Alsdorf: Begauer Bürger schlagen Alarm

Alsdorf: Begauer Bürger schlagen Alarm

Begauer Bürger haben in einer teilweise hitzigen Debatte im Hauptausschuss einen Teilerfolg errungen. Gemäß einem Kompromissvorschlag, den SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Loosz formulierte, sprach sich das Gremium dafür aus, dass in dem Alsdorfer Stadtteil „in Kürze über die gesamte Verkehrssituation mit der Bevölkerung gesprochen” werde.

Anschließend will sich der Hauptausschuss erneut dieses Themas annehmen.

Laut Bürgermeister Alfred Sonders soll der Dialog mit den Begauern im Rahmen der von der Stadt geplanten Stadtteilkonferenzen geführt werden, die es allerdings erst angemessen vorzubereiten gelte. „Es geht um eine globale Betrachtung, was in Zukunft in Begau geschehen soll.” Es werde in dieser Konferenz nicht nur über die Verkehrslage gesprochen, erklärte Sonders.

3,5 Tonnen als Obergrenze

Auslöser der Debatte, die bereits mit der obligatorischen Fragestunde für Einwohner zu Beginn der Sitzung einsetzte, waren zwei Anträge im Rahmen von Anregungen und Beschwerden, gestellt von dem Begauer Martin Hellhammer, der per Unterschriftenliste von rund 40 Nachbarn unterstützt wird, und der Siedlergemeinschaft Alsdorf-Begau, deren Vorsitzender der SPD-Ratsherr Friedhelm Krämer ist. Und Krämer ließ auch keinen Zweifel an der Bedeutung der Siedlergemeinschaft, der „350 Familien” bzw. „700 Mitglieder” angehörten.

Im Kern geht es den Beschwerde führenden Begauern im Bereich Alter Römerweg und St.-Jöris-Straße darum, die Verkehrsschilder mit dem Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die im Zuge einer Aktion gegen das (vermeintliche oder tatsächliche) Ausufern des Schilderwaldes von der Verwaltung beseitigt worden waren, wieder aufzustellen. Zudem solle die Einschränkung „Anlieger und Lienenverkehr frei” installier werden.

Beschwerdeführer Hellhammer führt ins Feld, dass Schwerlastverkehr auf dem Weg zu im Umfeld befindlichen Betrieben und umgekehrt auf dem Weg zu übergeordneten Straßen durch die Siedlung „brettern”, Unfälle verursachen und beim Manövrieren über Gehwegen fahren und immer wieder durch Vorgärten „pflügen”. Die engen Straßen seien aber aufgrund ihrer Breite hierzu gar nicht geeignet.

Erster Beigeordneter Ralf Kahlen widersprach dieser Darstellung. Eine 4000 Euro teure Verkehrserfassung (Aufkommen und Geschwindigkeit) habe anderes ergeben. Die Polizei stufe die „Unfalllage” als unauffällig ein. Auch mit Blick darauf, dass das Wiederaufstellen der gewünschten Verbotsschilder „ausschließlich den innerörtlichen Lkw-Verkehr des Stadtteils Begau in die anderen Straßen” drängen würde, könne die Stadt als verantwortliche Behörde dies nicht vollziehen.

Die Verwaltung und auch Stimmen aus den Fraktionen erklärten, dass die Verkehrsproblematik wie in Begau auch in allen anderen Stadtteilen vorzufinden sei: Vor Jahrzehnten angelegte und entsprechend noch zurückhaltend dimensionierte Straßen müssten den Verkehrsfluss von immer mehr und größeren Fahrzeugen verkraften.

Bürgermeister Sonders sagte: „Wir dürfen kein falsches Signal geben, dass wir nun eine Stadtteilkonferenz machen und dann wieder Verbotsschilder aufstellen.” Auf das weitere Geschehen werden nicht nur die Begauer gespannt sein.

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