Würselen: Cemecon: Wahlvorstand packt Arbeit für Betriebsrat an

Würselen: Cemecon: Wahlvorstand packt Arbeit für Betriebsrat an

Als „sehr produktiv” wertete Franz-Peter Beckers die Betriebsversammlung bei der High-Tech-Perle Cemecon am Donnerstag.

Der Erste Bevollmächtigte der Industrie-Gewerkschaft Metall in Aachen war in der Mitarbeiterkantine des Unternehmens sozusagen der Gastgeber. Denn es ging um die Vorbereitung der Wahl des ersten Betriebsrats.

Auch aus Sicht des vorläufigen Insolvenzverwalters von Cemecon, dem Aachener Rechtsanwalt Thomas Georg, sei die Gründung dieser Mitarbeitervertretung eine wichtige Grundlage im laufenden Sanierungsprozess, erklärte Beckers.

Zudem habe er mit der Firmenspitze gesprochen, die gleichfalls „froh ist, dass das Wahlverfahren in Gang kommt”.

Dieser betriebsinterne Urnengang ist an feste Regularien gebunden. So dürften bis zur eigentlichen Wahl eines neunköpfigen Betriebsrats laut dem IG-Metall-Vertreter mindestens acht Wochen vergehen, meint Beckers.

„Ich hoffe, dass das Aachener Amtsgericht bis dahin nicht schon das endgültige Insolvenzverfahren eingeleitet hat”, fügte Beckers an. Wenn es wie gesetzlich möglich maximal drei Monate Insolvenzausfallgeld für die Cemecon-Mitarbeiter geben könne, bleibe auch genügend Zeit, den Betriebsrat handlungsfähig zu installieren, damit der Insolvenzverwalter einen direkten Ansprechpartner in der Belegschaft habe.

Ansonsten drohten langwierige Verhandlungen mit jedem einzelnen Mitarbeiter. Gut 160 Kollegen nahmen an der Abstimmung teil, verlautete anschließend.

Aus dem Kreis der Belegschaft war nach der Betriebsversammlung zu hören, dass nicht unbedingt alle der drei gewählten Kollegen für den Wahlvorstand, der die Wahl vorbereiten soll, auf der Wunschliste der Cemecon-Produktionsarbeiter gestanden hätten.

„Erst fünf Minuten vor Beginn” der Veranstaltung sei nämlich eine „Gegenliste” mit Kandidaten präsentiert worden, die aus den Reihen der Verwaltungsmitarbeiter kämen, etwa dem Marketing und der technischen Leitung. Der einzige Metaller sei nur „mit hauchdünner Mehrheit” in den Wahlvorstand berufen worden.

Teile der Belegschaft treibt nun die Sorge um, diese beiden anderen Leute könnten „dem Arbeitgeber besonders genehm” sein und von diesem nach Kräften unterstützt werden, um eine IG-Metall-Dominanz zu verhindern.

„Und wenn´s so wäre - wir sind erst einmal heilfroh, dass wir diesen Riesenschritt auf dem Weg zum Betriebsrat geschafft haben”, meinte ein Cemecon-Mitarbeiter.

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