Herzogenrath: „Das Bild vom Feind“: Stück lässt beide Seiten zu Wort kommen

Herzogenrath : „Das Bild vom Feind“: Stück lässt beide Seiten zu Wort kommen

Sanktionen, Drohungen, Aufrüstung, immer größere Manöver, immer häufiger gefährliche Zwischenfälle — der kalte Krieg ist wieder da. Wird die Eskalation nicht beendet, kommt es zum Dritten Weltkrieg.

Was in der Ukraine geschehen ist — der Aufstand des Euromaidan gegen den Präsidenten Janukowitsch, die Übernahme der Krim durch Russland, der Bürgerkrieg im Donbass — das alles wird nicht nur von den Ukrainern, sondern auch von den Deutschen sehr unterschiedlich beurteilt. Was den einen eine berechtigte Revolution, ist den anderen ein illegitimer Putsch.

In der Situation könnte es hilfreich sein, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen und sich von dem einen oder anderen Vorurteil zu verabschieden. Der Wunsch der Ukrainer nach Selbstbestimmung und einem besseren Leben, die Angst vieler Menschen im Donbass vor ukrainisch-nationalistischen Kräften im heutigen Kiew, die geschichtlichen Erfahrungen mit Nazi-Deutschland und Stalinismus, heutige geopolitische Absichten von Seiten der USA, der EU und Russlands sowie die russischen Ängste angesichts der Nato-Osterweiterung — all das muss ernst genommen werden.

Die Berliner Compagnie hat sich in ihrem Theaterstück „Das Bild vom Feind — Wie Kriege entstehen“ mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Am Samstag, 11. November, um 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) gastiert sie damit in der Europaschule Herzogenrath (Gesamtschule), Am Langenpfahl 8.

Das Stück spielt in einer Redaktion. Die linke Zeitung ist von einem Milliardär aufgekauft worden. Der neue Chefredakteur soll den neuen Kurs des Blattes durchsetzen. Seine erste Aufgabe: eine Sonderbeilage über die Ukraine. Zu seiner Unterstützung hat er als Volontärin eine ukrainische Maidan—Aktivistin mitgebracht. Geht seine Rechnung auf? In der Redaktion jedenfalls wird manch festgefahrene Meinung in Frage gestellt, das eine oder andere Feindbild aufgelöst. Und Lieder wehen herein — ein ukrainisches, ein jüdisches, ein deutsches, ein polnisches, ein russisches Lied ...

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für 12 Euro/Abendkasse 15 Euro (alle gängigen Ausnahmegruppen zahlen jeweils die Hälfte) bei allen Mitträgern (Pfarre und Peru-Arbeitskreis St. Josef, Herzogenrath-Straß, KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung) Aachen-Land, Katholikenrat Aachen-Land, Evangelisches Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen, Attac Wurmtal, Euregioprojekt Frieden e.V. Aachen und Aachener Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt!“), in der Infothek im Rathaus Herzogenrath und Buchhandlungen Katterbach.