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Herzogenrath: „Deutlich verschärft“: Schulsozialarbeit soll auf OGS ausgedehnt werden

Herzogenrath : „Deutlich verschärft“: Schulsozialarbeit soll auf OGS ausgedehnt werden

„Schulsozialarbeit im Primarbereich und im Förderschulbereich hat sich in Herzogenrath als effektives Mittel der Jugendhilfe bewährt.“ So das zufriedenstellende Fazit der Verwaltung nach einer Evaluation an den sieben Grundschulen im Stadtgebiet, das vom Jugendhilfeausschuss im November zur Kenntnis genommen worden war.

An der Befragung hatten im vergangenen Sommer 73 Lehrer, acht Schulleiter und neun Schulsozialarbeiter teilgenommen. Als weitergehende Wünsche am Ende des umfangreichen Fragenkatalogs waren unter anderem die Einbindung der Schulsozialarbeit in den Offenen Ganztag (OGS) sowie eine Ausdehnung der Stundenzahlen respektive Stellenaufstockung genannt worden, da sich die Anforderungen an die Experten „deutlich verschärft“ haben, wie es hieß, und um das hohe Niveau der Arbeit halten zu können.

Dieses Aspekts hatte sich die Groko prompt angenommen und noch im November einen Antrag formuliert. Sehr deutlich sei bei der Fragebogenaktion der „Mangel“ geworden, dass sich die Schulsozialarbeit nur auf die Vormittage, also die „klassischen Unterrichtszeiten“, beziehe, heißt es in dem Schreiben an den Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur, Andreas Schmälter, das von den beiden Fraktionsvorsitzenden Gerhard Neitzke (SPD) und Dieter Gronowski (CDU) unterzeichnet worden ist. Und weiter: „In den Zeiten, in denen in den Schulen die OGS-Betreuung stattfindet, stehen die Schulsozialarbeiter nicht zur Verfügung, und dies, obwohl die Betreuungskräfte der OGS vermutlich viel mehr die Unterstützung durch Schulsozialarbeit benötigen würden.“

Die Groko hält es daher für geboten, die Schulsozialarbeit auch auf die OGS auszudehnen, und beantragt, die Kosten zu ermitteln, die sich ergeben, wenn an allen Grundschulen der Stellenanteil der Schulsozialarbeiter von einer halben auf eine dreiviertel Stelle erhöht wird. Vorab zu klären seien auch die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die sich ergeben, wenn der Schulsozialarbeiter nicht nur mit den Verantwortlichen der Schule, sondern auch mit dem jeweiligen Träger der OGS kooperieren muss.

In ihrer Vorlage für den Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur, der das Thema am Dienstag, 20. Februar, (18 Uhr, Ratssaal), berät, legt die Verwaltung die Vielfalt der wesentlichen Aufgaben von Schulsozialarbeit dar (Beratung, individuelle Förderung, offene Jugendarbeit, sozialpädagogische Gruppenarbeit/soziales Kompetenztraining, Konfliktbewältigung, schulbezogene Hilfe, Elternarbeit, Mitwirkung in der Schule inklusive Lehrerberatung, Begleitung bei der Antragstellung fürs Teilhabepaket) und weist auf die neuen Herausforderungen durch die zunehmende Zahl an Flüchtlingskindern hin. „Die Schüler, mit denen die Schulsozialarbeit zusammenarbeitet, werden immer schwieriger“, heißt es klar, weswegen verstärkte Angebote an sozialen Kompetenztrainings „durchaus Sinn“ machten.

Diese seien aber ebenso wie die Elternarbeit mit einer personellen Ressource von 19,5 Stellen „nur begrenzt möglich“. Betrachtet werden, so die Verwaltung, sollten in diesem Kontext auch die besonderen sozialraumbezogenen Bedarfe.

Für 2018 werde Herzogenrath laut Bewilligungsbescheid des Landes für Schulsozialarbeit 81 157 Euro erhalten, so die Zahlen aus der Vorlage vom November. Das bedeute erneut eine teilweise Refinanzierung: Die Beschäftigungsinitiative „Sprungbrett“ habe für 2018 Kosten von 218 850 Euro für die Schulsozialarbeit an sieben Grundschulen kalkuliert. Seit 2011/12 gibt es Schulsozialarbeit an allen Herzogenrather Grundschulen mit einer halben sowie an der Förderschule mit einer ganzen Stelle. Drei Schulsozialarbeiterinnen sind bei der Stadt angestellt, sieben bei „Sprungbrett“.