Alsdorf: Cinram-Chef Frank Hartwig muss gehen

Alsdorf: Cinram-Chef Frank Hartwig muss gehen

Das war ein recht kurzes Intermezzo. Frank Hartwig, Geschäftsführer des Herstellers optischer Speichermedien Cinram GmbH am Standort Alsdorf, der im Januar 2009 diesen Posten antrat, „hat mit sofortiger Wirkung unser Unternehmen verlassen”.

Das ließ Alan McElroy, EVP/Managing Director Europe, mit einer äußerst kargen Meldung am frühen Abend streuen. Der international aufgestellte Konzern mit Zentrale in Toronto wollte sich nicht in die Karten schauen lassen. Die Belegschaft, derzeit noch knapp 1500 Beschäftige, wurde kurzfristig informiert.

Artig wird Hartwig „für seine Tätigkeit in unserem Hause und dem damit verbundenen persönlichen Einsatz für unsere Mitarbeiter/innen” gedankt. Das war´s.

Der Hintergrund ist offenbar denkbar ernst für die Belegschaft und den Standort Alsdorf. Wie zu erfahren war, wurde Hartwig, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni läuft, umgehend freigestellt und kann sich einen neuen Job suchen. Er wird innerhalb des Konzerns keine andere Aufgabe übernehmen.

Anlass der Trennung von dem Spitzenmanager sind offenbar nicht mehr überbrückbare unterschiedliche Vorstellungen, wie das Unternehmen neu aufgestellt und zukunftsfähig gemacht werden kann, nachdem der wichtigste Kunde, Warner Home Video, dem Standort Alsdorf verloren gegangen war. Noch bis Ende August werden die Restaufträge für Warner in Alsdorf abgewickelt. Dann steht der Umbruch an.

Offenbar sieht Hartwig in den von den Banken geforderten Restrukturierungsmaßnahmen, die durch eine externe Beratungsfirma begleitet werden sollen, nicht die angemessene Lösung im Sinne auch der Mitarbeiter vor Ort.