Bürgerversammlung zum Baugebiet Kämpchenstraße

Noch offene Fragen : Zweiter Teil des Baugebiets Kämpchenstraße nimmt Formen an

Einen Maßstab für den geplanten Abschnitt „B“ im Kohlscheider Baugebiet „Kämpchenstraße“ haben Interessierte wie Anwohner schon.

Gebäude und Straßenzüge im A-Teil des Gebiets in Richtung Dornkaulstraße sind mittlerweile errichtet worden, viele Bewohner haben bereits ihr neues Zuhause bezogen. „Teil B“ soll sich laut Markus Sordon von der städtischen Bauleitplanung eng am aktuellen Häuserbestand orientieren.

68 Einfamilienhäuser und sieben Mehrfamilienhäuser sollen im Plangebiet zukünftig Platz finden. Teil A entsprechend soll die Maximalanzahl von zwei Vollgeschossen inklusive Keller nicht überschritten werden.

Seit Mitte November liegt der Entwurf des Bebauungsplans „Kämpchenstraße – Teil B“ zur öffentlichen Einsicht im Rathaus aus. Im Zuge des öffentlichen Beteiligungsverfahrens hatte der Umwelt- und Planungsausschusses unter dem Vorsitzenden Werner Spiertz (CDU) zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Etwa 70 Bürger folgten dem Ruf und informierten sich über den Stand der Dinge des Baulleitplanverfahrens. Offene Fragen und Wünsche wurden von Manuela Heß (Amtsleiterin Stadtplanung und Verkehr), Ragnar Migenda (Technischer Beigeordneter), Volker Wirtz (städtische Kanal- und Straßenplanung) sowie Referent Markus Sordon (städtische Bauleitplanung) beantwortet.

Das Plangebiet erstreckt sich direkt hinter dem bereits errichteten Abschnitt A in östlicher Richtung entlang der Kämpchenstraße. Aufgrund der Bergbauhinterlassenschaften wird das mit Wohnhäusern zu bebauende Gebiet nördlich und südlich eingegrenzt. Entsprechende Gutachten hatten hierzu geraten. Der südliche „Leerstreifen“ entlang der Kämpchenstraße werde laut Sordon als Baufläche für Garagen und einen Grünstreifen genutzt. Die Bäume entlang der Kämpchenstraße blieben erhalten und eine frei wachsende Hecke solle Sichtschutz zur Straße hin herstellen.

Besonders auf das städtebauliche Erscheinungsbild wollen die Planer Wert legen – eine Abstimmung mit dem bereits errichteten Gebiet sei unumgänglich. Bezüglich der Dächer seien sowohl Satteldächer als auch Flachdächer zulässig. Eine Bürgerin aus dem Plenum verwies auf die aus ihrer Sicht „zusammengewürfelten“ Bauformate im Abschnitt A, die „eine gewisse Unordnung vermitteln“. Migenda entgegnete, dass in Bezug auf Investorenwünsche auch Kompromisse eingegangen werden müssten.

Schallschutz und Maßnahmen gegen Starkregen beschäftigten die Bürger ebenfalls. Während die Gestaltung entlang der Kämpchenstraße strengen Schallschutzverordnungen unterliegt, ist die Abwasser- und Regenrückhaltesystematik noch nicht abschließend geregelt. Fest steht allerdings: Auf einen Starkregen wie etwa im vergangenen Jahr müsse man technisch vorbereitet sein. Da das Plangebiet jahrzehntelang nur aus Ackerfläche bestand, verändere sich auch zwangsläufig die Dynamik der Versickerung.

Ein Satungsbeschluss zum Bebauungsplan im Stadtrat ist laut den Verantwortlichen bereits im kommenden März denkbar. Mit Eintreten der Rechtskraft seien dann auch verlässliche Grundstückspreise zu ermitteln. Die Vermarktung der Gesamtfläche läuft zu zwei Dritteln über die Grundstücksentwicklung Herzogenrath GmbH (GEG) in Kooperation mit der S-Immo sowie zu einem Drittel über einen privaten Investor, der im Vorfeld entsprechende Flächen erworben hatte. Bis zum 14. Dezember ist eine Einsicht in den Bebauungsplanentwurf „Teil B“ in Kombination mit dem Umweltbericht im Rathaus möglich.

Ferner wurde auch ein umfassendes Verkehrsgutachten erstellt. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Wirtz, dass im Zuge des hinzukommenden Autoverkehrs, der auch in Richtung Roermonder Straße abfließen werde, keine akuten Maßnahmen geplant seien. In Absprache mit Straßen.NRW sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Eingriff momentan nicht notwendig sei. Im Gegenzug sei eine Maßnahme am „Knotenpunkt Technologiezentrum Herzogenrath“ (Kaiserstraße/Roermonder Straße) in Zukunft denkbar. Man werde die Entwicklungen abwarten müssen, da speziell die Neugestaltung des Kohlscheider Langenbergs die „Hauptschlagader Roermonder Straße“ beeinflussen würde.

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