Bau der Rettungswache Würselen wird neu geplant

Kostenexplosion : Politik soll über Rettungswachen-Neubau neu entscheiden

Die städteregionale Verwaltung hat die Kritik der SPD an den stetig steigenden Kosten aufgegriffen und angekündigt, bis zum Sommer eine neue Planungsgrundlage für den angestrebten Neubau einer Rettungswache in Würselen vorzulegen. Damit konnten sich im Ausschuss für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz alle Fraktionen anfreunden.

Schon nach wenigen Minuten war der Dampf aus dem Kessel. Das lag zum einen daran, dass die SPD bereits im Vorfeld der Sitzung des städteregionalen Ausschusses für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz mächtig Dampf abgelassen hatte. Und zum anderen daran, dass Dezernent Gregor Jansen gleich zu Beginn der Diskussion für einen weiteren Druckausgleich sorgte, indem er „volles Verständnis“ für die Kritik der Sozialdemokraten zeigte. So waren sich Verwaltung und Fraktionen am Ende einig: Zum Neubau der Rettungswache Würselen-Mitte soll eine neue Planungsgrundlage geschaffen werden.

„Ich war selber überrascht von den Kostensprüngen und kann noch nicht dezidiert sagen, wie es dazu gekommen ist“, räumte Jansen freimütig ein. „Planerisch hat sich in der Zwischenzeit auf jeden Fall nichts Wesentliches geändert.“

Aber finanziell: 2,6 Millionen Euro waren 2014 in einer ersten Schätzung für die Baukosten der neuen Wache angesetzt worden - inklusive der 300.000 Euro für den Erwerb des Grundstückes am Mauerfeldchen, in direkter Nachbarschaft zum Rhein-Maas-Klinikum. Zweieinhalb Jahre später lag man dann schon bei 3,7 Millionen Euro. Mittlerweile geht die Verwaltung von 5,2 Millionen Euro aus – mindestens, wie sie in einer von der SPD beantragten Stellungnahme für den Ausschuss festgehalten hatte. Denn dabei dürfte es nicht bleiben: Gregor Jansen und Dezernenten-Kollege Stefan Jücker gehen davon aus, dass wegen der „überhitzten Lage auf den Baumarkt“ nochmals ein siebenstelliger Betrag hinzukommen wird. „Und das ist mit dem politischen Beschluss von damals sicherlich nicht mehr gedeckt.“

Deshalb will die Städteregion nun bis zum Sommer eine neue Planungs- und Entscheidungsgrundlage erarbeiten – mit verschiedenen Varianten und den jeweiligen Vor- und Nachteilen, so kündigt es Jansen an. Das Grundstück will er hingegen nicht in Frage stellen. „Das haben wir unter Berücksichtigung vieler wichtiger Kriterien ausgesucht. Eine vergleichbare Alternative gibt es aus unserer Sicht nicht.“

Grundsätzliche Alternativen zu der Rettungswache, und darüber zeigte sich der Dezernent erleichtert, fordert die Politik derweil nicht. „Die Notwendigkeit wird nicht in Frage gestellt“, betonte CDU-Sprecher Franz Körlings und erhielt dafür Zustimmung von den übrigen Fraktionen. Lediglich die Grünen halten sich eine Hintertür offen, wie Marc Peters erklärte: „Wir möchten, dass die Verwaltung drei Optionen für einen Zeitraum von zehn Jahren prüft: die Beibehaltung des Status Quo, den Neubau am Mauerfeldchen und den Bau an einem anderen Standort.“ Erst danach sehe sich seine Fraktion in der Lage, eine Entscheidung zu treffen.

Eine Entscheidung anderer Art ist unterdessen nach Aussage von Stefan Jücker schon gefallen: „Die Stadt Würselen hat mir mitgeteilt, dass der Kreisverkehr an der Kreuzung Mauerfeldchen/Oppener Straße bis Ende des Jahres gebaut werden soll“, berichtete er im Ausschuss. Die Maßnahme soll zu einer spürbaren Entspannung der Verkehrssituation führen und war von der Städteregion als flankierende Maßnahme zum Neubau der Rettungswache gefordert worden.

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