Baesweiler: Beim Ferienprogramm die Natur des Settericher Quartiers erforscht

Baesweiler : Beim Ferienprogramm die Natur des Settericher Quartiers erforscht

Eine ganze Woche lang haben sich die jungen Forscher zwischen sechs und zwölf Jahren im Haus Setterich eingefunden, um die Flora und Fauna des heimischen „Quartiers“ genauer zu untersuchen. Das Ferienprogramm „Natur im Quartier“ der Vivawest-Stiftung in Kooperation mit Umweltpädagogin Monika Nelißen und dem Naturschutzbund Aachen Land ist auch im Sommer 2018 wieder voll eingeschlagen.

Wie kommt in Setterich das Trinkwasser ins Haus? Wohin fließt das Abwasser? Und welche Tiere leben eigentlich in unseren Gewässern? Dies sind nur einige Fragen, die während der spannenden Exkursionen und Experimentierstunden geklärt wurden. Die „Herausforderungen Wasser“ beschäftigt dieser Tage nicht nur die Politiker. Die kleinen Besucher des Ferienprogramms machten sich selbst ein Bild davon, wie wichtig und kostbar das kühle Nass eigentlich ist.

Im Umkreis um das Haus Setterich wurden verschiedene Brachen besucht. Heuschrecken, Schmetterlinge und Libellen waren die ersten wahrzunehmenden Bewohner der Biotope. Zusammen mit ihrer Kollegin Merve Koc erläuterte Nelißen den gespannten Kindern geduldig das fragile Gleichgewicht zwischen Flora, Fauna und Mensch. Die Settericher Hochebene bildete dabei einen besonderen Ort für die „Feldstudie“.

Exkursionen und Experimente

Nach einem anstrengenden Marsch wartete im „Hauptquartier“ stets ein kleiner Snack und kühle Getränke auf den Exkursionstross. Die „Gute Seele“ des Hauses Setterich, Ute Fischer vom DRK-Stadtteilbüro, half den Kindern ebenfalls tatkräftig beim Aufbau der Experimente: Mithilfe von Indikatoren wurde der PH-Wert von verschiedenen Wasserproben bestimmt. An anderer Stelle wurde getestet, welche Obstsorten (ob unberührt oder geschält) im Wasser schwimmen oder untergehen. Auch wurde eine eigene Wasserstraße aus Ton, Sand und Lehm errichtet, um ein Gespür für das flüchtige Element zu bekommen.

Während der großen Exkursion zur Rur bei Linnich wartete auf die Kinder noch ein weiteres, unvorhergesehenes Highlight. Obwohl Flusskrebse in der Rur dieser Tage eher selten vorkommen, gelang es einigen Teilnehmern, ein Exemplar zu fangen. Das Tier wurde mit großen Augen begutachtet, fotografiert, vermessen und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. „Wir haben zuerst nichts gefunden. Als der Flusskrebs dann gefunden wurde, hat sich die gesamte Gruppe für ihren Eifer belohnt“, freute sich Nelißen über den „Fang des Tages“.

Für die Naturerlebnispädagogin war es bereits die sechste Ausgabe von „Natur im Quartier“. Die Idee keimte einst beim Runden Tisch Baesweiler zum Thema Artenvielfalt auf — mit unabsehbarem Erfolg. Auch die Vertreter von Vivawest, Dieter Gossens und Sebastian Winkler, zeigten sich beeindruckt ob des Lerndrangs der gesamten Gruppe: „Das Gemeinschaftskonzept geht auf. Durch das Projekt sollen Kinder ihre Umgebung besser kennenlernen. Auch die Nachbarschaft stärkt sich“, freute sich Winkler.

Gossens fügte hinzu: „Es freut mich, dass die Kinder auch Andenken mit nach Hause nehmen. Sie werden ihre Umgebung jetzt anders wahrnehmen.“ Das besonders an „Mieterkinder“ der Vivawest Wohnen GmbH gerichtete Ferienangebot erfreut sich darüber hinaus immer höherer Beliebtheit. Bereits im Februar flatterte die erste „Blanko-Anmeldung“ ins Büro — ein genauer Termin für die Ferienfreizeit stand da noch gar nicht fest.

Bei 19 Anmeldungen mussten die Verantwortlichen dann die Reißleine ziehen. „Mehr Kinder hätten auch mehr Betreuungspersonal benötigt. Dies konnten wir auf die Schnelle nicht mehr gewährleisten“, erklärte Gossens. Derzeit wird noch geprüft, inwieweit eine Erweiterung des Angebots für 2019 möglich ist. Ob des großen Interesses an der „Natur im Quartier“ ist es jedoch wahrscheinlich, dass Setterich in Zukunft noch viel mehr kleine Naturforscher hervorbringt.