Herzogenrath: Bürgerinitiative „Kohlscheid 2020“ kämpft für einen lebenswerten Stadtteil

Herzogenrath : Bürgerinitiative „Kohlscheid 2020“ kämpft für einen lebenswerten Stadtteil

„Wir fordern Sie auf, die Stimmen aus Kohlscheid ernst zu nehmen“, sagte Birgit Meyer, als sie Bürgermeister Christoph von den Driesch ein stattliches Paket mit insgesamt 1872 Unterschriften überreichte. In den vergangenen Wochen gesammelt „für ein lebenswertes Kohlscheid“.

Transparenz im Gesamtverfahren vermissen Geschäftsleute und Anwohner und haben sich deswegen in der Initiative „Kohlscheid 2020“ zusammengeschlossen. Sie befürchten durch die Markttangente eine „landstraßenähnliche Umgehungsstraße“, ohne Anlieger- und Parkfunktion. Zudem, so die weitere Sorge, solle ein „völlig überdimensioniertes Einkaufscenter“ gebaut werden.

Dass dabei eine Verkaufsfläche von bis zu 3200 Quadratmetern im Gespräch sei, ist für sie immer noch nicht vom Tisch. Über diese Markttangente würden dann „täglich mehrere tausend Fahrzeuge aus anderen Städten durch Kohlscheid fahren, den Kofferraum füllen und sofort wieder über Kohlscheids Straßen zur Roermonder Straße oder zur neuen L 223 bei ,Vier Jahreszeiten‘ abfahren“.

Was den Kohlscheidern bleibe, so die Angst vor allem der Geschäftsleute im Bereich Südstraße, sei „Autoverkehr, damit verbunden Lärm, Schäden an Natur und Gesundheit“ sowie Gefahren, „insbesondere für unsere Kinder“. So fordert die Initiative im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Pläne wieder auf den Stand von 2014 zurückgedreht werden, die von der Bevölkerung „sehr positiv“ aufgenommen worden seien.

Da sei „eine dem vorhandenen Straßennetz angepasste Anliegerstraße als Verbindung vom Dreieck Südstraße zum Langenberg/Oststraße und eine zeitgemäße Wiederbelebung des Marktzentrums“ geplant gewesen. Von den Driesch betonte bei der Übergabe u.a., dass niemand eine „innerstädtische Autobahn“ wolle. Und: Alleine die topographische Lage (starkes Gefälle) spreche schon gegen einen Supermarkt von der befürchteten Größe.

Übrigens: Unter einer parallel eingeleiteten Online-Petition findet sich auch ein öffentlicher Kommentar des früheren Technischen Dezernenten Rüdiger Staron als Begründung für seine Unterschrift: „Kommt der Markt Am Langenberg, ist eine einmalige Chance für das Zentrum von Kohlscheid leichtsinnig vertan!“ Die Bürgerinitiative fordert: „Die Entwicklung Kohlscheids nicht zu parzellieren, sondern als Ganzes zu betrachten“ und nur einen Nahversorger, nämlich am Markt und keinesfalls am Langenberg anzusiedeln, denn Letzterer würde den Einzelhandel im Zentrum „nur kannibalisieren“. Der Umwelt- und Planungsausschuss wird am Donnerstag, 6. September (ab 17 Uhr), über die Offenlage des Bebauungsplans II/66, Langenberg, Teil A, beschließen. Eine freiwillige Bürgerversammlung wird am 10. Oktober folgen.

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