Würselen: Das Rhein-Maas Klinikum zählt rund 1600 Mitarbeiter

Würselen : Das Rhein-Maas Klinikum zählt rund 1600 Mitarbeiter

Ein paar Sticheleien mochte Hans-Peter Drabent nicht runterschlucken. Bevor sich René A. Bostelaar zu einem sehr illustrativen Vortrag zur Geschichte des Rhein-Maas Klinikums (RMK) aufmachte, setzte Drabent, neuer Vorsitzender der Würselener Senioren-Union zu einer Backpfeife Richtung Stadt an.

„Würselen tut doch nichts für uns Senioren“, bemerkte der Nachfolger von Harald Gerling am Rande des Würselener Treffs im Kulturzentrum Altes Rathaus. Dort hatte man mit dem Geschäftsführer des RMK einen brillanten Referenten aufgeboten. Von Moderator Rolf Rüland eingeführt, tauchte Bostelaar in die 50- jährige Geschichte des früheren Krankenhauses Marienhöhe ein. Um auch neben knallharten Fakten einige Anekdötchen zu verkaufen, die den Vortrag sehr „bunt“ werden ließen.

Da war doch vor Jahren die damalige Gesundheitsministerin Steffens mitten in der Umbauphase zur Besichtigung des RMK unterwegs. Als plötzlich ein Bauarbeiter mit Schubkarre aus dem Krankentransportaufzug erschien und die Kinnlade der hohen Politikerin in die Tiefe zwang. „Die schaute mich nur an und fragte dann, was ist das denn Herr Bostelaar? Ich hab ihr gesagt, das ist ein Bauarbeiter mit Schubkarre!“ 70 Lacher produzierte der humorige Holländer damit. Aber er übertünchte auch nicht, welch hartes Ringen mit der Politik und der Verwaltung („Der ist doch Holländer, er schaffst das nie mit der Sanierung“) der Städteregion geführt werden musste, bis die Fusion der beiden Krankenhäuser Marienhöhe und Bardenberg („Das ist doch so, als würden Sie Aldi und Lidl zusammenlegen“) auf den Weg gebracht war.

Bostelaar, der auch die Uniklinik Köln seinerzeit erfolgreich sanierte, erinnerte gerne daran, „dass wir in Würselen eine Perle mit dem Krankenhaus haben. Schauen Sie mal nach Alsdorf. Die haben überhaupt keins“. 650 Betten hat das ehemalige Kreiskrankenhaus, das für ursprünglich 30 Millionen Euro saniert werden sollte. Nunmehr sind es 50 Millionen geworden, aber auch das werde man stemmen. Bostelaar: „Wir sind der größte Arbeitgeber Würselens“, zählte er 1600 Mitarbeiter auf. Die kosten natürlich Geld. Allein 70 Millionen der 110 Millionen Aufwendungen gehen für die Gehälter über den Tisch. Garantiert wird „eine schnelle und gute Versorgung bei uns, auch wenn wir daran noch sehr hart weiterarbeiten müssen“. Eine intensive Fragerunde schloss sich dem fast 50-minütigen Vortrag des gebürtigen Middelburgers an.

(mas)