. Steigend sei auch die Zahl der deutschen Studenten an niederländischen Universitäten. Stünden auf der einen Seite für die Niederländer Begriffe wie „Tulpen“ und „Käse“ sowie auf der anderen Seite „Sauerkraut“ und „Autos“ für die Deutschen, sei der Fußball als verbindend-trennendes Element auszumachen.

Die ehrenamtliche Unterstützerin von Botschaft und Generalkonsulat deckte in dem durch Lichtbilder unterlegten Vortrag eine ganze Reihe von interkulturellen Unterschieden auf, brachte aber auch die zahlreichen Kooperationen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung zur Sprache. Christiane Vaeßen sprach aber auch die dunkelsten Stunden der Geschichte offen an. Sie bemängelte sehr die auf beiden Seiten fehlenden Sprachkenntnisse, die sich zu einem wirtschaftlichen Nachteil auswirkten.

Der Vortrag wurde durch viele amüsante Beispiele untermauert. Als Fazit übernahm die Honorarkonsulin das Ergebnis einer Studie von John Mazeland, des ersten Absolventen des Zentrums für Deutschland-Studien an der Universität Nijmwegen: „Wenn beide zusammenarbeiten, ergänzen sie sich bestens: Marketing und Dienstleistungen aus den Niederlanden, kombiniert mit deutscher Fachkompetenz — ein unschlagbares Team“. Vom Förderkreis Kirchenmusik unterstützt, endete die Veranstaltung in geselliger Runde mit Käsehappen und gepflegten Getränken. Der Heimatkundler Rolf Rüland dankte dem Gast mit einem Andenken aus Würselen und verwies dabei auf eigene Erfahrungen hin, die er als Urlauber im schönen Nachbarland sammeln konnte.

(ehg)