Baesweiler: Braucht Beggendorf eine Broschüre für Neubürger?

Baesweiler: Braucht Beggendorf eine Broschüre für Neubürger?

Im Grunde ist Beggendorf recht überschaubar: Der Baesweiler Ortsteil hat so um die 1700 Einwohner und es gibt dort unter anderem drei Gaststätten, einen Bäcker, einen kleinen Lebensmittelladen und ein Bekleidungsgeschäft. Dort kann man sich ganz gut zurechtfinden, sollte man meinen. Dass es dennoch erstmals eine eigene Neubürgerbroschüre für Beggendorf gibt, hat einen Grund.

Damit die Dorfstruktur auch künftig intakt bleibt, wollen die Macher des Heftchens kräftig für die Vereine und die Pflege der Kultur und Tradition im Ort werben.

Auf den Weg gebracht haben die Broschüre der Ortvorsteher Ferdinand Reinartz sowie Edwin Michel und Wilfried Menke. Drei gestandene Christdemokraten — doch soll das hier ausdrücklich keine Rolle spielen, unterstreicht Michel. „Wir wollen mit dem Heft keine Politik machen, wir wollen informieren.“ Auch Werbung ist nicht enthalten. „Es soll ja keine Kirmeszeitung sein, es geht hier allein um die Sache“.

Im Blick sind vor allem die, die kürzlich zugezogen sind oder gerade ihr Grundstück für ein Häuschen abstecken, etwa am Ortsausgang Richtung Übach-Palenberg oder am Friedhof. Beggendorf wächst. Doch wächst es auch zusammen? Genau da liegt der Grund für die Broschüre, sagt Edwin Michel. „Es ziehen zwar viele Leute nach Beggendorf, auch junge Familien. Aber die meisten davon bleiben anonym und lernen das Ortsleben gar nicht richtig kennen.“ Eine reine „Schlafstadt“ solle der älteste Teil Baesweilers aber keinesfalls werden. Deshalb nimmt neben einer Chronik Beggendorfs und vielen Fotos vor allem die Präsentation der elf Vereine breiten Raum ein. Das Blasorchester, die Feuerwehr, die KG Rot-Weiße Funken, die Frauentheatergruppe — sie alle zeigen, was sie zu bieten haben.

„Die Vereine sind ja schließlich das, was einen Ort lebens- und liebenswert macht“, sagt Ferdinand Reinartz. Auch der Förderverein der Grundschule stellt sich aus gutem Grund vor, denn die kleine Dorfschule braucht dringend mehr Schüler, wenn sie Bestand haben soll. Unterm Strich geht es darum, neue Beggendorfer zu gewinnen, sie zu integrieren. Es soll eben Werbung sein, „damit der Ort insgesamt lebendig bleibt“, sagt Reinartz. Gut möglich, dass das Heft — 200 Stück sind in der Erstauflage gedruckt, das erste gab es am Donnerstag für Bürgermeister Dr. Willi Links — Nachahmer findet. Parteiintern habe die Idee jedenfalls große Resonanz gefunden. Eine eigene Broschüre für Puffendorf, Loverich oder Oidtweiler? Alles denkbar, sagen die Pioniere in Sachen Stadtteilinfo.

Bekommen sollen die Beggendorfer Broschüre zunächst die Neulinge, doch auch die Alteingesessenen können sich darüber informieren. Fragen beantwortet Edwin Michel unter 02401/51607 oder per E-Mail unter e.michel@cdu-baesweiler.de.

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