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Benefizkonzert der Lions-Clubs Würselen und Eschweiler-Stolberg

Viel Beifall : Benefizkonzert der Lions-Clubs beeindruckt die Zuhörer

Es mag ein zufälliges Zusammentreffen gewesen sein, als Tatsache war es aber sinnvoll: Das Benefizkonzert der Lions-Clubs Würselen und Eschweiler-Stolberg stand am Aufführungstag (Holocaust-Gedenktag) ganz im Zeichen des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Dessen Werke waren in der Zeit des Nationalsozialismus wegen der jüdischen Herkunft Mendelssohns, Enkel des aufgeklärten Philisophen Moses Mendelssohn, verboten. Und dies, obwohl der Komponist zu seinen Lebzeiten zum evangelischen Glauben übergetreten war. Der religiöse Antijudaismus des Mittelalters war in der Moderne einem rassistischen Antisemitismus gewichen.

Die Auftretenden stellten die Eintrittsgelder einem gutem Zweck zur Verfügung: nämlich den Sozialpädriatischen Zentren Aachen und Stolberg. Sie sind Versorgungseinrichtungen und Ambulanzen für Kinder und Jugendliche, die in verschiedenen Bereichen der Entwicklung Störungen oder Behinderungen aufweisen. Nach der Begrüßung durch Dr. Stephan Hausknecht, den Präsidenten des Lions-Clubs Eschweiler-Stolberg, leitete Hans-Günther Leuchter als verantwortlicher Organisator der Konzerte in der Pfarrkirche St. Pius X., zu den musikalischen Darbietungen des Abends über.

Das Orchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen, zauberte unter der Leitung von Professor Herbert Görtz mit "Die Hebriden" ein kleines, aber feines Bravourstück des jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy auf die Bühne. Gespeist von Mendelssohns Schottland-Begeisterung und filigran in der Kompositionstechnik, ließ die saubere und schwungvolle Interpretation des Orchesters keine Wünsche übrig. Zur ergreifenden Interpretation und dem mendelssohn-typischen, feierlichen Klang des Psalmes „Lauda Sion" gesellte sich dann der von Hermann Godland einstudierte Chor der Musikschule Aachen, Ars Cantandi, zum Orchester.

Johann Wolfgang Goethe hatte ein besonderes und positives Verhältnis zum Wunderkind Felix Mendelssohn-Bartholdy, den er über seinen musikalischen Freund Zelter kennen- und schätzenlernte. Die Begeisterung beruhte auf Gegenseitigkeit: Auch Mendelssohn bewunderte den ihn protegierenden Dichterfürsten aus Weimar. Zeugnis dieser Begeisterung ist Mendelssohns Vertonung von „Die erste Walpurgisnacht", die in der Faust-Dichtung ihre literarische Entsprechung hat.

Chor und Orchester lieferten unter dem Dirigat von Professor Herbert Görtz eine konzentrierte und dichte Darbietung, welche die unterschiedliche Stimmung der Jahreszeiten und den Kontrast zwischen heidnischer und christlicher Weltdurchdringung durchscheinen ließen: eine Interpretation, welche die Besucher in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Pius X. sichtlich packte. Als Solisten in den beiden Vokalwerken wurden ihrer Aufgabe jederzeit gerecht: Miriam Rippel, Amy Schillings (Sopran), Julie Phan, Makiko Kawaguchi (Mezzo-Sopran), Marcel Oleniecki, Vincent Debus (Tenor), Michael Krinner, Donghyun Lee und Maximilian Haschemi (Bass-Bariton).

Zum 17. Male musizierten nun schon Chor und Orchester unter der Leitung von Professor Herbert Görtz in St. Pius X. Würselen. Die Besucher hoffen nun allemal: da capo!

(jope)