Bardenberger Radrennbahn: Vor knapp 70 Jahren war endgültig Schluss

Bardenberger Radrennbahn : Vor knapp 70 Jahren war endgültig Schluss

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war Bardenberg eine der Hochburgen des Radrennsportes. Gleich vier Vereine, so steht es in den Archiven des Bardenberger Heimatvereins, waren im „Dörflein an der Wurm“ aktiv, so gab es den Radfahrverein Ideal, den Radfahrverein Einzelfahrt, den Radfahrverein Schwalbe und den Radrennclub Bardenberg.

Zwei Mal versuchten die Zweiradsportler in Bardenberg auf der „Ath“ eine Radrennbahn zu etablieren. Im gesamten Großraum gab es in den 20er Jahren stolze 21 Bahnen, und so gaben sich die Mitglieder des Radrennclubs von 1920 bereits gut ein Jahr nach ihrer Gründung daran, auf dem Gelände gleich neben dem heute bekannten „Sandberg“ eine 330 Meter lange Aschenbahn zu erstellen. Treibende Kraft war der damalige Vorsitzende des Clubs, Johann Körfer, als Aushängeschilder des Bardenberger Radrennsportes galten zu dieser Zeit die Brüder Friedrich und Franz Plum.

Am 23. Juli 1922 gab es dann die große Eröffnungsfeier mit dem ersten Rennen. In den Archiven des bekannten Würselener Radsportforschers und -archivars Franz Kropp heißt es dazu: „Nach einem großen Corso kam an diesem Tag allerdings der große Regen und die Hälfte der geplanten Rennen fiel buchstäblich ins Wasser.“

Selbst die Siegerlisten von damals hat Franz Kropp „ausgegraben“. So gewann das Hauptrennen Matthias Schlösser aus Bleyerheide vor Johann van Göls aus Bardenberg. Auch bei der Jugend siegte ein Sportler aus Bleyerheide vor einem Bardenberger, Erster wurde Heinrich Lenzen vor Engelbrecht Kuckelkorn. Die Siegerehrungen fanden am Abend im Vereinslokal Haus Steinbusch an der Heidestraße statt. In den folgenden Monaten hätten die Bardenberger liebend gerne eine ganze Reihe von Rennen organisiert, doch war die Bahn sehr witterungsanfällig. Auch Vandalen sorgten für starke Beschädigungen, und so war schon nach zwei Jahren Schluss, der Rennbetrieb wurde wieder eingestellt.

Hier, wo seit vielen Jahren schmucke Häuser am Bardenberger „Sandberg“ stehen, befand sich vormals eine Radrennbahn. Foto: Dieter Amkreutz

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es dann zum zweiten Versuch, eine Radrennbahn in Bardenberg zu etablieren. Diesmal waren es die Mitglieder des Radfahrvereins Ideal unter dem Vorsitz von Theodor Moers, die wiederum auf der „Ath“ den Bau einer 180 Meter langen Aschenbahn in Angriff nahmen. Das Okayhatten sie von Bürgermeister Josef Breuer bekommen. Die meist älteren Herren bewerkstelligen alles in Eigenregie, und am 2. Juli 1950 war es dann so weit. Mit einem internationalen Renntag wurde die Bahn eröffnet, diesmal konnten sich jedoch keine einheimischen Fahrer in die Siegerlisten eintragen.

Und wieder litt die Bahn stark unter den Witterungsschwankungen, zusätzlich ließ durch die aufkommende Motorisierung das Interesse am Radsport nach. In den Aufzeichnungen von Franz Kropp heißt es dazu: „Mein Bruder Jakob, damals immerhin Nationalfahrer, fuhr im Jahre 1951 wohl als einer der letzten in Bardenberg ein Rennen, die Bahn mit ihren schönen Naturtribünen verfiel.“

Nur wenige Jahre später wurde das gesamte Areal am Sandberg gleich neben den heutigenTennisplätzen des VfL Bardenberg mit schmucken Einfamilienhäusern bebaut.

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