Würselen: Chianti-Wein und viel mehr unter schützendem Zeltdach

Würselen: Chianti-Wein und viel mehr unter schützendem Zeltdach

„Als Nadine angefangen hat zu singen, habe ich eine Gänsehaut bekommen.” Weinhändler Armin Eckhardt stand neben der Bühne auf dem Morlaixplatz, als die 14-jährige Aachenerin „Angel” von Sarah McLachlan sang.

Die Schülerin war eine von acht Talenten, die sich trauten, vor das Publikum zu treten. Ein Clown, ein Pianist, Gesang, ein Michael-Jackson-Imitator, eine Talentshow: Das 6. Weinfest zog trotz Regenwetters Zuschauer und viele Liebhaber des Rebensaftes an. So hatte die ausrichtende Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie (ARGE) wieder auf das richtige Programm gesetzt, das mit zahlreichen Highlights für Kurzweil sorgte. „Dieses Programm ist ohne die Unterstützung des ansässigen Einzelhandels und der Weinhändler überhaupt nicht möglich”, erklärte ARGE-Vorsitzende Manfred Wirtz, der von den Weinhändlern unisono hörte: „In Würselen zu sein, ist einzigartig. Wir kommen nicht nur gerne wegen des guten Geschäfts, sondern vor allem wegen der Stimmung, weil die Würselener besonders nett sind”, brachte es Winzerin Irene Eck auf den Punkt. So tat es kaum Wunder, dass in diesem Jahr ein sechster Weinhändler das Angebot verstärkte.

Ohrwurm

Dass es immer wieder regnete, war nicht schlimm, denn unter einem großen bunten Zeltdach, das von einem Kran gehalten wurde, entkamen die Besucher vor dem Rathaus dem lästigen Nass von oben. Sie saßen auf Holzbänken und lauschten der Musik. Vor allem dem persischen Opernstar Mario Tanghadossi, der Würselen als seine Heimat bezeichnet und gerne für seine Freunde und Nachbarn singt. Wer seine Interpretation von „Chianti-Wein” hörte, trug sie in den nächsten Stunden als Ohrwurm mit sich herum, wollte mehr hören und blieb sowieso sitzen, um Weiß-, Rosé- oder Rotwein zu trinken. Als Pianistin Katja Schönafinger, mit der der Tenor schon seit zehn Jahren auftritt, aufspielte, erstarb manches Gespräch, um gebannt den Melodien zu folgen.

Nachwuchstalent

Der Michael-Jackson-Imitator Sascha Pazdera wurde von vielen Besuchern schon sehnsüchtig erwartet, als noch der Talentwettbewerb lief. Da war es für Nadine ein Leichtes, die Jury von ihrem Können zu überzeugen. „Ich habe schon mit fünf Jahren in Haaren bei einer Mini-Playback-Show mitgemacht”, erzählte die Schülerin, die seit zwei Wochen Gesangsunterricht nimmt und als ersten großen Erfolg den Talentwettbewerb während der Euregio-Wirtschaftsschau im Frühjahr gewonnen hatte. Ob sie mal eine Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar” anstrebt? „Nadine soll nicht verheizt werden”, erklärte Vater Artur Noetzel. Er wünscht sich für seine Tochter eine gute Gesangsausbildung. Aber dafür sei ja noch Zeit. Für Gänsehaut sorgte die Schülerin schon jetzt. Auch, während auf der Kaiserstraße am Sonntag viele Besucher durch die Geschäfte bummelten, denn der Einzelhandel hatte das Weinfest als Anlass genommen, seine Pforten zu öffnen.

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