Alsdorf: Der bunte Mix bei der EWV-Gala findet große Bewunderung

Alsdorf : Der bunte Mix bei der EWV-Gala findet große Bewunderung

Varieté, Comedy und Artistik — unter diesem Motto lockte erneut ein Kleinkunstabend in die Stadthalle. Nach einer herzigen Begrüßung durch Conférencier Christian Mourad, der als witziger und charmanter Gastgeber durch das bunte Programm führte, hob sich auch schon der Vorhang zur 13. EWV-Gala mit scharfsinnigen, vergnüglichen und zauberhaften Darbietungen.

Als Eisbrecher der Show strapazierte Kabarettist Stefan Danziger die Lachmuskeln des Publikums. Geboren in der DDR, wollten er und seine Familie in die BRD fliehen. Falsch abgebogen landeten sie in der Sowjetunion, nach der Wende dann schließlich in Berlin.

© : Dagmar Meyer-Roeger /// EWV-Gala in der Alsdorfer Stadthalle: Sing & Casadio / Tangram //; Freitag, 20. Oktober 2017; 2017-10-20;.

Als Berliner Stadtführer hatte er seine ganz eigene Art. So gab er Nachhilfe in Jiddisch und erklärte, warum Hechtsuppe zieht. Zudem philosophierte Stadtführer Stefan Danziger über Wolfgang Bond im Auftrag der Mutti. Er machte sich seine Gedanken, wie ein deutscher James Bond wohl aussähe? Was für Ausstattungen das Auto wohl hätte. Und um es auf die Spitze zu treiben, wie ein ostdeutscher Bond aussähe?

© : Dagmar Meyer-Roeger /// EWV-Gala in der Alsdorfer Stadthalle: Patrick Lehnen verzaubert mit romantischer Magie //; Freitag, 20. Oktober 2017; 2017-10-20;.

Lachen und staunen

Gute Unterhaltung: Bei der EWV-Gala in der Alsdorfer Stadthalle sorgen das Duo Tangram (oben links), Patrick Lehnen (oben rechts), Niko Formanek (unten links) und Patrick Lehnen für einen abwechslungsreichen Abend. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Zwischen Tanz und Jonglage, zwischen Leidenschaft und Nüchternheit bewegte sich das Duo Tangram (alias Stefan Sing und Christina Casadio) beim „Erzählen“ einer Geschichte im Kampf der Geschlechter, bei dem sie Höhen und Tiefen einer Partnerschaft illustrierten. Tanz und Ball-Jonglage verschmelzten dabei. Ihre Körper bewegten Spielbälle und wurden dabei selbst zu Spielbällen.

Was für ein Aufschlag? Für das Publikum gab er seinen letzten Tanga: Niko Formanek. Der Comedian mit einem Hauch Wiener Schmäh präsentierte Auszüge aus seinem aktuellen Solo-Programm „Gleich, Schatz! 30 Jahre Ehe, Kinder und andere Baustellen“. Als charmanter Dampfplauderer machte er weder vor seiner Familie, noch vor dem Publikum, noch vor sich halt. Die ersten Lacher hatte Formanek so schnell auf seiner Seite.

Auf eine locker, flockige Art erzählte er ohne Effekthascherei Geschichten von seiner Frau und seinen Kindern, von gemeinsamen Urlauben und dem Verhältnis zwischen peinlichen Kindern und pubertierenden Vätern.

Romantische Magie lag bei Patrick Lehnen in der Luft. Im Mittelpunkt dieser verblüffenden Zauberei stand die Beziehung zwischen einem Menschen und einer Tischlampe, die seinem Menschen tief ins Herz hineinleuchtete und bei den Zuschauern ungläubiges Staunen auf die Gesichter zauberte sowie ihnen dann herzhaftes Lachen entlockte.

Zeitlos schön und komisch der Auftritt von Henning Schmidtke. Er wechselte zwischen Liedern und Wortbeiträgen im Stile des traditionellen Standup. Und dabei philosophierte er über den Stoff, aus dem das Leben ist: die Zeit, die kostbar und manchmal so knapp wie ein Tanga ist.

Einmal mehr ein gelungener Varietéabend, den die Stadthallenbesucher sichtlich genossen. Das begeisterte Publikum bedankte sich bei allen Akteuren mit starkem Applaus.

(dag)