Nordkreis: Besonders an langen Tagen ein Renner

Nordkreis: Besonders an langen Tagen ein Renner

Etwas Neues an einer Schule, das für Schüler und Lehrer gleichermaßen einen hohen Stellenwert einnimmt, ist in der Regel ungewöhnlich. Nicht so am Gymnasium Baesweiler.

Dort wurde jetzt die neue Mensa mit Kioskbetrieb und warmer Mittagsmahlzeit ihrer Bestimmung übergeben. Für rund 1100 Schüler sowie dem Lehrerkollegium hält sie täglich von 7.30 Uhr, also noch vor der ersten Schulstunde, bis 15 Uhr ihre Essensausgabe geöffnet.

Im Rahmen des „1000-Schulen-Förderprogramms” wurden parallel zur energetischen Sanierung des Gymnasiums (wir berichteten) ein 120 Quadratmeter großer Erweiterungsneubau an das Pädagogische Zentrum (PZ) angelegt.

450.000 Euro Baukosten

Der mit 100.000 Euro geförderte und insgesamt 450.000 Euro teure Bau wurde in gerade einmal sechs Monaten umgesetzt. 175 Sitzplätze zum Essen und Verweilen - etwa in der großen Pause oder in Freistunden - bieten PZ und Mensa maximal. „Das Angebot an Snacks oder Brötchen kommt bei uns Schülern bombig an. So eine Mensa war schon lange überfällig”, sagt Schülersprecher Nico Lindstädt. Von einem wahren Andrang spricht der Zwölftklässler wenn es zur Mittagszeit etwa Pasta gibt. Die ist bei allen beliebt.

Auch die Vorsitzende des Lehrerrats, Helga Dollmann-Molitor, ist voll des Lobs für die neue Aufenthaltsgelegenheit auf dem Schulgelände, die von „Spectrum”, einer Unterorganisation des „Rheinischen Vereins”, der wiederum dem Caritas-Verband angeschlossen ist, betrieben wird. „Wir dürfen Wünsche, was das Angebot betrifft, äußern. Und bekommen unsere Bestellung sogar ins Lehrerzimmer gebracht”, freut sich die Vorsitzende über diesen besonderen Service für das Lehrpersonal. Besonders begrüßt die Lehrerschaft, dass die Schüler die Gelegenheit haben, noch vor dem Unterricht etwas zu essen. „Morgens ist es ja oft zeitlich etwas eng, bevor das Haus verlassen wird”, sagt Helga Dollmann-Molitor.

Noch befindet sich das Mensaangebot in der Erprobungsphase: „Zunächst muss einmal festgestellt werden wie die Wünsche der Kunden´ aussehen, wie das Essen angenommen wird”, sagt Schulleiter Wilhelm Merschen. Eins sollte aber auf jeden Fall gewährleistet sein: Das Essen sollte gesund, die Mahlzeiten ausgewogen sein. Dafür gibt Bernhard Preuß, Projektleiter von „Sprectrum”, sein Wort: „Natürlich steht auch einmal ein Hamburger auf dem Speiseplan, aber gesunde Mahlzeiten, die schmecken, sind auch uns wichtig.”

Zur Wahl stehen immer zwei verschiedene Mittagessen, die möglichst am Vortag, spätestens aber früh morgens am gleichen Tag bestellt werden können. An den „Langtagen” - montags und donnerstags -Êist der Ansturm auf die warme Mahlzeit natürlich besonders groß. Dann haben die zwei Damen hinter der Theke bei der Ausgabe alle Hände voll zu tun.

„Immer freundlich”

Die beiden Dienstbaren werden von Schülern und Lehrern übrigens nachdrücklich gelobt: „Sie sind immer freundlich und erfüllen auch Extrawünsche oder geben Nachschlag”, sagt Nico Lindstädt. Die Damen im Service sind auf ihre Art aber auch eine Besonderheit. Durch „Spectrum” haben sie den Weg von der Langzeitarbeitslosigkeit ans Baesweiler Gymnasium in Vollbeschäftigung gefunden. „Bislang waren wir auf dem Gebiet nur in Aachen tätig, aber jetzt wollen wir auch Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit in der Städteregion in Arbeit bringen. Das hier ist der erste Schritt”, sagt Bernhard Preuß.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens sieht den Mensabau und überhaupt die gesamte Sanierung des Gymnasiums als Ausdruck höchster Wertschätzung für die Baesweiler Schullandschaft und hier besonders des Gymnasiums: „Mit der zehn Millionen schweren Investition setzen wir auf die Zukunft, die jungen Menschen in unserer Stadt. Da steht die Bildung ganz weit vorne an.”

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