Alsdorf: Cinram steht kurz vor der Übernahme durch Avos

Alsdorf : Cinram steht kurz vor der Übernahme durch Avos

Wie geht es mit Cinram in Alsdorf weiter? Der Vertragsabschluss mit dem neuen Investor, der Avos GmbH, die nach Einstellung der Produktion von CDs, DVDs und Blu-rays das Restgeschäft mit Druckerei, Distribution und Endfertigung aufkaufen will, steht offenbar kurz bevor.

Allerdings ist die Finanzierung der Übernahme noch nicht zu 100 Prozent gesichert, wie es hieß. Zu gegebener Zeit soll sich der Gläubigerausschuss mit der Frage des Zuschlags befassen — oder darüber befinden, wie es ansonsten weitergeht.

Zweiter Interessent zieht zurück

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte die Kanzlei des Insolvenzverwalters Dr. Frank Kebekus lediglich, dass die Verhandlungen mit Avos bis Ende der Woche abgeschlossen werden sollen. Da diese Gespräche jedoch vertraulich und insbesondere Verträge noch nicht unterzeichnet worden seien, könnten derzeit zum aktuellen Sachstand leider keine weitergehenden Auskünfte gegeben werden.

Ziel der Interimsgeschäftsführung, des Insolvenzverwalters und des Gläubigerausschusses ist bislang, das Restunternehmen „am Stück“ zu veräußern, die Geschäfte weiterführen zu lassen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Ob das gelingt, hängt letztlich vom Businessplan des derzeitig einzigen Interessenten Avos ab. Ein zweiter Interessent hat dem Vernehmen nach kein weiteres Interesse mehr angemeldet.

Zweite Transfergesellschaft

Sollte Avos aus Bielefeld zum Zuge kommen, so wäre damit allerdings ein Abbau um weitere 70 bis 90 Stellen verbunden, wie von der Arbeitnehmerseite zu hören war.

Aktuell zählt Cinram noch rund 500 Mitarbeiter. Im Zuge dieser zusätzlichen Entlassungen müsste eine zweite Transfergesellschaft eingerichtet werden. Von den rund 240 Mitarbeitern, die in der ersten Transfergesellschaft nach Ende der Fertigung von Ton- bzw. Bildträgern befristet untergekommen sind, haben mit Stand von Anfang Oktober rund 50 eine neue Stelle gefunden. Eingerichtet wurde die erste Transfergesellschaft von der Bonnern Wirtschaftsakademie. Es gilt als wahrscheinlich, dass eine zweite ebenfalls von diesem Unternehmen betreut werden würde.

Ungeachtet des Ringens um einen Investor für die Restgeschäfte von Cinram wird die Vermarktung nicht mehr benötigter Hallen und entsprechender Grundstücke vom Insolvenzverwalter vorangetrieben. Hierzu sollen bereits einige Angebote vorliegen.

Gemessen an einem Gutachten, in dem der Marktwert der in Frage kommenden Objekte ermittelt worden ist, sollen einige Offerten darunter liegen, andere wiederum die Erwartungen erfüllen. Allerdings soll die Sichtung der Angebote noch abgeschlossen worden sein, so dass sich der Gläubigerausschuss erst später damit befassen dürfte.

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