Bessere Bushaltestellen für Alsdorf?

Alsdorf : Grüne wollen Bushaltestellen besser ausstatten

Katastrophale Zustände monieren die Alsdorfer Grünen mit Blick auf die Bushaltestellen in Alsdorf. Sie seien „weit davon entfernt, das Kriterium der Barrierefreiheit, aber auch ganz allgemein der Nutzerfreundlichkeit zu erfüllen“. Gemeint ist, dass viele Bushaltestellen „nackt“ sind, also über kein Wartehäuschen, geschweige denn über eine Sitzbank verfügen.

Das stimmt.

Bislang haben nur 15 Prozent der Haltestellen einen Wetterschutz.

Aus Sicht der Grünen keine Kleinigkeit, schließlich gelte es, die Auflagen des Nahverkehrsplans 2016-2020 der Kreise, kreisfreien Städte und Zweckverbände zu erfüllen, nach Anhörung der städteregionsangehörigen Städte wie Alsdorf. Im Zuge der Fortschreibung dieses Plans durch Städteregion und AVV im Februar 2016 sei auch das Konzept „Mobile Region 2020“ mit dem Schwerpunkt Erstellung eines Haltestellenkatasters und Herstellung der Barrierefreiheit bis Jahresbeginn 2022 beschlossen worden. Und die Grünen sind der Meinung, dass Wartehäuschen und Bänke zwingend dazugehören.

Das stimmt nicht so ganz.

Wie die Stadt Alsdorf denn diese Vorgaben zu erfüllen gedenke, fragen die Grünen jedenfalls nun die Stadtverwaltung in einem Fraktionsantrag, der am Donnerstag kommender Woche (22. März, ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses an der Hubertusstraße 17) auf der Tagesordnung des Rates steht.

Die Technische Beigeordnete der Stadt, Susanne Lo Cicero-Marenberg, sieht die Prioritäten im von den Grünen genannten Plan etwas anders: „Man kann das so nicht 1:1 übertragen. Überdachungen und Sitzgelegenheiten sind keine originären Merkmale der Barrierefreiheit.“ Komfortabler würden die Haltestellen dadurch, das sei unbenommen.

Aber viel dringlicher sei beispielsweise die Frage, wie Menschen mit Behinderung eine Haltestellen finden und wie sie in den Bus einsteigen können. Deshalb statte Alsdorf die Busbordsteine peu á peu mit geriffelten Leitstreifen aus. Und jenseits des Bordsteins und der Einflussmöglichkeiten Alsdorfs seien beispielsweise Niederflurbusse im Einsatz, die einen leichten Einstieg ermöglichen.

Fahrpläne mit Blindenschrift und/oder besonderen Kontrastfarben zu versehen, sei ein weiterer Punkt. „Das gehört alles zur Basic-Ausstattung, die städteregionsweit Standard werden soll“, so Lo Cicero-Marenberg. Bei all diesen Punkten spiele es eine wichtige Rolle, wie stark die einzelnen Bushaltestellen frequentiert seien, um priorisieren zu können. Unter dem Strich sei es aus Verwaltungssicht also wichtiger, mit den wenigen, zur Verfügung stehenden Mitteln zunächst einmal die Barrierefreiheit herzustellen, bevor man sich dem Komfort widme.

„Wir haben auch schon einmal den Anlauf unternommen, Werbepartner zu finden, um gesponserte Wartehäuschen aufstellen zu können“, so die Technische Beigeordnete weiter. Damals sei das auf vernichtend geringe Resonanz gestoßen, aber da sich Alsdorf langsam aus seinem Schattendasein löse, könne sich das vielleicht bald zum Positiven wenden. Im Industriepark stünden bereits einzelne gelungene Beispiele, vielleicht ließe sich dies doch bald auch auf das Stadtgebiet ausweiten.

Das von den Grünen genannte Kataster werde, nebenbei bemerkt, von der Städteregion umgesetzt und mit für die Kommunen erstellt.

Umgeschichtete Mittel

Die Grünen sagen außerdem, dass es bereits in den 2000er Jahren Pläne gegeben habe, flächendeckend Wartehäuschen zu errichten. Landesmittel hätten zur Verfügung gestanden, seien aber nicht wie ursprünglich geplant verwendet worden. Gemeint ist, wie Fraktionsvorsitzender Horst-Dieter Heidenreich auf Nachfrage unserer Zeitung ausführte, die Umschichtung von Geldern aus der Fläche in eine einzige Maßnahme, nämlich den Busbahnhof am Mariadorfer Dreieck. Auch der Busbahnhof Annapark hätte damals das Nachsehen gehabt, bis heute ist er ohne Überdachungen.

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