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Broichweiden: Standort Parkstraße für Sport- und Begegnungsstätte

Neuer Plan für Sport- und Begegnungsstätte : Vereinigte Vereine treffen sich mit Fraktionsspitzen des Würselener Rates

Auf Einladung der Broichweidener Vereinsgemeinschaft trafen sich die Würselener Fraktionsspitzen bereits zum dritten Mal außerhalb des Rathauses, um in Sachen Weidener Sport- und Kulturzentrum offene Fragen zu besprechen.

Der Sprecher der Vereine, Josef Kuck, schildert hier die Zusammenkunft aus seiner Sicht. Demnach habe Kuck bei der Zusammenkunft „auf die verschworene Gemeinschaft unterschiedlichster Sport- und Kulturvereine“ aufmerksam gemacht, die sich jetzt schon im fünften Jahr um neue Räumlichkeiten bemühe. Kuck habe dabei insbesondere auf den Kooperationsvertag zwischen den Fußballvereinen VfR Linden-Neusen und Teutonia Weiden verwiesen, der es beiden erlaube, den noch zu bauenden Kunstrasenplatz am Dorfplatz von Linden-Neusen und den Rasenplatz in Weiden jeweils paritätisch für den Trainings- und Spielbetrieb zu nutzen.

Dieser Kooperationsvertrag habe das gemeinsame Konzept für die Sport- und Kulturstätten erst möglich gemacht, das im Sportstättenkonzept der Stadt seinen Niederschlag gefunden habe. Am Beispiel des KV Hölze Peäd zeigte Kuck, wie wichtig es den Broichweidener Vereinen sei, mit einer Stimme ihre Interessen zu vertreten, habe doch der Karnevalsverein einen Vorstandsbeschluss revidiert, der zunächst ein Votum für den Standort „an Kappertz“ beinhaltete, aber nun den Standort an der Parkstrasse präferiert, wie alle anderen Vereine dies wünschten. 

Wichtige Diskussion 

Warum dieser Standort für das sportliche und kulturelle Leben so wichtig sei, erläuterte nach Angaben von Kuck einer der beiden Vorsitzenden, Dr. Helmut Bergstein, am Beispiel des 2018 neu gegründeten HC Weiden, der es sich auf die Fahnen geschrieben habe, den Handballsport sowohl in die Spitze als auch in die Breite zu fördern.

Er habe erläutert, dass durch den Zusammenschluss der Handballer von TV und Westwacht Weiden nicht nur unter sportlichen Aspekten, sondern vor allem auch unter sozialen Gesichtspunkten es wichtig sei, die neu heranwachsende Einigkeit „im Dorf“ und nicht außerhalb vorantreiben zu wollen. Für den Schulterschluss aller Broichweidener Vereine sei der Standort Parkstraße daher gleichermaßen unerlässlich.

Wie wichtig die Diskussion um den alternativen Standort gewesen sei, habe Bergstein an dem von den Vereinen neu entwickelten Plan zur Realisierung der gewünschten Sport- und Kulturstätten aufgezeigt: Durch Kappertz hätte man neu denken gelernt und das erste Konzept in wesentlichen Punkten verbessert.

Für die Broichweidener Geschäftswelt habe laut Kuck deren Vorsitzender Heino Schüller betont, dass es aus seiner Sicht als Bauingenieur unabdingbar sei, dass man zukunftsorientiert denke und Sportstätten erstelle, die den aktuellen Anforderungen genügen, was Emissions- und Lärmschutz angehe.

Dieser neue Plan sei bei den Fraktionssprechern auf einhellige Zustimmung gestoßen. Die CDU-Fraktion habe ihn bereits in ihren Antrag an den Bürgermeister aufgenommen, um das Broichweidener Konzept angesichts der maroden Sportstätten endlich auf den Weg zu bringen, wie Manfred Wirtz ausgeführt habe (Beitrag: „Auf Vereine hören“ in der Ausgabe vom 16. Januar). Der Sprecher der SPD-Fraktion im Sportausschuss Winfried Hahn habe betont, dass seine Fraktion sich nach einer mit Herzblut geführten Diskussion frühzeitig für den Standort an der Parkstrasse entschieden habe, weil man nicht wolle, dass die Vereinsgemeinschaft aus dem Ort und an dessen Rand gedrängt werde.

Inhaltlich habe sich laut Kuck dieser Sichtweise Hans Carduck für die FDP-Fraktion angeschlossen. Er habe jedoch darauf verwiesen, dass der neue Plan der Vereine gar nicht so neu sei, sondern er sich an einen Workshop vor vielen Jahren zur Ortserneuerung Broichweidens erinnere, in dem ein ähnliches Konzept vorgestellt worden sei. Carduck habe die von Dr. Edgar Pasderwski (SPD) vorgetragenen Bedenken unterstützt, ob die für das ursprüngliche Weidener Konzept bereitgestellten Haushaltsmittel in Höhe von 9,8 Mio. Euro auf den neuen Plan zu übertragen seien, was man aber wohlwollend prüfen wolle.

Für die UWG-Fraktion habe Theo Scherberich ausschließlich lobende Worte gefunden. Egal von welcher Fraktion der Antrag zur Umsetzung des Broichweidener Konzeptes komme, sei es allerhöchste Zeit, dass die Weidener Vereine für ihr Engagement belohnt werden. Seitens der Grünen habe auch Dr. Renate Knauf den Standort Parkstraße begrüßt. Man werde den Plan der Vereine wohlwollend in ihrer Fraktion besprechen.

Beigeordneter Roger Niessen habe der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass sein Antrag beim Deutschen Städtetag positiv beschieden werde und man so zur weiteren Finanzierung des Projektes beitragen könne. 

Bürgerschaftliches Engagement 

Manfred Wirtz habe sich in seinem Statement, das vom Applaus aller Fraktionen begleitet worden sei, bei den Vereinen für ihr bürgerschaftliches Engagement bedankt. Eine solche Geschlossenheit über eine derart lange Zeit habe er in 20 Jahren politischer Tätigkeit noch nicht erlebt. Die Vereine hätten bereits zum zweiten Mal ein durchdachtes Konzept vorgelegt.