Herzogenrath: Bei Umbau der L223 eine Viertelstunde länger im Bus unterwegs

Herzogenrath : Bei Umbau der L223 eine Viertelstunde länger im Bus unterwegs

„Solch eine Vollsperrung über diesen Zeitraum haben wir noch nicht gehabt“, sagte Ordnungsamtsleiter Jürgen Venohr frank und frei. Entsprechend viel gibt es zu koordinieren, um während des etwa von Mitte Mai 2018 bis Oktober 2019 konzipierten Umbaus der Landesstraße 223 zwischen Birk und Herzogenrath Erreichbarkeit, Transport- und Rettungswege für die Anlieger zu gewährleisten.

Entsprechend groß ist auch der Informationsbedarf der Bürgerschaft. Voll waren daher die Zuschauerränge in der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses, der sich das Großprojekt noch einmal vorstellen ließ.

Fünf Bauphasen sind geplant, beginnend mit dem Bau des Kreisverkehrplatzes (KVP) an der K1 auf Höhe „4 Jahreszeiten“. Was eine Vollsperrung der K1 zwischen L223 und Pley zur Folge hat, während die L223 für Kraftfahr- und Radverkehr befahrbar bleibt.

Zudem werden Versorgungsleitungen am Knoten Schulzentrum verlegt. Bauphase 2, geplanter Beginn Ende Juni, beinhaltet die Verlegung der Versorgungsleitungen zwischen Schulzentrum und Niederbardenberg und soll mit punktuellen Sperrungen verbunden sein. Radverkehr zwischen Niederbardenberg und Herzogenrath wird über Schmied-, Blücher- und Kämerhöfer Straße, Bongartzweg und Ruifer Straße geleitet. Die K1 ist dann wieder befahrbar.

Mit Beginn der Sommerferien soll der Knoten am Schulzentrum zwecks KVP-Bau gesperrt werden, Ruifer Benden ist dann über Ruifer Straße und den Parkplatz Schulzentrum erreichbar. Bauphase 4, geplant ab Ende Juli 2018 bis Februar 2019, bedeutet die Vollsperrung der L223 zwischen KVP Schulzentrum und K1.

Und Bauphase 5 schließlich, die, wenn alles planmäßig verlaufen sollte, für März bis Oktober 2019 vorgesehen ist, markiert den zweiten Bauabschnitt mit dem Fahrbahnausbau von der K1 bis Birk, was eine Vollsperrung des entsprechenden Bereichs zur Folge hat, während die neue L223 von der K1 bis zum Schulzentrum wieder befahrbar ist.

Soweit der zumindest derzeit noch vorgesehene zeitliche Ablaufplan. Die Vergabeunterlagen lägen zurzeit beim Land, informierte Arnd Meyer, Projektleiter bei Straßen.NRW, den Ausschuss. In etwa 14 Tagen werde die Rückgabe erwartet, dann würden die Aufträge erteilt. Sämtliche Umleitungen sollen weitläufig, unter anderem auch an der Autobahn schon ausgeschildert werden. Zudem, so Meyer, würden die Navi-Betreiber informiert.

Wie denn der öffentliche Personennahverkehr respektive Schülertransport gewährleistet werden könne, interessierte neben Anwohnern aus Niederbardenberg („Wie soll man ohne Auto nach Bardenberg kommen?“, so eine ältere Dame im Publikum) auch Thomas Stephan, Leiter des Berufskollegs Herzogenrath.

Hermann Paetz, Betriebsleiter bei der Aseag, gab ausführlich Auskunft: So erfolgen mit Beginn von Bauphase 1 Umleitungen und außerhalb der Ferien Verstärkerfahrten im Schülerverkehr in beide Richtungen über die Dorf- und die Niederbardenberger Straße sowie die Jüderstraße. Die Haltestelle Bardenberg Krankenhaus wird an die Dorfstraße verlegt, die Haltestellen Kamper Gracht und Wilhelmstein für den entsprechenden Zeitraum aufgehoben — außer für Fahrten von und nach Pley.

In der 2. Bauphase geht die Aseag davon aus, dass Linie 21 und Schülerfahrten über Bardenberger- und Jüderstraße erfolgen können. Wird die Bardenberger Straße gesperrt, muss eine Umleitung über Kohlscheid gefahren werden, was zur Fahrtzeitverlängerung der 21 von 15 Minuten je Fahrtrichtung führen wird.

Eine solche Änderung mit Dienstplananpassung, so der Hinweis von Paetz, sei nur zu bestimmten Zeiten möglich. Mit Ferienbeginn also wird die 21 bis Juni 2019 in beide Richtungen ab Kamper Gracht über die K1, Ost-, Hoheneich-, Nord-, Forensberger -, Roermonder-, Voccart-, Alte- und die Schütz-von-Rode-Straße fahren.

Bis auf den Schülerverkehr entfallen die Fahrten nach Übach-Palenberg. Sonderregelungen gibt es für den Schülerspezialverkehr, unter anderem durch einen Kleinbus zur Grundschule Bierstraß. Paetz sagte — auch auf die Frage des Schulleiters zur Berücksichtigung behinderter Kinder — zu, die Schüler so nah wie möglich ans Ziel bringen zu wollen. Niederbardenberg wird zur Hauptverkehrszeit per Kleinbus angebunden, zusammen mit der Stadt wird noch geprüft, ob eine Ausdehnung der Zeiten möglich ist.

Amtsleiter Venohr betonte außerdem, dass die Grundversorgung der Anwohner bei Notfällen oberste Priorität genieße, so habe man sich mit den Feuerwehren beider Städte über gegenseitige Unterstützung geeinigt, eine ähnliche Lösung werde es auch mit den Rettungsdiensten geben. Auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Thorsten Schlebusch (CDU) nach einem Sorgentelefon für die Bürger sagte Venohr zu, auch einen entsprechenden Service einrichten zu wollen.

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