Alsdorf: Beim Schub(s)karrenrennen fährt die Partylaune mit

Alsdorf : Beim Schub(s)karrenrennen fährt die Partylaune mit

Auf diesen Tag haben sie lange hingearbeitet, die Schub(s)-karrenrenner der Maigesellschaft Esser. Die Männer und Frauen um ihren Vorsitzenden Markus Esser sind sicher, dass sie das Rennen gewinnen werden. Die Tour der Schubkarren, die sich durch den schnieken Alsdorfer Ortsteil Zopp zieht.

Schließlich haben die „Bundeswehr“-Soldaten und -soldatinnen lange an ihrem Gefährt — mit Motor ausgestattet — gewerkelt. Und jetzt ziehen sie hupend, donnernd, aus Wasserpistolen spritzend die Glückauf-Straße herunter. Natürlich sind genügend Bierchen im „Beiwagen“ gekühlt.

Gärtner gegen den „Bund“: Die Naturfreunde lassen sich gerne von den strammen Soldaten mit Wasserpistolen bespritzen — bei der 30 Hitze. Sie stellten die Spitze beim Umzug durch das Dörfchen Zopp: Maipaar Isabelle und Markus Mertens (rechtes Bild). Foto: Sigi Malinowski

Denn das Kommandieren geht nur mit geölter Stimme. Thomas Weber am Megafon haut einen Spruch nach dem anderen raus und führt sein Team zielsicher an die erste von vier Tankstellen, die bei Heimatforscher Alfred Raimund sowie bei Walter Mingers, Michel Engels und Markus Jeandree sehr fantasievoll eingerichtet wurden.

Ihnen folgen die Gärtnerinnen und Gärtner um Kerstin Krug und Mirella Fiebes. Sie haben bereits schwer geladen. In ihren Schubkarren versteht sich, die randvoll mit Blumenerde und Pflanzen ausstaffiert wurden. Bevor es auf die feuchtfröhliche Strecke geht, erzählt Mirella Fiebes, Schriftführerin, noch ein bisschen aus der Geschichte dieses Schub(s)karrenrennens, dass eine lange Tradition hat.

Tradition wird am Leben gehalten

Von den Baesweiler Karnevalisten „de Schörjer“ abgekupfert? „Nein, die haben das bestimmt von uns abgeschaut“, verweist Fiebes lachend auf die 1930er Jahre, in denen die Zopper zum ersten Mal auf diese Art und Weise unterwegs waren. „Wir halten eben die Tradition dadurch lebendig“, ergänzt Vize-Vorsitzende Kerstin Krug.

Noch am Vorabend haben sie im Rahmen des großen Siedlerabends ihren Vorsitzenden Willi Elsen den Titel Ehrenvorsitzender verliehen. Das machten der neue Chef Marcel Rahyr, Kerstin Krug und Mirella Fiebes gemeinsam. Okay, es ist schwieriger geworden, Nachwuchs für die Siedlerfeste zu bekommen. Um das Projekt insgesamt aufrecht zu erhalten.

Doch davon nehmen sich in diesen Tagen die frisch gebackenen Eltern Michael Plum und Manuela Krug aus. Sie sind gerade Eltern eines strammen Sohnes Phil geworden. Grund genug, den jüngsten Siedler der Zopper Geschichte kräftig „pinkeln zu lassen“.

Das ging an den Tankstellen ebenso gut wie am Eröffnungstag, als Silvi und Ralf von Bryan Adams über Venga Boys bis zu Helene Fischer einen bunten und gut angenommenen Abend mit der passenden Musik garnierten.

Tränen der Rührung

Groß war das Interesse der Siedler auch am darauf folgenden Abend, als man Willi Elsen zum Ehrenvorsitzenden ernannte und neben den vielen Ehrungen auch die Play-Back-Show der „Freunde pur“ gerne annahm.

Und am Schlusstag verdrückte dann auch das Maipaar Isabelle und Markus Mertens ein Tränchen der Rührung. Weil es so schön war. Ob Festumzug, Siedlerabend oder eben die Showkämpfe zum Rennen, als man in Eisblöcken nach dem Schlüssel zur Schatztruhe erfolgreich suchte.

Ein bisschen Dschungelatmosphäre. Nur die Lästereien fehlten. „So was gibt’s bei uns nicht“, schmunzelte Kerstin Krug. „Wir duellieren uns nur beim Bier.“ Mit der Schlagzahl der Getränke mochte sie allerdings nicht herausrücken.

Viele Dankesworte richteten Vorsitzender Marcel Rahyr und die Vizevorsitzende der Siedlungsgemeinschaft Alsdorf-Zopp, Kerstin Krug an den neuen Ehrenvorsitzenden Willi Elsen.

Bedankt hatte sich der neue Vorstand zuvor bei den ausgeschiedenen geschäftsführenden Vorständlern Bettina Elsen, Agnes Dziwisch und Willi Elsen.

(mas)
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