Verkehrsausschuss will für mehr Sicherheit sorgen

Polizei legt Statistik für Baesweiler vor : Durch Vorsorge möglichst Unfälle vermeiden

Die Unfallstatistik 2018 des Polizeipräsidiums Aachen bewegt auch die Stadt Baesweiler. Jetzt befasste sich der Verkehrs- und Umweltausschuss mit dem Thema. Die Stadtverwaltung hatte hierfür das Unfallgeschehen noch etwas detaillierter aufgelistet, als es bei der Gesamtübersicht zum Nordkreis möglich war.

Erster Beigeordneter Frank Brunner sagte, dass Baesweiler grundsätzlich „keine ruhmreiche Ausnahme“ bei der negativen Unfallentwicklung (plus 17 „Personenschäden“) sei, es gebe aber auch positive Aspekte. So seien zum Beispiel die Unfälle mit Kindern zurückgegangen. Regelrechte Unfallschwerpunkte im Stadtgebiet seien wohl nicht festzustellen. Logischerweise würden auf vielbefahrenen Straßen mehr Zwischenfälle gezählt, als bei weniger befahrenen. Die jeweilige Zahl der Unfälle allein betrachtet sei nicht wirklich aussagekräftig.

Natürlich würde die Stadt weiterhin alles Erdenkliche unternehmen, um die Straßen und Wege sicherer zu machen, so Brunner. Dafür spreche auch die intensive Arbeit der Verkehrskommission, die zudem in der Sitzung des Fachausschusses eine Liste von Maßnahmen vorlegte, die auch von dem Fachausschuss beschlossen wurden.

Eine Reihe von Aktivitäten

Und so hat die Stadtverwaltung die Angaben der Polizei bewertet: Erfreulich sind die Rückgänge im Bereich Kinderunfälle mit aktiver Verkehrsbeteiligung von neun auf fünf, Schulwegunfälle von fünf auf einen und verunglückte junge Erwachsene von zehn auf acht. Leider sind jedoch Steigerungen im Bereich der Verkehrsunfälle mit Verletzten zu verzeichnen (plus 17).

Besonders häufig kam es zu Unfällen im Bereich der folgenden Straßenverläufe, wobei sich die Darstellung auf die schweren Unfälle, das heißt mit Getöteten (Kategorie 1) und Schwerverletzten (Kategorie 2) sowie Leichtverletzten (Kategorie 3), bezieht. Auf der viel befahrenen Aachener Straße wurden sieben Unfälle der Kategorie drei und einer der Kategorie 2 gezählt. Ludwig-Erhard-Ring: zwei Kategorie 2, drei Kategorie 3; Hauptstraße: vier der Kategorie 3; Kappelstraße: vier Kategorie 3, Goethestraße: vier Kategorie 4.

Die Verwaltung begrüßt, dass die Polizei künftig schwerpunktmäßige Überwachungen auf den Hauptverkehrs- und Hauptunfallachsen der Kommunen vornehmen will.

Ein besonderes Augenmerk soll weiter auf die Handlungsfelder überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, Unterschreiten des Sicherheitsabstandes, falsches Verhalten gegenüber Fußgängern sowie verbotswidrige Nutzung von elektronischen Geräten gelegt werden.

Zielgruppen der Verkehrsunfallbekämpfung sind weiterhin vorrangig Kinder (Schulwegunfälle), Radfahrer und ungeeignete Kraftfahrzeugführer (Intensivierung der entsprechenden Meldungen an die Straßenverkehrsbehörde). Trotz der positiven Entwicklung bei Motorradunfällen wird auch dieser Bereich weiterhin im Fokus behalten. Mehrere Aktionen sind hier geplant.

Mit dem Ziel, Kinder für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten, werden auch zahlreiche weitere Programme durchgeführt. In den Kindergärten werden sogenannte Bordsteintrainings abgehalten. In Anwesenheit der Eltern wird das sichere Überqueren der Straße geübt. Darüber hinaus werden die Bereiche künftiger Schulweg, Anschnallen, Kindersitze und Schutz vor Fremden (Ansprechen der Kinder durch Fremde, Mitgehen mit Fremden) behandelt. In den Grundschulen finden weiterhin die bewährten Schulwegbegehungen und die Radfahrausbildung statt. Ebenso wird die die Aktion „Hell fällt auf“ durchgeführt.

Aufbauend werden in den weiterführenden Schulen das Programm „Sicher zur Schule und wieder nach Hause“ sowie das Programm „Bustour“ durchgeführt. Jeder Verkehrsunfall mit Kindern, die aktiv am Verkehr teilnahmen, wird nachbereitet. Regelmäßig werden Schulwegsicherung und Aktionen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchgeführt.

(-ks-)
Mehr von Aachener Nachrichten