Würselen: Cityfest: Würselen präsentiert sich von der Sonnenseite

Würselen: Cityfest: Würselen präsentiert sich von der Sonnenseite

Sonne satt gab es beim 19. Cityfest. Sie sorgte dafür, dass das Thermometer bis auf für diese Jahreszeit ungewöhnliche 30 Grad kletterte. Da ließen sich die Besucher - auch von auswärts der Stadtmauern - nicht zweimal bitten.

Die Geschäfte, die mit attraktiven und reizvollen Angeboten für den Sommer aufwarteten, hatten gerade ihre Türen geöffnet, da nahm das bunte Treiben in der Innenstadt zunehmend Fahrt auf. Die kleinen fahrenden Händler, 70 an der Zahl, die ihre Stände auf dem unteren Morlaixplatz eingerichtet hatten, hatten längst schon ihre ersten Umsätze gemacht. Der Run auf die besten Plätze und die besten Schnäppchen hatte schon am frühen Morgen eingesetzt. Nebenan konnten die kleinen Besucher auf der Riesenrutsche, wenn sie mutig genug waren, so richtig Dampf ablassen. Aber auch die Hüpfburg und die drei- und zweirädigen Spielgeräte eigneten sich bestens dazu. Der Kreisjugendring Hildburghausen mit Matthias Blatt war wieder mal zur Stelle und garantierte ihnen einen „Riesenspaß”.

Am Rande des turbulenten Geschehens klinkte sich das Jugendamt im Rahmen einer bundesweiten Kampagne der Bundesarbeitsgemeinschaft ein. Seine Mitarbeiter informierten über Beratungsangebote vor Ort, waren aber auch auf der Suche nach Pflegefamilien und Tagesmüttern. Neben Bürgermeister Arno Nelles waren auch die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Eva-Maria Voigt-Küppers (MdL), der Erste Beigeordnete der Stadt, Werner Birmanns, und der Leiter des Jugendamtes, Herbert Zierden, zur Stelle. Ging es doch darum, die Arbeit des Jugendamtes transparent zu machen.

Kulturell aufgepeppt wurde das 19. Cityfest durch die Kulturstiftung mit dem ehemaligen Staatssekretär Achim Großmann an der Spitze. Sie bot nicht nur auf dem Hof hinter dem Alten Rathaus ein fünfstündiges musikalisches Programm mit diversen Nuancen und lud dort zum Verweilen ein. Es wurde außerdem zum Forum für Aktionskunst. Da war Noah, normalerweise eine Seele von Mensch. Doch er hatte zu tief ins Glas geschaut und hatte deshalb seine liebe Not, seine Laterne anzuzünden. Dass er am Ende einen Handstand auf der wackeligen Laterne machte, raubte den Zuschauern den Atem.

Für Furore sorgte aber auch der Belgier Stef Vetters. Die Aufregung unter den Schaulustigen war groß, als sein friedlich anmutender Drache Feuer spie. Erinnerungen an das 1. Cityfest am 16. Mai 1993 wurden bei einheimischen Schaulustigen geweckt. In der Stadtbücherei, die ebenfalls ihre Pforten geöffnet hatte, startete der Antolin-Punkte-Wettbewerb, gestiftet von der Kulturstiftung, die im vergangenen Winter 124 neue Bücher gekauft hatte, zu den bereits über 3500 vorhanden Antolin-Büchern. Unterstützung gewährte der Förderverein der Bücherei. Es lohnte sich der Besuch der Ausstellung „Frauen, Fritten und Frisuren” mit Bildern von Marlies Knops.

Die Außengastronomie lud in der City zum Verweilen ein, so dass die Küche über Mittag kalt bleiben konnte. Für die kleinen Besucher drehten sich zwei Karussells. Auf dem Rücken von Ponys vom Gut Kaisersruh konnten sie alles Glück dieser Erde finden, wenn sie nur wollten. „Mann, wir brauchen Dich” rührte der MGV „Liederkranz” genauso die Werbetrommel wie die ansonsten in Aachen beheimateten „Moulenshöher Jonge”.

Über ihre seit Jahren von Erfolg gekrönte Arbeit informierte die Freundschaftsgesellschaft Burkina Faso/Réo. Ihren Seniorenpark am Dreiecksplatz an der Elchenrather Straße stellte Carpe Diem vor. Fleißig gewerkelt wurde unter den kritischen Augen von Peter Ortmanns in der Senioren-Werkstatt. Chromblitzende Oldies und technische Neuheiten bei den Zweirädern bereicherten die Angebotspalette unter freiem Himmel. Was der ehemalige Bahnhof für junge Menschen zu bieten hat, darin gewährte der Verein „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen” tiefere Einblicke.

Am späteren Nachmittag ging vor dem Rathaus auf dem Morlaixplatz die Post ab. Auf höchstem Niveau unterhielt dort die Coverband „Jukebox Heroes” gemäß ihres Mottos „Lets have some fun” mit „amtlichen Hits” früherer Jahre bis hin zu den aktuellen Chartbreakern bis zum Abwinken am späteren Abend.

Es freute den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie, Manfred Wirtz, dass auch beim Cityfest 2011 mit seiner breiten kulturellen Note die Begegnung von Mensch zu Mensch groß geschrieben wurde.