Würselen: Bürger sehnen die K 34 herbei

Würselen: Bürger sehnen die K 34 herbei

Die Kreisstraße 34 (Osttangente) nimmt mehr und mehr Gestalt an, so dass März 2011 mit ihrer Fertigstellung gerechnet werden kann. Da ist es an der Zeit darüber nachzudenken, wie „Weidens neue Mitte” gestaltet werden soll, wenn der Durchgangsverkehr - hoffentlich - über die neue Kreisstraße abfließen wird.

Um mit den Bügerinnen und Bürgern rechtzeitig ins Gespräch darüber zu kommen, hatte der SPD-Ortsverein Broichweiden zu einer Informationsveranstaltung auf der Grundlage von vor 15 Jahren schon entwickelten Plänen in die Gaststätte „Jägerhof” eingeladen.

„Wir möchten von Ihnen erfahren, wo die Reise hingehen soll”, begrüßte Vorsitzender Gerd Sommer die zwar nur kleine, aber doch äußerst interessierte Schar von Anwohnern. Ihr sach- und fachkundiger Gesprächspartner war Technischer Beigeordneter Till von Hoegen.

Aufmerksamer Zuhörer waren neben Bürgermeister Arno Nelles die Stadtverordneten Frank Huppertz und Dr. Edgar Pasderski. Von Hoegen lenkte in einem kurzen Statement zum Einstieg in die Diskussion den Blick auf die Schandflecken im Ortskern von Weiden.

Die kleine Turnhalle werde nur notdürftig am Leben erhalten. Sobald eine größere Sanierung anfalle, sei sie zu. Nach einer überschlägigen Rechnung bezifferte der Technische Beigeordnete die Kosten für einen Neubau auf 1,2 Millionen und für eine Renovierung auf 600.000 Euro.

Was aus der Halle werde, das müsse der zu verabschiedende Sportentwicklungsplan ergeben. Dass der Weidener Marktplatz ein sozialer Brennpunkt sei, bei dem Abhilfe geschaffen werden müsse, sprach von Hoegen offen an.

Insgesamt müsse sich der Charakter der Hauptstraße zwischen Markt und Eschweilerstraße verändern. Er brachte dabei das vorliegende „Knochenmodell” mit den Knoten am Ende ins Spiel. Auf den ersten müsse am Jodokusplatz schon bald der zweite Bauabschnitt folgen.

Dass mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen nicht gewartet werden könne, bis 2014 das Autobahnkreuz fertig gestellt sei, unterstrich der Beigeordnete. Illusorisch sei es, die Hauptstraße vom Markt bis zur Eschweilerstraße zu sperren.

Sie könne nur so weit zurückgebaut werden, dass zwei Busse sich noch begegnen könnten. Auf Anmerkung eines Anwohners räumte von Hoegen ein, dass ein städtebaulicher Handlungsbedarf bis zur Friedhofsstraße/Schulstraße bestehe.

Ein Hauptanliegen der Bürgerinnen und Bürger war es, den Schwerlastverkehr aus Weiden heraus zu bringen. Von Hoegen gab zu bedenken, dass ein Verbot erst dann ausgesprochen werden könne, wenn die Bundesstraße 264 nach Fertigstellung der K 34 entwidmet werde.

Er hoffe, dass er ab März 2011 über die neue Kreisstraße rollen werde. Skeptisch hingegen war ein Anwohner: „Wenn ein Sattelzug einmal über die K 34 mit seinen unterschiedlich großen Kreisverkehren gefahren ist, wird er kein zweites Mal den Weg wählen.”

90 Prozent der Schwerlaster rollten wegen der Maut über die Hauptstraße, warfen stark davon betroffene Anwohner ein. Sie plädierten dafür, einen Vorstoß zur Verlegung der Mautstelle beim NRW-Landesbetrieb Straßenbau zu unternehmen.

Positiv vermerkt wurde, dass sich der Jodokusplatz in seiner heutigen Gestalt angenommen worden sei. Die Eschweilerstraße künftig so eng wie möglich zu gestalten, darin stimmten die Bürger mit von Hoegen überein.

Dann die Gretchenfrage von Dr. Pasderski: „Soll der Weidener Marktplatz zur Gestaltung eines Zentrums einer Bebauung zugeführt werden oder soll der Platz erhalten bleiben?” Dass gestalterischer Handlungsbedarf bestehe, waren sich die Bürger mit dem Beigeordneten einig. Ihre Bitte: „Kein Hinterhof!”

Eine Turnhalle entlang der Droste-Hülshoff-Straße neu zu errichten, wurde unter anderem vorgeschlagen. Ein Knackpunkt bei möglichen Maßnahmen sei - so von Hoegen - deren Finanzierbarkeit. An dachte er, das nötige „Kleingeld” über den Verkauf von Gründstücken zu rekrutieren.

Von Hoegens ehrliche Meinung: „Es ist eine Schande, den Platz als Parkplatz zu missbrauchen.” Andererseits brauche man Parkraum, zeigte er, wo die Grenzen bei der Gestaltung gesetzt seien.

Schließlich warnte er davor, schon Luftschlösser zu bauen, ehe konkrete und realisierbare Pläne vom Rat beschlossen worden seien.

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