Würselen: „Big Brains” ist das beste Team der Mathemeisterschaft

Würselen: „Big Brains” ist das beste Team der Mathemeisterschaft

Eine Mathe-Meisterschaft - vielen Schülern dürfte allein beim Gedanken an eine solche Veranstaltung ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Bei der Wahl des beliebtesten Schulfachs würde Mathematik jedenfalls nicht immer vorne liegen, und manchmal hat man gar den Eindruck, für viele sind schlechte Mathenoten fast schon eine Auszeichnung.

Ändern könnte sich diese Sicht der Dinge, wenn man den Schülern am Würselener Gymnasium zuschaut. 1999 hatten die Sechstklässler zum ersten Mal die besten Mathematiker unter sich ermittelt, und die Begeisterung ist seitdem ungebrochen.

„Ganz schön lustig” findet etwa Martin die Veranstaltung, bei der sich Mathematik mal von einer ganz anderen Seite präsentiert: Schätze suchen, Figuren legen, Ratespiele machen und Geld umherschieben: Wer hätte gedacht, dass das schwierige Fach so schön sein kann?

Die Erprobungsstufenkoordinatorin Gabriele Dickmeis weiß, dass eine ganze Menge Arbeit nötig ist, um solch eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Schließlich haben sich die Mathelehrer, zu denen sie selbst gehört, alle Spiele selbst ausgedacht - in der Freizeit wohlgemerkt.

Tolle Ideen sind dabei entstanden, die auch den jungen Spielern gefallen. Im „Spiegelkabinett” müssen die Jungen und Mädchen beispielsweise aus einzelnen farbigen Blättern ein Muster legen und dieses mithilfe von verstellbaren Spiegeln in einen schönen Stern verwandeln - „ganz schön knifflig”, meint Roman, denn bei manchem Muster kommt es auf Millimeter an.

Angewandt wird aber nicht nur Geometrie: Beim „Mathe-Tabu” gilt es etwa, das Wort „Quadrat” zu erklären, ohne dabei von Rechtecken, Vierecken oder rechten Winkeln zu reden.

Bei der Schatzsuche müssen die Schülerinnen und Schüler hingegen den Schulhof absuchen, bewaffnet nur mit einem Kompass und einer Reihe von Koordinaten.

Einzelkämpfer sind bei keiner der Disziplinen gefragt: Die Schüler wurden einzelnen Teams zugelost, die Namen tragen wie „Schlaue Dummies”, „Rechenstrolche”, „Chaosmathematiker” oder „Mathe-Mozarts”. Der Wettbewerb schweißt sie dabei zusammen, wie Nina erklärt: „Egal mit wem man zusammen ist: Alle arbeiten zusammen und sind motiviert.” Auch Alina hat den Teamgedanken verinnerlicht: „Alleine klappt´s eben nicht.”

Zusammengehörig fühlen sich aber nicht nur die Gruppen. Rund 30 Lehrer, 30 Schüler aus Mittel- und Oberstufe sowie 30 Eltern helfen, damit die rund 150 Sechstklässler einen reibungsfreien Nachmittag erleben. „Die Mathematikmeisterschaft ist so auch sehr gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schule”, meint Gabriele Dickmeis.

Wie viel Arbeit nicht nur bei der Vorbereitung, sondern auch während des Tages anfällt, ist kaum zu übersehen: Immer wieder kommen Schüler, lassen sich erfolgreich absolvierte Aufgaben abstempeln, geben Laufzettel ab, wollen zur nächsten Station geleitet werden, und auch in der Cafeteria muss immer eine Besetzung da sein, die sich um Stärkungen für zwischendurch kümmert. Die Sechstklässler selbst flitzen währenddessen von einer Station zur nächsten, um ihre Aufgaben zu erledigen. Sechs Stationen sind es, jede Aufgabe dauert etwa zehn Minuten. So manch einer entdeckt dabei gar neues Selbstvertrauen. „Wichtig war, dass wir zusammen überlegt haben. Wir haben alles erstaunlich gut geschafft, und es hat Spaß gemacht”, meint Paul.

Seine Mitschülerin Nina zeigt sich währenddessen dankbar: „Es ist toll, dass die älteren Schüler und die Lehrer das für uns machen.”

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