Nordkreis: Das große Aufräumen dauert noch Tage

Nordkreis: Das große Aufräumen dauert noch Tage

Der ein oder andere Achtklässler der Alsdorfer Europahauptschule dürfte sich am Mittwochmorgen im Nachhinein über die heftigen Gewitter des Pfingstwochenendes gefreut haben. Weil der Sturm viele große Äste auf die Containerklassen gefegt hatte, fiel für alle fünf Klassen des Jahrgangs der Unterricht flach.

Bis zum Mittag waren Bauhofmitarbeiter, Feuerwehr und andere Helfer damit zugange, das ganze Holz wieder herunterzuholen. An den anderen Schulen der Stadt fand der Unterricht zwar statt — aber mit der Schadensbeseitigung hatten etliche Hände auch dort gut zu tun.

Das große Aufräumen nach dem Sturm: Am Alsdorfer Röntgenweg rückte gestern ein Hubwagen an (l.), während die Containerklassen an der Europahauptschule komplett gesperrt blieben (Mitte). An der Grundschule Broicher Siedlung hatte ein Baum den Eingang blockiert. Foto: Stefan Schaum

„Wir haben einige Fremdfirmen hinzugeholt, sonst wäre das alles gar nicht zu bewältigen“, sagte am Mittwoch Kathrin Koppe, Technische Geschäftsführerin der Stadtentwicklungsgesellschaft GSG GS. Sie hat schon einige Schäden auf der Liste — und die Bestandsaufnahme ist nicht mal ganz abgeschlossen. In der Broicher Siedlung hatte ein — am frühen Mittwochmorgen zersägter — Baum den Haupteingang der Schule blockiert, so dass die Kinder über den Hof mussten.

Das große Aufräumen nach dem Sturm: Am Alsdorfer Röntgenweg rückte gestern ein Hubwagen an (l.), während die Containerklassen an der Europahauptschule komplett gesperrt blieben (Mitte). An der Grundschule Broicher Siedlung hatte ein Baum den Eingang blockiert. Foto: Stefan Schaum

Am Ofdener Gymnasium hat aufgestautes Wasser für einige Schäden gesorgt, an der Grundschule Poststraße krachte eine Eiche auf die Hausmeisterwohnung. 15 Spielplätze wurden vorübergehend gesperrt, an den Grundschulen Annapark und Ost dürfen die Kinder das Grüngelände nicht betreten. Erst wird geprüft, was alles noch standfest ist. „Der Nordfriedhof und andere Gräberfelder sind auch eine riesige Katastrophe.“ Zu schaden kam bislang niemand, aber das Aufräumen wird teuer. „Wir erwarten, dass die Versicherung in allen Fällen einspringt“, sagt Koppe.

Das große Aufräumen nach dem Sturm: Am Alsdorfer Röntgenweg rückte gestern ein Hubwagen an (l.), während die Containerklassen an der Europahauptschule komplett gesperrt blieben (Mitte). An der Grundschule Broicher Siedlung hatte ein Baum den Eingang blockiert. Foto: Stefan Schaum

Hoffentlich auch bei den Wasserschäden, denn davon gibt es etliche in Alsdorf, das es besonders heftig erwischt hat. In der Nacht zum Mittwoch hat der Deutsche Wetterdienst dort die größte Niederschlagsmenge NRW-weit gemessen: Innerhalb von 24 Stunden fielen 53 Liter pro Quadratmeter.

In Baesweiler ist aktuell „jeder im Einsatz, der mit einer Säge umgehen kann“, heißt es aus dem Rathaus. Vor allem in Baesweiler und Oidtweiler hatte der Sturm viel Angriffsfläche, dort wirbelten auch Teile von Solaranlagen und Antennen weg. „Im Volkspark sind einige dicke Äste runtergekommen“, sagt Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Die meisten sind zwar weggeräumt, aber vom Betreten rät er in den kommenden Tagen dennoch ab. „Wir werden das Stadtbild wieder auf Vordermann bringen“, sagt er. Aber das wird Zeit brauchen. „Damit haben wir auch in der kommenden Woche noch zu tun.“

Schäden an städtischen Immobilien tauchen in der Herzogenrather Sturmbilanz nicht auf. Dennoch gab es eine ganze Menge Kleinholz an gut 40 Stellen, wo Bauhofmitarbeiter bislang zur Motorsäge gegriffen haben. Auch das Gelände des Merksteiner Freibads und der Parkplatz des Schulzentrums waren betroffen, sagt Pressesprecherin Petra Baur. In Noppenberg zertrümmerte ein Baum, der auf städtischen Grund stand, einen Privatschuppen.

In Würselen sind in verschiedene Kitas laut Pressesprecher Bernd Schaffrath Wasserschäden zu beklagen, die Versicherung ist informiert. Umgestürzte Bäume auf kommunalen Friedhöfen und städtischen Grünflächen seien in den Wegebereichen bereits weitgehend beseitigt.

Das gelte auch für den Würselener Stadtwald. „Erkannte Gefahrenstellen sind abgesperrt. Zurzeit sind 50 Mitarbeiter der KDW mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Bereits am Abend des Sturmes hat das KDW-Team die Feuerwehr unterstützt. Alle Einsatzkräfte haben eine Höchstleistung vollbracht“, schließt Schaffrath mit einem dicken Kompliment an die Helfer.