Alsdorf: Den Verkehr in Begau fest im Blick

Alsdorf: Den Verkehr in Begau fest im Blick

Den Blick fest auf die Straße gerichtet, Block und Stift gezückt - so haben zwölf Kollegen der Stadtverwaltung - Angehörige des Ordnungsamtes und Bürgerarbeiter (Cityservice), gestellt vom Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) - den Verkehr auf den „Hauptein- und -ausfallstraßen” der Siedlung Begau erfasst.

„Insgesamt waren an drei normalen Werktragen vor den Sommerferien zwölf Kollegen zwischen 7 und 19 Uhr im Einsatz”, erläutert Erster Beigeordneter Ralf Kahlen den Aufwand. Zählt man die Vorbereitung und die nun fällige Auswertung der Daten hinzu, kommen wohl an die 200 Arbeitsstunden zusammen, rechnet Kahlen vor. Kosten: rund 8000 Euro. Wozu der Aufwand? Schon länger wird - teilweise heftig - über die Verkehrsbelastung, über Schleichverkehr von schweren Lastern, über beschädigte Vorgärten und (vermeintlich) zu enge Fahrwege debattiert.

So hatte der Begauer Martin Hellhammer, per Unterschriftenliste von rund 40 Nachbarn unterstützt, Beschwerde im Hauptausschuss geführt. Und auch die Siedlergemeinschaft Alsdorf-Begau verfolgt mir Argusaugen die Entwicklung (wir berichteten).

Schließlich versprachen Stadtverwaltung und Bürgermeister Alfred Sonders den Beschwerde führenden Bürgern, die Verkehrsströme noch einmal unter die Lupe zu nehmen und darauf fußend zur Bürgerversammlung einzuladen. Diese soll nun zwischen Sommer- und Herbstferien stattfinden. Ort und Zeit stehen noch nicht genau fest, sagte Kahlen. Er legt Wert darauf, dass diese Versammlung nicht mit dem auch für die Begau geplanten Stadtteilgespräch verwechselt wird, in dem es der Stadt auf Basis des demographischen Wandels um bedarfsgerechte Entwicklungen gehen soll. Solche Versammlungen sollen in jedem Stadtteil stattfinden.

Zu den Verkehrszählern gehörten die Auszubildende Cetin Hümeryra und Thomas Rübenach (Cityservice). Die von ihnen und Kollegen erfassten Kennzeichen werden nach Halterwohnorten aufgelistet, „aber anonymisiert”, wie Beigeordneter Kahlen betonte. Auf diese Weise soll geklärt werden, wie sich die Anteile des überörtlichen und des Verkehrs vor Ort darstellen. Federführend für die Auswertung ist Ordnungsamtsmitarbeiter Guido Bauer. Dessen Kollege Frank Schröder hat bei der Erfassung mitgewirkt. „Genauigkeit geht vor Schnelligkeit”, wirbt Kahlen um Verständnis, dass Auswertung und die sich daraus abzuleitenden Erkenntnisse noch einige Wochen auf sich warten lassen. In der geplanten Bürgerversammlung soll ein Verkehrsplaner erläutern, welche Konsequenzen gegebenenfalls verkehrslenkende Maßnahmen hätten - auch und gerade für umliegende Straßen. „Wenn Regelungen zu Verschlechterungen führen, kann man das nicht so einfach machen”, sagte Kahlen.

Ohne dem Ergebnis vorgreifen zu wollen, seien bislang keine großen Abweichungen von bereits vorliegenden Erkenntnissen feststellbar, meinte er. Schwerlastverkehr sei in dem von den Beschwerdeführern angeführten Ausmaß nicht erkennbar. Zudem könnten Lastwagen nicht generell aus dem Wohngebiet verbannt werden. So rollten während des Ortstermins zwei Lkw mit Baustoffen über den Alten Römerweg. „Die müssen ja schließlich ihre Ladung den Leuten liefern dürfen”, sagte Kahlen.