Setterich: Mann muss nach Enkeltrick ein Jahr ins Gefängnis

Knast und Katzenstreu : Mann muss nach Enkeltrick ein Jahr ins Gefängnis

Das Landgericht Aachen hat einen Mann, der 2013 an einem fehlgeschlagenen Enkeltrick in Setterich beteiligt gewesen ist, zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.

Damit wurde ein altes Urteil aus zweiter Instanz bestätigt, das das Landgericht bereits 2016 gefällt hatte. Das Amtsgericht hatte den Mann 2015 zunächst zu einem Jahr und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Janusz S., der heute 61 Jahre alt und gesundheitlich in keinem guten Zustand ist, war 2013 gemeinsam mit einem Komplizen von Köln nach Setterich gefahren. Dort sollte eine Einheimische um mehrere Kilo Goldschmuck erleichtert werden. Zuvor war die Frau von einem Unbekannten angerufen worden, der vorgab, ihr Neffe zu sein und Geldprobleme zu haben.

Die Settericherin war jedoch nur zum Schein auf den Anrufer eingegangen. Sie sagte zu, ihm mit dem besagten Goldschmuck aushelfen zu wollen. Doch stattdessen kippte sie Katzenstreu in eine Plastiktüte und informierte die Polizei. S. und sein Komplize wurden festgenommen.

Katzenstreu statt Goldschmuck

Der Komplize wurde 2015 mit Blick auf die Tatsache, dass er nicht vorbestraft war, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die längst verbüßt ist. Janusz S. hingegen war zum Zeitpunkt der Tat bereits nur auf Bewährung auf freiem Fuß und sollte seine Haftstrafe nach Willen des Richters antreten. Gegen dieses Urteil geht S. seit nunmehr vier Jahren vor, neben den beiden Aachener Gerichten ging der Fall auch schon ans Oberlandesgericht in Köln, wo tatsächlich ein Verfahrensfehler entdeckt wurde.

Der Fall wurde zurück nach Aachen gereicht, wo es zu dem neuen und nunmehr abgeschlossenen Verfahren kam. Der Angeklagte wurde zwar durch seinen Komplizen von einst entlastet, der behauptete, S. habe völlig ahnungslos an dem misslungenen Enkeltrick mitgewirkt. Richter und Schöffen schenkten dem jedoch offenbar keinen glauben, das alte Urteil wurde bestätigt.

S. hat erneut Rechtsmittel eingelegt und geht auf ein Neues in Revision. Das bedeutet, dass das Oberlandesgericht das Urteil ein weiteres Mal überprüfen wird. Sollte es dieses Mal keine Verfahrensfehler feststellen, erlangt das Urteil Rechtskaft und ist nicht mehr anzufechten. Bis dahin dürften wieder mindestens mehrere Monate vergehen.

(jpm)
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