Herzogenrath: Bahnhof Herzogenrath: Zwei Aufzüge erleichtern das Leben

Herzogenrath: Bahnhof Herzogenrath: Zwei Aufzüge erleichtern das Leben

„Jetzt nur noch den IC-Anschluss”: Angesichts der beiden modernen Aufzüge, die den Eurode-Bahnhof in Herzogenrath nunmehr vollends barrierefrei machen, spielt Bürgermeister Christoph von den Driesch direkt schon wieder neue Zukunftsmusik.

Denn wenn die Niederländer irgendwann ihren IC von Eindhoven kommend auf deutsches Terrain fahren lassen, müsse der Zug zwecks Systemanpassung ohnehin in der Rodastadt stoppen. Dann könne man ja auch kurz die Türen für Fahrgäste aufmachen.

Die Inbetriebnahme der beiden neuen Aufzüge markiert das offizielle Ende der Umbauarbeiten des Bahnhofs, wie Elmar Heinrichs, kommissarischer Leiter des Bereichs Bahnhofsmanagement, zufrieden erläutert, eine gewisse Verbundenheit zur Rodastadt nicht verhehlend, in der er selbst lange gewohnt habe.

Im April 2007 hatten die Infrastrukturarbeiten begonnen, wurden unter anderem die Bahnsteige über eine Länge von 170 Meter um 38 auf nunmehr 76 Zentimeter erhöht.

Die düstere Unterführung wurde neu gestaltet, präsentiert sich jetzt mit weißen Fliesen und modernen Lampen hell, freundlich - und jederzeit per Kamera überwacht.

Mittels der zum Schluss installierten Aufzüge - „Achtung, die Tür schließt automatisch” - sind nun auch Gleis 3 und 4 mit Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad oder auch nur viel Gepäck bequem erreichbar.

„Die Treppe war eine große Krux”, zeigt sich der Bürgermeister froh, dass der Umbau des Bahnhofs „nach langen Jahren” endlich umgesetzt worden ist. 2,3 Millonen Euro betrug das Investitionsvolumen der Bahn AG, teilweise gefördert im Zuge einer Modernisierungsoffensive des Landes NRW.

In die Denkmalliste soll der schmucke gelbe Bau noch - und vielleicht noch zum Hauptbahnhof ernannt werden, immerhin werden hier rund 2100 Reisen pro Woche verzeichnet, „ganz ordentlich”, wie der Bahnhofsmanager zugesteht.

„Die Aufstockung der P+R-Anlage durch die Stadt hat sich hier auch deutlich bemerkbar gemacht.” Und wenn dann endlich der Ringschluss der Euregiobahn nach Stolberg erfolgt ist, so prophezeit von den Driesch, sei die Auslastung noch zufriedenstellender.

Eine offizielle Namensgebung steht dem altehrwürdigen Gebäude an Rodas Bahnhofstraße noch bevor, nach Preisausschreiben und Ratsbeschluss die zum „Eurodebahnhof”.

Kohlscheid muss noch warten

Und wie weit ist die Barrierefreiheit des vor gar nicht allzu langer Zeit umgestalteten Bahnhofs in Kohlscheid gediehen? Bekanntlich können Rollstuhlfahrer mittels Rampe jetzt zwar zum Bahnsteig hinaufrollen, dann von dort aber wegen des Niveauunterschieds nicht in den Zug hinein.

Das wesentlich geringere Fahrgastaufkommen führt Heinrichs zunächst ins Feld für die noch nicht erfolgte Bahnsteigerhöhung. Um dann aber festzustellen, dass hier immerhin 50-prozentige Barrierefreiheit herrsche.

Zwar seien hier die ausfahrbaren Schienen der Euregiobahn wegen der zu großen Neigung unnütz. Doch die ausschwenkbaren Lifte des RB 33 funktonierten einwandfrei. Und, so das Versprechen des Bahnhofsmanagers, „solbald Kohlscheid in irgendeinem Bauprogramm ist, wird auch der Bahnsteig erhöht.”

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