Würselen: Das „Haus des Grenzlandkarnevals“ platzt aus allen Nähten

Würselen: Das „Haus des Grenzlandkarnevals“ platzt aus allen Nähten

Vor zwölf Jahren öffnete die Schatzkammer des regionalen Karnevals erstmals ihre Pforten. Das „Haus des Grenzlandkarnevals“ zog in die ehemalige Grundschule in Würselen-Morsbach und in kürzester Zeit kam eine Sammlung zusammen, die ihresgleichen sucht.

Orden, Urkunden, Kostüme und vieles mehr aus dem Fastelovend des ehemaligen Regierungsbezirks Aachen und teilweise darüber hinaus fanden ihren Weg in die Archivräume, wo sie sicher verstaut und im System eingetragen wurden.

Interessierten und Vereinen konnte hier bereits weitergeholfen werden bei ihren Recherchen zur „jecken Region“. Doch nun steht eine große Herausforderung vor dem Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V. (VKAG): Mit über 100.000 Archivalien liegt man an der Leistungsgrenze des Hauses, zudem sorgen Feuchtigkeitsprobleme im Keller für Sorgenfalten bei Reiner Spiertz, Vorsitzender des Fördervereins des Hauses.

Zwei-Säulen-Konzept

„Wir müssen auf Dauer gesehen erheblich mehr Platz haben und den Keller sanieren, um die Substanz der Archive zu erhalten“, erklärte der Ehrenpräsident des VKAG. Diese zwei Aufgaben sind die Hauptziele in den kommenden Jahren und sollen durch ein Zwei-Säulen-Konzept abgedeckt werden.

Kurzfristig sollen Fördermittel akquiriert werden, um sich der Trockenlegung des Kellers zu widmen, gleichzeitig wird ein geeignetes Haus in der Nachbarschaft gesucht, das als Erweiterung der jetzigen Flächen infrage kommt. Mit diesem nachhaltigen Gesamtkonzept wolle man sich dann auf Förderprogramme bewerben, um die gesetzten Ziele erreichen zu können.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Mit dem Land NRW, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Kulturstiftung der Sparkasse Aachen und vielen weiteren Partnern konnte man bereits vertrauensvoll zusammenarbeiten und mehrere Projekte stemmen, betonte Spiertz, der auf neuerliche Unterstützung hofft, wenn die Planungen antragsreif sind. Einen ersten Eindruck konnten sich auch Milena Karabaic, Kulturdezernentin des LVR, und Guido Kohlenbach, Amtsleiter des LVR, verschaffen.

„Das ist beispielhaftes ehrenamtliches Engagement“, stellte Karabaic fest und Würselens Bürgermeister Arno Nelles ergänzte: „Das ist ein Haus, das der ganzen Region zugute kommt!“ Die Stadt Würselen stellt dem Verein die Grundschule zur Verfügung und Nelles hofft, dass auch weitere Partner das „Haus des Grenzlandkarnevals“ unterstützen werden.

(cheb)