„Celtic Euregio Days“ im Grube-Adolf-Park

Musik, Handwerk und Kulinarisches in Merkstein : Kernige Kelten treffen harte Bergleute

Grund zum Hadern hatten Frank Staudinger und Franz-Josef Küppers eigentlich nur mit einem, und zwar mit der Sonne. Die zeigte sich am Wochenende bei der zweiten Auflage der „Celtic Euregio Days“ über dem Grube-Adolf-Park in Merkstein ganz und gar nicht schottisch und geizte nicht mit großer Strahlkraft und höchten Temperaturen an die 40 Grad.

Frank Staudinger, Vorsitzender vom Deutsch-Schottischen Freundschaftsbund für Kultur und Soziales, und Franz-Josef Küppers, Vorsitzender vom Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf, nahmen es dennoch mit keltischer beziehungsweise bergmännischer Gelassenheit.

Die beiden Vereine haben sich gesucht und gefunden, und in Co-Produktion veranstalten sie neben den „Celtic Euregio Days“ auch andere Veranstaltungen und Unternehmungen, etwa das traditionelle schottische Fest „Burns Night“ oder Reisen nach Schottland und Irland.

Und so war es auch an diesem Wochenende kein Wunder, dass neben Schottenröcken und keltischen Gewändern die Bergmannskluft in großer Zahl vertreten war – und Hemdsärmeligkeit.

So etwa auch bei Bürgermeister Christoph von den Driesch, den man eigentlich nur ganz selten ohne Jackett antrifft. Als Schirmherr der Veranstaltung hatte er angesichts der Temperaturen diesmal darauf verzichtet. Nicht aber auf Lob und Bewunderung für das Engagement der beiden Vereine und für das, was sie auf die Beine gestellt hatten: „Im ersten Jahr konnte man noch nicht absehen, wie die ‚Celtic Euregio Days‘ hier im Grube Adolf Park ankommen. Aber wenn man sich das bunte Treiben hier anschaut, dann ist das ein voller Erfolg“, zeigte er sich stolz, dass die Stadt Herzogenrath mit diesem Event Freunde der schottisch-irischen Kultur weit über die Region hinaus nach Roda zieht und der Stadt ein beneidenswertes Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Tradition solle diese Gemeinschaftsproduktion aus Keltentum und Bergbauhistorie und in das „Kulturprogramm der Stadt Herzogenrath“ aufgenommen werden – eine Auszeichnung, eine Ehre. Und das musikalisch-kulturelle Programm hatte solches auch verdient. Neben den Dudelsackgruppen „Scottish Sound“ und „White Hackle Pipes and Drums“ zogen auch die Irish- oder Celtic-Folk-Bands die Besucher in ihren Bann und nahmen sie mit auf eine musikalische Reise in die Vergangenheit, zu den schottischen Highlands oder in das Irland der grünen Weiden, mal ausgelassen fröhlich, mal melancholisch. Durch das ganze Wochenende begleitete die Gruppe „Spielmannsfeuer“ – fünf junge Männer von kräftiger Statue, die geradewegs aus den Highlands nach Merkstein gekommen sein könnten – mit ihrer mittelalterlichen Marktmusik.

Alte, aber umso beliebte Bekannte waren auch da: das „Trio Mhara“ mit seinen wilden Reels und tiefsinnigen Balladen oder die Tanzgruppe „Chailini“, drei junge Damen, die durch ihren Tanz die Mythologie Irlands aufleben ließen sowie „Shinding“, ein irisch-deutsch-holländisch-kanadisches (!) Quartett. Und natürlich die Bands „The Connemara Stone Company“, eine mit zahlreichen Preisen in der Kategorie „Beste Folk Band“ ausgezeichnete Gruppe, die keltisch-gälische Musik rockig interpretiert, und „Skibbereen“ aus Kerkrade, die ihre Freundschaft über keltische Musik ausleben. Ein Heimspiel bot sich der „Roda-Rocks-Schulband“, die von den Veranstaltern die Gelegenheit geboten bekam, einmal auf der „großen Bühne“ ihr Programm zu präsentieren.

Neben der Musik und dem Tanz ging es auch sonst ganz schottisch-keltisch zu. Kulinarisches von der Insel – Fish & Chips, Irish Stew, Steaks, Kilkeney und natürlich schottischer und irischer Whisky – konnte bei einem Spaziergang durch das keltische Lager genossen werden, in dem die „Friends of Scotland“, die Clans „Mac Cait“, „Mac Conn“, „Kincaid“ und „Gordoun of Glenmore“ einen Einblick in das mittelalterliche Leben in Schottland gewährten.

Die „mittelalterlichen Schotten“ gaben den Besuchern aus der Gegenwart gerne Auskunft über Traditionen, Waffen, Rezepte, Stickereien, Stoffen oder Schlafgewohnheiten. Auch Letzteres praktizierten die Schottland-Fans nämlich direkt vor Ort in ihren schweren Zelten, nachdem sich die wenig geizige Sonne am Abend nach einem langen aber äußerst keltisch-schönen Samstag hinter der Halde der Grube Adolf verabschiedet hatte. Und am frühen Sonntagmorgen wieder wiederum nicht mit ihrer Strahlkraft geizte.

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