Brustkrebs: Info-Veranstaltung des Luisenhospitals

Brustkrebs : Je früher erkannt, desto besser behandelbar!

Die Informationsveranstaltung zum Thema Brustkrebs auf Burg Rode mit dem neuen Chefarzt der Frauenklinik des Luisenhospitals, Dr. Uwe Heindrichs, findet eine positive Resonanz.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 70.000 Frauen an Brustkrebs. Bei den Männern ist die Zahl mit 600 Erkrankten pro Jahr zwar deutlich geringer, jedoch basieren 70 Prozent von ihnen auf einer genetisch bedingten Vorbelastung. Im Vergleich sind es bei den Frauen nur fünf bis zehn Prozent.

Anlässlich des „Brustkrebsmonats Oktober“ waren der neue Chefarzt der Frauenklinik des Luisenhospitals, Dr. Uwe Heindrichs, sowie der Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Luisenhospital, Privatdozent Dr. Dan mon O'Dey, auf der Burg Rode in Herzogenrath zu Gast, um interessierte Bürgerinnen und Bürger über Vorsorge, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten zum Thema „Brustkrebs“ zu informieren. Die Frauenklinik des Luisenhospitals Aachen gewährleistet als Teil des Brustzentrums Aachen Diagnostik, Therapie und Nachbehandlung von Brustkrebserkrankungen bei Frauen und Männern nach aktuellen Standards. Der Schwerpunkt wird auf die brusterhaltende Therapie gelegt.

„Je früher ein Mammakarzinom, erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen“, erklärte Heindrichs. Was früher nur durch Abtasten zu bemerken war, ist durch die Mammografie jetzt viel früher feststellbar. „Wenn man damals einen Tumor in der Größe von zwei bis drei Zentimeter ertastet hat, waren bis dahin schon viele umliegende Lymphknoten befallen, sodass eine radikale Lösung die einzig mögliche war. Heutzutage können wir mittels Mammografie und dank neuester Forschung Tumore entdecken, die wesentlich kleiner sind, und diese zum Teil sogar minimalinvasiv abtragen. Dabei testen wir, wie viele der umliegenden Lymphknoten tatsächlich befallen sind und entfernen nicht mehr als notwendig.“

Ist eine größere Teilresektion (brusterhaltend) oder im schlimmsten Fall eine radikale Mastektomie (brustentfernend) unumgänglich, arbeiten Dr. Heindrichs und Dr. O’Dey gemeinsam und interdisziplinär während einer Operation. „Um sowohl die Leidenszeit der Patientin als auch den Krankenhausaufenthalt zu verringern, versuchen wir, immer wenn möglich, die Rekonstruktion der Brust direkt im Anschluss an die Tumorentfernung in der gleichen OP durchzuführen“, sagte O’Dey. „Das Wohl der Patientin – auch das seelische – liegt uns besonders am Herzen.“ Deshalb wird jeder Fall von Brustkrebs individuell betrachtet und behandelt. „Es gibt eben nicht ‚das‘ Mammakarzinom“, erläuterte Heindrichs. Die Ärzte unterscheiden dabei mittlerweile zwischen acht verschiedenen Arten von Brustkrebs, die sich in ihrer Zellstruktur und infolgedessen auch in ihrer Behandlungsmethodik unterscheiden.

Deshalb ist es umso wichtiger, den Tumor früh zu erkennen. Denn obwohl in Deutschland jährlich rund 17.000 Menschen an den Folgen von Brustkrebs sterben, sind die Zahlen rückläufig. „Wird der Krebs früh erkannt, ist er gut behandelbar. Wir appellieren an alle Frauen, die die Einladung zur Mammografie erhalten: Gehen Sie hin! Mit steigendem Alter steigt das Risiko an Krebs zu erkranken“, erklärt O’Dey. Alle Frauen, die mit unter 50 Jahren noch keine Einladung zu Mammografie kriegen, sollten sich regelmäßig von ihrem Gynäkologen durchchecken lassen und bei Bedarf auf einen Ultraschall der Brust bestehen. „Und auch Männer sollten bei Auffälligkeiten oder Knotenbildung lieber rechtzeitig einen Arzt aufsuchen“, appellierte Heindrichs.

(hei)